| Black Kettle | Chief Joseph | Cochise | Crazy Horse | Dull Knife | Gall | Geronimo | Little Crow | Mangas Coloradas | Rain in the Face | Red Cloud | Roman Nose | Satank | Satanta | Sitting Bull | Tecumseh |
(Schwarzkessel),
sein indianischer Name war Moxtaveto, wurde um 1803 geboren. Er war Häuptling
der Cheyenne. Black Kettle war zusammen mit White Antilope einer der wenigen Häuptlinge,
die es vorzogen, Frieden mit dem weißen Mann zu schließen, und die sich nie
etwas vom Krieg versprochen haben. So akzeptierten sie im Jahre 1861 den Bruch
eines Vertrages von 1851. Durch diesen Vertrag wurde den Cheyenne und den
Arapaho ursprünglich die Jagdgründe garantiert, durch die nun eine Reiseroute
von Kansas nach Colorado führte. Anschließend gingen sie nach Washington, um
sich mit Präsident Lincoln zu treffen. Dieser überreichte Black Kettle eine
amerikanische Flagge, und White Antilope einen Friedensorden. Jedoch nicht alle
Indianer-Häuptlinge stimmten diesem Vertragsbruch zu. Während einige nach
Norden ins Powder-River- Land zogen, um sich dort mit den nördlichen Cheyenne
zu verbünden, wandte sich Black Kettle mit ca. vierhundert Anhängern südlich
des Akansas-River. Als es aber im Jahre 1864 zwischen US-Truppen und Indianern
zu kleinen Gefechten kam, vermehrten sich die Gerüchte um einen Indianerkrieg.
Daraufhin ging Black Kettle nach Denver und traf sich dort mit dem Gouverneur
John Evans und dem Militärbefehlshaber, Colonel John Chivington, denen er erklärte,
dass er den Weißen Mann nicht zum Feind haben will, und das es ihm nur um eins
geht: Um Frieden. Beide sagten ihm zu, das er mit seinem Volk in der Nähe von
Fort Lyon im südöstlichen Colorado das Lager aufschlagen kann, und das sie
dort sicher sein werden. So zog Black Kettle in die vermeintliche Sicherheit zum
Sand Creek, ca. 65 Kilometer nordöstlich von Fort Lyon. Am 27. November traf
Colonel John Chivington jedoch mit seinem 3. Colorado Regiment in Fort Lyon ein,
mit der Absicht, die Cheyenne zu überfallen. Dieser Mann, der für die
Sicherheit der Cheyenne garantierte, befahl seinen Soldaten, keine Gefangenen zu
machen und alle - ob jung oder alt - zu töten. Einen Tag später brach er dann
mit seinen 700 Mann auf zum Sand Creek. In dem Lager von Black Kettle befanden
sich ca. 600 Indianer, meist Frauen und Kinder, da sich die Männer auf Büffeljagd
befanden. Als Colonel John Chivington und seine Männer das Dorf am Morgen des
29. November 1864 angriffen, hisste Black Kettle die Flagge der Vereinigten
Staaten, die er von Präsident Lincoln geschenkt bekam, und zusätzlich noch
eine weiße Flagge, als Zeichen dafür, dass die Bewohner des Dorfes keine
feindliche Absicht haben. Dann forderte er sein Volk auf, sich um diese Flaggen
zu stellen, denn man hatte ihm gesagt, sie seien jedem Soldat heilig, und jede
Armee würde dieses Zeichen des Friedens respektieren. Als Colonel Chivingtons Männer
das Dorf erreichten, missachteten sie jedoch das Sternenbanner und die weiße
Flagge. Erbarmungslos metzelten sie alles nieder, was ihnen im Weg stand.
Frauen, Kinder, Säuglinge und alte Menschen. Sie skalpierten, vergewaltigen,
verstümmelten. Die Brutalität, die Chivingtons Männer zu Tage legten, stellte
bis dahin alles in den Schatten, was es in den Indianerkriegen gegeben hatte.
White Antilope hatte Angesichtes dieses brutalen Überfalls mit seinem Leben
abgeschlossen. Mit verschränkten Armen stand er vor seinem Zelt, seinen
Friedensorden um den Hals und sang ein Totemlied. Bald darauf wurde er
erschossen. Black Kettle floh mit seiner Frau zum Bachbett, um sich dort zu
verstecken. Seine Frau wurde jedoch von mehreren Kugeln getroffen. In der
Annahme, sie sei tot, ließ er sie liegen und rannte weiter.
Am
Abend, als die Menschen aus ihren Verstecken kamen, konnte Black Kettle zu
seiner Erleichterung feststellen, dass seine Frau wie durch ein Wunder überlebt
hatte. 170 Indianer jedoch fielen Chivingtons Männern zum Opfer. Die Überlebenden
flüchteten in das über 80 Kilometer entfernte Jagdlager der Cheyenne, die sich
die ganze Zeit über gegen Frieden und für einen Widerstand ausgesprochen
hatten. Dort wurden sie mit Kleidung und Essen versorgt.
Nach
diesem Massaker vereinten sich mehrere Stämme, die durch Überfälle auf
Poststationen und Wagenkolonnen Rache übten. Trotz dieses Verrats unterschrieb
Black Kettle am 14. Oktober 1865 im Namen der südlichen Cheyenne einen Vertrag
mit der Regierung. Mit diesem Vertrag erklärte er sich einverstanden, sämtliche
Rechte auf das Indianerland im Territorium Colorado aufzugeben. Zwei Jahre später
- am 16. Oktober 1867 - handelte er am Medicine Lodge Creek ein Friedensabkommen
aus, in dem er sich dazu verpflichtet in einem Reservat des Staates Oklahoma zu
leben. Als Gegenleistung sollte er und sein Volk Nahrung, Kleidung und Unterkünfte
bekommen.
Im Spätherbst
des Jahres 1868 schlug er dann sein Winterlager am Washita River auf. Viele
junge Männer hatten ihn jedoch verlassen und sich den indianischen Widerstandskämpfer
angeschlossen. Am 27. November 1868 sollte sich jedoch zeigen, dass der Vertrag
von Mecicine Lodge Creek wertlos war. Am Morgen dieses Tages griff die 7.
Kavallerie unter der Führung von Leutenant Colonel Custer das Dorf am Washita
River an. Auch hier wurden flüchtende Männer, Frauen und Kinder
niedergemetzelt. Black Kettle und seine Frau wurden gleich zu Beginn des Überfalls
von tödlichen Kugeln getroffen, als er den Washita River überqueren wollte.
Sein Eintreten für Frieden und Freiheit und sein ständiger Glaube an das Gute,
hat vielen Menschen seines Volkes das leben gekostet. Zweimal wurde er bitter
enttäuscht, und beim zweitenmal mussten er und seine Frau für seine
Bestrebungen selber mit dem Leben bezahlen.
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auch
Himmaton Yalatkit genannt, wurde um 1840 geboren und war Häuptling der Nez Percé.
Die Nez Percé hatten ihre Heimat in dem Gebiet der heutigen US-Bundesstaaten
Washington, Oregon und Idaho. Sie lebten lange in Frieden mit den Weißen,
freundeten sich mit Pelzjägern an, und ließen sogar den Missionar Henry H.
Spalding zu sich kommen, so dass einige von ihnen zum christlichen Glauben übergingen.
So auch Himmaton Yalatkits Vater namens Tuekakas, der vor seinem Sohn Häuptling
der Nez Percé war, und den der Missionar auf den Namen Old Joseph umtaufte. Die
Nez Percé teilten sich in mehrere Gruppen auf, die unabhängig voneinander
waren, und auch für sich eigenen Entscheidungen trafen. Die Gruppe von Tuekakas,
die sogenannte Wellamotkin-Gruppe, lebte im Wallowa-Tal im Nordosten Oregons. Während
Tuekakas Amtszeit im Jahre 1855, schlossen die Nez Percé einen Vertrag mit der
US-Regierung ab, der ihnen für die Abtretung des größten Teils ihres Landes,
eine Reservation in Idaho und Oregon garantierte. Als jedoch im Jahre 1860 Gold
in den Gebieten gefunden wurde, und in der Folgezeit immer mehr Goldsucher in
die Reservation einströmten, verlangte im Jahre 1863 die US-Regierung von den
dort lebenden Indianern, auch dieses Land aufzugeben und in ein noch kleineres
Reservat nach Idaho umzusiedeln. Während Tuekakas und andere Häuptlinge sich
weigerten, wurden andere Häuptlinge von den amerikanischen Unterhändlern bedrängt
und bestochen und schließlich dazu gebracht, den Vertrag zu unterzeichnen. Als
Tuekakas davon erfuhr, entsagte er dem christlichen Glauben und kehrte zu seiner
alten Religion zurück. Im Jahre 1871 starb Tuekakas und sein Sohn Himmaton
Yalatkit wurde nun Häuptling der Nez Percé. Den Weißen wurde er bald als
Chief Joseph bekannt. Chief Joseph setzte nun das Erbe seines Vaters fort. Sechs
Jahre lang widersetzte er sich gegen die Vertreibung aus seiner Heimat.
Zwischendurch gab es immer wieder Verhandlungen zwischen den Indianern und den
Unterhändlern der US-Regierung. So auch am 2. Mai 1877. Hier traf sich eine
Delegation der Nez Percé unter der Führung von Chief Joseph mit dem einarmigen
General Oliver Otis Howard. Die zunächst freundliche Atmosphäre änderte sich
schnell, als General Howard seine Gesprächspartner ultimativ aufforderte, das
Wallowa-Tal sofort zu verlassen und ins Lapwai-Reservat zu ziehen. Ein Unterhändler
von Chief Joseph, namens Too-Hul-Hul-Sote, sprang daraufhin wütend auf und
sprach: "Der Große Geist schuf die Welt, wie sie ist und er sie wollte.
Einen Teil davon machte er für uns, damit wir in ihm leben können. Ich sehe
nicht, woher du die Befugnis nimmst, uns zu sagen, dass wir nicht an den Stellen
leben dürfen, die er uns anwies"
Nachdem
Howard ihn dazu ermahnte, er solle den Mund halten und ihm drohte, ihn
einzusperren, erwiderte Too-Hul-Hul-Sote: Wer bist du, dass du uns bittest zu
sprechen und dann sagst, dass wir nicht reden dürfen? Bist du der Große Geist?
Hast du die Welt erschaffen? Hast du die Sonne erschaffen? Hast du die Flüsse
erschaffen, damit wir zu trinken haben? Hast du das Gras wachsen lassen? Hast du
alle dies Dinge erschaffen, dass du zu uns sprichst, als ob wir Knaben wären?
Wenn du das erschaffen hast, gestehe ich dir das Recht zu, so zu reden, wie du
es getan hast." Nach diesen Worten wurde er dann tatsächlich in das
Wachhaus gebracht und dort eingesperrt. Trotz dieser Demütigung, war Chief
Joseph besonnen genug, die Verhandlungen nicht abzubrechen. Er wollte unter
allen Umständen einen Krieg mit den Weißen vermeiden, da er wusste, dass
dieser auf lange Sicht nicht gewonnen werden konnte. Widerwillig war er schließlich
bereit, seine Heimat aufzugeben und sein Volk in das neue Reservat zu bringen.
Zunächst kehrte Chief Joseph jedoch in das Wallowa-Tal zurück, um sich dort
mit den anderen Gruppen der Nez Percés zu treffen. Hier hielten aber einige
junge Krieger die Ungerechtigkeiten der Weißen nicht mehr aus. Sie griffen
daraufhin benachbarte Siedler an, die sich in dem Tal aufhielten, und töteten
sie. Chief Joseph wusste jetzt, dass der Krieg nicht mehr zu verhindern war. Die
Nichtvertrags-Gruppen der Nez Percé zogen sich daher in den Whitebird Canyon
zurück, wo sie aber schon bald von General Howards Soldaten entdeckt wurden.
Bei dem folgenden Gefecht töteten die Indianer ein Drittel der US-Truppe und
schlugen den Rest in die Flucht. Jetzt beschloss Chief Joseph zusammen mit
seinen Unterhäuptlingen Looking Glass, White Bird, Hush-Hush-Cute, Ollicut und
Too-HuL-Hul-Sote sich nach Kanada abzusetzen, um sich dort mit Sitting Bulls
Sioux-Kriegern zu verbünden. Mit 250 Krieger und 450 Frauen, Kindern und alte
Menschen begann nun eine 1600 Kilometer lange Odyssee in Richtung Freiheit. Während
ihrer Flucht mussten sie sich immer wieder der überlegenen US-Armee im Kampf
stellen. Dank der genialen Kriegsführung von Chief Josephs Unterhäuptlingen,
mussten die Armeen der US-Regierung aber eine Niederlage nach der anderen
verbuchen. Die Generäle, die ihnen folgten, wurden teilweise bis auf die
Knochen blamiert. Chief Joseph verbot seinen Kriegern Skalps zu nehmen,
unschuldige Farmer und Familien zu ermorden, und Frauen und Kinder gefangen zu
nehmen. Die Kampferfolge und die ritterliche Kampfführung veranlasste die
Presse sogar dazu, Chief Joseph als Mythos zu erheben. Nachdem Chief Joseph und
sein Volk das Bitterroot-Tal erreicht hatten, wurden sie jedoch diesmal von
Oberst John Gibbons Soldaten umzingelt. Ihre Tipis wurden dabei ein Opfer der
Flammen. Dennoch konnten die Nez Percés den Angriff mit dem Mut der
Verzweiflung noch einmal abwehren. Im Yellowstone-Park mussten sie sich aber bei
einem zweiten Angriff nach und nach zurückziehen, und am 30. September 1877
ereilte sie dann schließlich doch noch das Schicksal, als sie 48 Kilometer von
der Kanadischen Grenze entfernt, von General Nelson A. Miles und seinen Soldaten
angegriffen wurden. Dabei wurden viele von Chief Josephs Unterhäuptlinge und
Krieger getötet. Journalisten forderten: "Man solle ihn doch in Zukunft
das Oberkommando der Landstreitkräfte übertragen". Man bezeichnete ihn
auch als "Roten Napoleon des Westens". Die verbleibenden Krieger
konnten sich dem Angriff zwar noch bis zum 5. Oktober widersetzten, mussten dann
aber kapitulieren, da sie nur unter Zurücklassung der Frauen und Kinder hätten
fliehen können. Die darauffolgende Kapitulationsrede von Chief Joseph ist zu
einem geschichtlichen Ausspruch geworden: "Ich bin kampfesmüde. Unsere Häuptlinge
sind tot. Es ist kalt, und wir haben keine Decken. Die kleinen Kinder erfrieren.
Manche meiner Leute sind in die Berge geflohen und haben keine Decken und nichts
zu essen. Niemand weiß, wo sie sind, vielleicht erfrieren sie. Ich brauche
Zeit, um nach meinen Kindern zu sehen und zu wissen, wie viele ich von ihnen
wiederfinde. Möglicherweise werde ich sie unter den Toten finden. Hört mich
an, weiße Häuptlinge: Mein Herz ist krank und betrübt. Vom augenblicklichen
Stand der Sonne an gelobe ich, ich kämpfe niemals wieder." Nach dieser
Rede konnten einige Krieger doch noch in der Dunkelheit fliegen und die Grenze
nach Kanada überqueren. Sie fürchteten, dass sie schwer bestraft, oder sogar
zum Tode verurteilt würden. Joseph jedoch blieb in der Annahme, er und sein
Volk könnten in ihr Land im Nordwesten zurück. Sie wurden aber in die
Reservation im Indian Territory nach Oklahoma gebracht. Von hier aus setzte er
sich mit Hilfe von Menschenrechtlern aus dem Osten und den Mittleren Westen für
die Rechte der Nez Percés ein. Im Jahre 1879 besuchte er sogar den
amerikanischen Präsidenten Hayes und trug ihm sein Anliegen persönlich vor.
Aber erst 1885 konnten Joseph und sein Volk nach einer massiven Kampagne der
Menschenrechtler in den Nordwesten zurückkehren. Da die dort lebenden Siedler
den Nez Percés aber feindlich gesinnt waren, und auch die Politiker sie immer
noch für "Unruhestifter" hielten, zogen sie schließlich zur
Colville-Reservation ins Washington Territory. Dort starb Chief Joseph am 21.
September 1904 "einfach an gebrochenem Herzen". Richter C. C. Goodwin
schrieb nach Josephs Ableben: "Kein Sohn des Nordwestens war tapferer als
er, keiner war treuer zu seiner Heimat als er, und keiner hielt sich auch in
drohendster Gefahr mehr in der Gewalt als er."
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war Häuptling
der Chiracahuas-Apachen. Diese Häuptlingswürde hatte er von seinem Vater
geerbt, der Herr über das Land bei den Dragoon und Chiraicaha-Mountains im südöstlichen
Arizona war. Wann Cochise geboren wurde, ist nicht bekannt. Zunächst lebte er
in Frieden mit den Amerikanern, da diese im Krieg gegen die Mexikaner kämpften,
die die Chiracahuas-Apachen auch zu ihren Feinden zählten. Als der
amerikanisch-mexikanische Krieg aber durch den Vertrag von Guadalupe Hidalgo
beendet wurde, und Goldsucher in das Land der Apachen strömten, verblasste die
Freundschaft mit den Weißen. Im Jahre 1861 wurde Cochise von dem Leutnant
George N. Bascom festgenommen, weil er angeblich einen weißen Jungen entführen
wollte. Dabei konnte er jedoch fliehen, wurde aber von einem Soldaten durch
einen Schuss verletzt. Zusammen mit Mangas Coloradas und Geronimo überfiel er
daraufhin am 14. Juli 1862 mit über 700 Kriegern eine aus 126 Soldaten
bestehende Militär-Kolonne unter der Führung von Captain Thomas Roberts. Hier
mussten die Apachen aber eine herbe Niederlage hinnehmen, da die US-Truppe zwei
Berghaubitzen mitführte, mit dessen Hilfe der Angriff abgewehrt werden konnte.
Nach dieser Niederlage beschloss Cochise, keinen Massenangriff dieser Art mehr
zu führen, sondern statt dessen seine Krieger in kleine Gruppen aufzuteilen,
die so einen regelrechten Guerillakrieg gegen Soldaten, Siedler und Goldsucher führten.
Nach dem Mord an seinen Schwiegervater Mangas Coloradas überfielen seine
Krieger noch zehn lange Jahre Siedlungen, Bergwerke und Postkutschen. Trotz
vieler militärischer Erfolge, sah Cochise bald ein, dass er auf lange Sicht den
Krieg nicht gewinnen konnte. Im Jahre 1871 suchte der US-Postinspektor Thomas
Jeffords das Lager von Cochise auf, und bat ihn, die Postkutschen in Frieden
durch sein Gebiet ziehen zu lassen. Nach diesem Gespräch entstand eine tiefe
Freundschaft zwischen den beiden Männer, und Jeffords wurde ein enger
Vertrauter des Häuptlings. So arrangierte er 1872 mehrere Treffen zwischen dem
Friedensunterhändler General Oliver Otis Howard und Cochise. Nach 11
Verhandlungstagen unterzeichnete dann Cochise einen Vertrag, der den
Chiracahuas-Apachen ihr herkömmliches Jagdgebiet als Reservat garantierte. Aber
auch dieser Vertrag sollte zwei Jahre später von der US-Regierung gebrochen
werden, nachdem diese die Verlegung des Reservats geplant hatte.
Ausgerechnet
in dieser Zeit wurde Cochise schwer krank und immer schwächer, so dass er nicht
mehr in der Lage war gegen diesen Vertragsbruch anzugehen. Am 8. Juni 1874 starb
Cochise friedlich, ohne seinem Volk noch helfen zu können.
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wurde
im Herbst 1841 als Sohn eines Medizinmannes geboren. Sein indianischer Name
lautete Tashunka Witko (wildes Pferd). Er gehörte zum Stamm der Oglala. Crazy
Horse unterschied sich von seinen Stammesbrüdern durch eine ungewöhnlich helle
Haut und durch hellbraunes Haar. Wie all seine Kameraden sollte er schon in frühester
Kindheit tapfer sein und den Kriegern nacheifern. Schon als Junge nahm er an
Kriegszüge gegen feindliche Stämme wie die Crows und den Shoshonen teil. Er
prahlte jedoch nicht mit seinen Taten wie seine Kameraden, im Gegenteil, als
junger Mann
war er
sehr bescheiden und zurückhaltend. Am 21. Dezember 1866 vernichtete Crazy Horse
mit seinen Stammesbrüdern unter der Führung von Red Cloud den größten Teil
der Besatzungstruppen von Fort Phil Kearny unter dem Kommando von Captain
Fetterman. Fetterman war ein Indianerhasser und prahlte oft damit, dass er mit
80 Mann durch die gesamte Sioux-Nation reiten könne. An diesem Tag wurde ein
Trupp Soldaten vor das Fort geschickt um Holz zu holen. Dabei wurden sie von den
Indianern, die das Fort belagerten, angegriffen und eingekesselt. Als Fettermann
mit seiner Truppe den Soldaten zu Hilfe kam, viel er auf einen alten
Lockvogel-Trick der Indianer herein, denn entgegen dem strikten Befehl, die
Indianer nicht zu verfolgen, tat er es doch, und in einem Tal schnappte die
Falle zu. 81 Soldaten starben daraufhin in einem Hagel von 40000 Pfeilen. Diese
Schlacht wurde bekannt als Fetterman-Massaker. Bei einer weiteren Schlacht, bei
der Crazy Horse dabei war, widerfuhr dem Häuptling Red Cloud jedoch eine
erbitterte Niederlage. Am 2. August 1867 griffen die Krieger eine Holzfällerkolonne
an, die sich hinter einer Wagenburg verschanzt hatte. Obwohl die Indianer in der
Überzahl waren, wurden sie von den Gewehrkugeln nieder gemäht. Das war möglich,
weil die Holzfäller zur damaligen Zeit moderne Einzelladergewehre hatten, so
genannte "Trap-Door-Springfield"-Gewehre, mit denen eine schnellere
Schussfolge möglich war. Red Cloud war von dieser Niederlage schwer betroffen,
und Crazy Horse wollte von nun an eine solche Verteidigungsstellung nicht mehr
im Sturmangriff erobern. Die indianische Kriegsführung musste nach seiner
Ansicht geändert werden. Er wollte in Zukunft seine Truppen schonen, und besann
sich vorwiegend auf den alten Lockvogel-Trick, mit dem er in der Folgezeit
einige Schlachten schlagen konnte. Am 17. Juni 1876 schlug Crazy Horse im
Rosebud-Tal die Truppe des Bürgerkriegs- kämpfers General Crook, die sich aber
mit Hilfe des Shoshonen-Häuptlings Washakie zurückziehen konnte. Am 25. Juni
1876 kam es dann zur berühmten Schlacht am Little Big Horn, bei dem Crazy Horse
dank seiner jetzt überlegenen Kriegsführung zusammen mit Sitting Bull General
Custers Kompanie vernichtend schlug. Nach dieser Schlacht musste Crazy Horse
fliehen, da er jetzt von der US-Armee gejagt wurde.
Am 8. Januar 1877 fand ein Kommando von General Nelson A. Miles das Lager
von Crazy Horse. Er konnte jedoch fliehen. Aber der kalte Winter brachte ihm und
seinen Gefolgsleuten nur Hunger, Durst und Erschöpfung. Daher ergab er sich
schließlich zusammen mit 300 Familien. Er wurde im Red Cloud-Reservat bei Fort
Robinson untergebracht. Als er sich bei dem Versuch ihn einzukerkern widersetzte
- er soll angeblich einen Fluchtversuch unternommen haben - wurde er durch ein
Bajonett hinterrücks erstochen.
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geboren
um das Jahr 1810, war Häuptling der nördlichen Cheyenne und führte etwa 400
Krieger an. 1865 kämpfte er neben Red Cloud und Roman Nose gegen die Weißen,
die immer tiefer in das Power-River-Land eindrangen. Dann überfiel er im August
des Jahres 1865 einen Wagentreck unter der Führung von James A. Sawyers, der
eine Abkürzung zu den Goldfeldern in Montana durchs Indianergebiet suchte. Außerdem
überfiel er später einen Soldatentrupp von General Connor, dem er dabei
Pferde, Waffen und diverse Ausrüstungsgegenstände stahl. Trotz dieser Überfälle
setzte sich Dull Knife schon früh für Frieden mit den Weißen ein. Im Jahre
1868 unterzeichnete er den Vertrag von Fort Laramie, verlor dabei aber an
Autorität. Am 25. November 1876 wurde das Zeltdorf von Dull Knife von einer
Abteilung Kavallerie der US-Armee unter der Führung von General Crook
angegriffen. Bei diesem Gefecht konnten jedoch Dull Knife und die meisten
Indianer seines Volkes in die Bighorn-Berge flüchten. Hier mussten aber wegen
der klirrenden Kälte viele Kinder und ältere Menschen ihr Leben lassen. Nach
dreitägiger Wanderung über eisigem Schnee, erreichte er dann das Lager von
Crazy Horses, mit dem er sich allerdings im Frühjahr des Jahres 1877 bei Fort
Robinson ergab. Dull Knife und sein Stamm wurden daraufhin ins Indianerreservat
Darlington nach Oklahoma deportiert. Am 10. September 1878 beschloss er bei
Nacht und Nebel aus dieser Einöde zu fliehen. Mit 297 Anhängern machte er sich
auf, um nach Norden, in sein Vaterland am Tongue River zurückzukehren. Über
13000 Soldaten, Cowboys, Rancher und Siedler versperrten ihm dabei den Weg.
Trotzdem gelang es ihm immer wieder zwischen den Reihen durchzuschlüpfen, oder
sich erfolgreich zu verteidigen und anschließen zu fliehen, wenn er und sein
Volk von der Armee gestellt wurde. Nach einer 6-wöchigen strapaziösen Flucht,
näherten sie sich ihren alten Jagdgründen am Tongue River. Hier teilten sich
die Flüchtlinge in zwei Gruppen. Während 150 Cheyenne zusammen mit Dull Knife
in Red Clouds Reservat um Asyl bitten wollten, beschloss der Rest, mit dem
jungen Häuptling Little Wolf nach Norden weiterzuziehen. Am 23. Oktober 1878
geriet die Gruppe von Dull Knife in einen Schneesturm, wo sie dann von einem
Trupp Kavallerie gefunden und gefangen genommen wurde. Zwei Tage später wurden
sie in Fort Robinson bei eisiger Kälte eingesperrt. Am 9. Januar 1879 gelang es
Dull Knife mit seinen Leuten aus diesem Gefängnis auszubrechen. Während viele
seiner Anhänger erschossen oder nach Fort Robinson zurückgebracht wurden,
erreichte Dull Knife mit wenigen Cheyenne den Tongue River, wo er auch Little
Wolf antraf. Hier hofften beide nun endlich eine bleibende Stätte zu finden.
Aber erst nach Protesten der weißen Bevölkerung gegen das unmenschliche
Vorgehen der Indianer, wurde in diesem Gebiet ein Reservat eingerichtet, wo Dull
Knife bis zu seinem Tode im Jahre 1883 seinen Lebensabend verbringen konnte.
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wurde
im Jahre 1840 in Süddakota geboren. Er war Kriegshäuptling der Hunkpapa-Sioux
und durch seine großen Erfolge als Krieger erwarb er sich Ansehen und Respekt
bei seinen Untertanen. Als jedoch der junge Sitting Bull vom Rat der Ältesten
zum Oberhäuptling gewählt wurde, fühlte Gall sich übergangen. Er war
ehrgeizig und herrschsüchtig, und hatte in keinem Moment daran gezweifelt, dass
er zum neuen Oberhäuptling gewählt würde. Sitting Bull begegnete ihm aber mit
Freundschaft und er brachte ihm Vertrauen entgegen, was seinen Ärger etwas besänftigte.
Dennoch ist bis heute nicht hundertprozentig klar, ob Sitting Bulls Freundschaft
von Gall erwidert wurde, oder ob Gall sein Schicksal zähneknirschend akzeptiert
hatte. Am 18. August 1862 nahm er in Minnesota an der Seite von Little Crow am
Aufstand der östlichen Sioux-Stämme teil. An diesem Tag wurden über 1000
Farmer Opfer der Gewalt. Beim Angriff auf Ford Ridgeley konnte der Aufstand von
General Henry Hastings Sibley dann aber blutig niedergeschlagen werden. Gall überlebte
die Niederlage und ging zu seinem Stamm zurück. Als die Weißen auf der Suche
nach Gold immer tiefer in das Gebiet der Black Hills eindrangen, setzte sich
Gall ihnen mit brutaler Gewalt entgegen. Am 25. Juni 1876 kämpfte er dann
zusammen mit Sitting Bull und Crazy Horse in der Schlacht am Little Big Horn.
Hier schlug er mit seinen 1500 Kriegern einen Teil der 7. Kompanie, der von
Major Reno angeführt wurde zurück und versperrte einem anderen Teil, der von
General Custer selbst befehligt wurde, den Weg. Custer versuchte daraufhin mit
seinen Männern auf die höchste Erhebung einer Hügelkette zu flüchten, wo er
aber von Crazy Horse und weiteren 1000 Kriegern schon erwartet wurde. Eine
solche Einkesselung bedeutete den sicheren Tod der Kompanie. Nach dieser
Schlacht flüchtete Gall dann mit Sitting Bull nach Kanada, kehrte aber vor ihm
wieder zurück, nachdem er ihn einen Feigling und Lügner genannt hatte. Am 1.
Januar 1881 ergab er sich der US-Armee und arrangierte sich sogar mit den Weißen.
Von 1889 an war er Richter am Gerichtshof für indianische Vergehen im Standing
Rock Reservat. Am 5. Dezember 1894 starb er unter bis heute noch ungeklärten
Umständen.
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wurde
im Jahre 1823 geboren. Sein Vater nannte ihn "Gokhlayeh" ("Einer,
der gähnt"), weil er als Kind immer ausgiebig gegähnt hatte. Da sich für
die Mexikaner das Wort "Gokhlayeh" schwer aussprechen ließ, bildeten
sie das Wort zu Geronimo um. 1858 wurden seine Mutter, seine Frau und seine drei
Kinder von mexikanischen Truppen des Militärgouverneus von Sonora, General Jose
Maria Carrasco, umgebracht. Von nun an schwörte Geronimo, der vormals ein guter
Vater und zärtlicher Ehemann war, Rache. Er unterstellte sich dem Häuptling
der Chiracuahuas-Apachen, namens Cochise. Mit seinen Indianern griff er als
erstes die Stadt Sonora an, und tötete in seiner Wut eine große Zahl von
Soldaten. Geronimo begab sich nun jedes Jahr nach Mexiko und kehrte jedes Mal
siegreich zu seinen Stamm zurück. Als der Oberhäuptling Cochise starb, übernahm
dessen ältester Sohn dieses Amt, und Geronimo wurde zum Kriegshäuptling gewählt.
1876 wurde er zum ersten Mal ins San-Carlos-Reservat eingewiesen. Doch im
Vergleich zu seiner alten Heimat, erwies sich das Reservat als eine öde und
trockene Gegend. Verständlich, dass es Geronimo dort nicht lange aushielt und
nach Mexiko verschwand. In den folgenden Jahren hielt er sich dann sowohl in
Mexiko, als auch im San-Carlos-Reservat auf. Als er im Jahre 1881 davon hörte,
dass er von den Amerikanern verhaftet werden sollte, floh er zunächst endgültig
mit 74 Anhängern nach Mexiko. Ca. ein Jahr später schloss er sich dem Kriegshäuptling
der Mimbreno, namens Nana an, und 1883 überredete General George Crook
Geronimo, wieder nach San Carlos zu kommen, was er 1884 auch tat. Da Geronimo
aber befürchtete, wieder verhaftet zu werden, ging er am 17. Mai 1885 abermals
nach Mexiko. Jetzt musste er sich ca. ein Jahr lang gegen 3000 Soldaten zu Wehr
setzten, und das mit 100 Frauen und Kindern, und nur 34 Kriegern. Als Geronimo
in der Sierra Madre aufgespürt wurde, willigte er in ein Treffen mit General
Crook ein, das am 25. März 1886 statt fand. Obwohl sich Crook und Geronimo
einig waren, verschwand er wieder - wahrscheinlich unter Alkoholeinfluss - mit
18 Frauen und Kinder, und 20 Kriegern nach Mexiko. General Neslon A. Miles, der
Crook ablöste, nahm am 12. April 1886 die Verfolgung auf. Auf Geronimo waren
nun 2000 Dollar Belohnung ausgesetzt. Inzwischen wurde seine Familie und andere
Chiracahua-Apachen nach Florida deportiert. Nachdem Geronimo zugesichert wurde,
dass er in Florida bei seiner Familie leben könne, ergab er sich am 4.
September 1886. Dort verbrachte er 3 Jahre im Gefängnis. Im Jahre 1894 wurde er
nach Fort Sill in Oklahoma ins Indianerterritorium gebracht, ohne das er zuvor
Kontakt zu seiner Familie hatte. Ca. 20 Jahre lebte er dort. In dieser Zeit präsentierte
man ihn als "Ausstellungsstück" bei der Parade von Präsident
Roosevelt und bei der Weltausstellung in St. Louis. Sein Wunsch, noch einmal in
seine Heimat zurückzukehren, bevor er stirbt, wurde nicht erfüllt. Geronimo
war der Indianer, der sich der US-Regierung am längsten widersetzte. Er starb
am 17. Februar 1909.
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(in der
Sioux-Sprache "Tshe-ton Wa-Ka-wa Ma-ni = Der Habicht, der im Gehen
jagt") wurde im Jahre 1803 als Sohn einer angesehenen Häuptlingsfamilie
geboren. Nachdem sein Vater bei einem Jagdunfall ums Leben kam, wurde er früh
zum Häuptling der Medwakanton-Dakota gewählt. Little Crow hatte acht Frauen,
die ihn zum Vater von zweiundzwanzig Kinder machten. Im Jahre 1851
unterzeichnete er den Vertrag von Mendota, durch den sich die Dakota
verpflichteten, einen großen Teil ihres Landes in Minnesota an die USA
abzutreten. Als Gegenleistung sollten sie Geld und Lebensmittel von der
US-Regierung erhalten. Daraufhin zogen Little Crow und sein Volk in ein Reservat
des südwestlichen Minnesota. Dort übernahmen sie die weißen
Lebensgewohnheiten, nahmen den christlichen Glauben an, und hielten Frieden mit
den Bleichgesichtern. Doch die Bezahlung blieb aus, da der nordamerikanische Bürgerkrieg
finanziert werden musste. Im Gegenteil, die Lebensmittel, die von weißen Händlern
zu überhöhten Preisen angeboten wurden, waren verdorben und mussten jetzt von
den Indianer selbst bezahlt werden. Nachdem die Indianer auch noch von den Weißen
verhöhnt wurden, indem sie ihnen zuriefen, "sie sollen doch Gras fressen,
wenn sie Hunger haben", stieg die Wut ins Unermessliche. In der Nacht vom
17. auf den 18. August des Jahres 1862 trafen sich alle östlichen Sioux-Stämme
aus Minnesota an den Ufern des Geistersees zusammen, um über Krieg und Frieden
zu verhandeln. Nachdem sich Little Crow dafür aussprach, das Kriegsbeil nicht
auszugraben, wurde er von anderen Häuptlingen niedergeschrieen und als Feigling
bezeichnet. So ließ er sich schließlich gegen seiner Überzeugung in den Krieg
gegen die Weißen drängen, und übernahm mit anderen Häuptlingen sogar die Führung
des sogenannten Minnesota-Aufstandes. Am Tage des 18. August fielen dann über
1000 Krieger über alle Weißen her, die sie aufstöbern konnten. Mehr als 1000
Farmer wurden an diesem Tag Opfer von Mord und Totschlag. Erst beim Angriff auf
Fort Ridgeley und auf die Stadt Neu-Ulm konnte der Aufstand durch General Henry
Hastings Sibley niedergeschlagen werden. Little Crow konnte daraufhin fliehen
und setzte sich nach Westen ab. Über 300 Indianer wurden jedoch im
Schnellverfahren zum Tode verurteilt, wobei aber nur 38 Todesurteile von Präsident
Lincoln anerkannt wurden. Nachdem Little Crow am Devils Lake überwintert hatte,
zog er in nördliche Richtung nach Kanada. Er hatte sich dazu entschlossen, sich
den Prärie-Sioux anzuschließen. Dazu brauchte er aber Pferde, die er am Abend
des 3. Juli 1863 in der Nähe der Siedlung Hutchinson von den Weißen rauben
wollte. Dabei wurde er aber von einem Farmer bei einem Schusswechsel tödlich
getroffen. Seine Rolle als Anführung des Minnesota-Aufstandes gefiel ihm von
Anfang an nicht. Dennoch ließ er sich in diese Rolle drängen, um nicht als
Feigling dazustehen.
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geboren
um 1795, war Häuptling der Mimbreno-Apachen. 1835 wurden er und seine
Stammesgenossen Opfer eines Überfalls, den der Pelzhändler James Johnson mit
seinem Kumpan Gleason beging. Hierbei nahmen sie die Indianer, die sich zu einer
Feier versammelt hatten, mit einer Haubitze unter Beschuss, um ihnen anschließend
ihre Skalpe zu nehmen, für die die mexikanische Regierung eine beachtliche
Kopfprämie ausgesetzt hatte. Im Gegensatz zum damaligen Stammeshäuptling Juan
Jose überlebte Mangas Coloradas das Massaker, und von da an begann ein 50-jähriger
Krieg der Apachen gegen die Mexikaner. Als der heutige US-Bundesstaat New Mexico
im Jahre 1846 von Mexiko an die USA viel, wollte er mit den neuen Herren
friedlich nebeneinander leben. Im amerikanisch-mexikanischem Krieg verbündete
er sich sogar mit dem US-General Kearny. Dabei konnte er die Mexikaner aus einer
Kupfermine, die sich auf Apachen-Gebiet in Santa Rita del Cobre befand,
vertreiben. Diese Mine, die Mangas Coloradas zu einer Festung ausgebaut hatte,
wurde jedoch im Jahre 1850 - zwei Jahre nach Ende des Krieges - von US-Truppen
besetzt. Neben dem Kupfer wurde dann auch noch Gold am Gila River gefunden, und
das Gebiet der Apachen wurde regelrecht von Goldsucher überschwemmt. Mangas
Coloradas Besorgnis über diesen Zustand veranlasste ihn im Jahre 1861 in die
Goldgräberstadt Pinos Altos zu reiten und mit den dort ansässigen Goldgräbern
zu verhandeln. Diese jedoch ergriffen ihn, peitschten ihn aus und jagten ihn in
die Wüste hinaus. Der so gedemütigte Häuptling sann daraufhin auf Rache. Er
verbündete sich 1862 mit seinem Schwiegersohn Cochise, dem Häuptling der
Chiricahua-Apachen und stellte mit ihm eine Streitmacht von 700 Kriegern auf.
Mit diesen Kriegern überfiel er dann am 14. Juli 1862 eine Kavallerie-Truppe
unter der Führung von Captain Thomas Roberts. Hier mussten die Indianer aber
eine herbe Niederlage hinnehmen, da die US-Truppe zwei Berghaubitzen mitführte,
mit dessen Hilfe der Angriff abgewehrt werden konnte. Mangas Coloradas selber
wurde in der Brust schwer verletzt. Diese Verletzung sollte aber nach dem Willen
Cochies nicht ein Medizinmann heilen, sondern ein berühmter mexikanischer
Wunderarzt, der in dem Dorf Janos lebte. So legte er seinen Schwiegervater in
eine Hängematte und ritt mit mehreren Kriegern zu diesem Dorf. Dort verlangte
er von dem Arzt ihn zu heilen, und befahl: "Mach ihn gesund. Wenn er
stirbt, wird diese Stadt sterben". Die Bevölkerung versammelte sich vor
dem Haus und betete für das Leben der Rothaut, die sie normalerweise lieber tot
sehen würde. Die Operation gelang, und die Indianer verließen die Stadt
wieder, ohne auch nur einem Bewohner ein Haar gekrümmt zu haben. Am 18. Januar
1863 beging Mangas Coloradas dann einen folgenschweren Fehler. Entgegen dem Rat
seiner besorgten Krieger, wagte er sich noch einmal in die Goldgräberstadt
Pinos Altos, in der er zwei Jahre zuvor so gedemütigt wurde. Er wollte noch vor
seinem Tod unbedingt für alle Apachen Frieden schließen. Aber diesmal war es
noch schlimmer. Er wurde von General Joseph West festgenommen, der Plünderung
angeklagt und eingesperrt. In der Nacht wurde er dann von den Wachen misshandelt
und mit ein paar Schüssen aus einem Revolver ermordet. Offiziell wurde dann
behauptet, er sei auf der Flucht erschossen worden. Mangas Coloradas war ein überragender
Häuptling, der bis zuletzt an das Gute im Menschen geglaubt hatte, der aber wie
Black Kettle - Häuptling der Cheyenne - immer wieder enttäuscht wurde. Quanah
Parker oder indianisch Kwaina, wurde um 1847 als Sohn einer weißen Frau namens
Cynthia Ann Parker geboren. Diese wurde im Jahre 1836 von seinem Vater Pea
Nocona, dem Häuptling der Nokoni-Comanchen, im Alter von neuen Jahren
verschleppt. Das junge Mädchen gewöhnte sich schnell an die Lebensweise der
Indianer, und im Alter von 19 Jahren heiratete sie Pea Nocona. Quanah war also
ein Halbblut. Als am 17. Dezember das Dorf, in dem Quanah lebte, von dem Texas
Ranger Captain L. S. Ross und seinen Männern angegriffen wurde, kam sein Vater
dabei ums Leben, und seine Mutter wurde gefangen genommen. Sie musste fortan mit
ihrer kleinen Tochter Prairie Flower bei ihrem Onkel Isaak Parker leben. Als
Prairie Flower im Jahre 1864 erkrankte und starb, nahm sich ihre Mutter das
Leben, indem sie sich zu Tode hungerte. Quanah selbst konnte bei dem Überfall
fliehen. Er versuchte noch, mit allen ihm zu Verfügung stehenden Mitteln, den
Aufenthaltsort seiner Mutter und seiner Schwester ausfindig zu machen, was ihm
aber nicht gelang. Daraufhin verließ er die Nokoni und schloss sich den Kwahadi
an, einen mächtigen Stamm in Llano Estacado, der zahlreiche Beutezüge in
Mexiko und Texas unternahm. Hier wurde er schon bald aufgrund seiner
hervorragenden kriegerischen Fähigkeiten zum Häuptling gewählt. Quanah und
seine Krieger ließen sich nicht einschüchtern, obwohl der Kommandeur des 4.
Kavallerie-Regiment, Colonel Ranald Slidell Mackenzei, sie immer wieder in
Gefechte verwickelte. Im Frühjahr 1874 entdeckte Quanah eine große Anzahl von
verwesten Büffel, die von weißen Büffeljägern getötet wurden. Am 27. Juni
1874 beteiligte er sich daraufhin zusammen mit Lone Wolf und Satanta an der
Schlacht von Adobe Walls, einem Zentrallager der Büffeljäger, in der er
zusammen mit über 700 Kiowa, Cheyenne, Arapaho und Comanchen 29 Büffeljäger
angriff, die sich aber dank moderner Sharps-Feuerwaffen erfolgreich verteidigt.
Jetzt wurde es immer schwieriger den strengen Winter zu überleben. Als dann
noch Quanahs Lager von Colonel Mackenzie im Palo Duro Canon entdeckt und
angegriffen wurde, und dabei sämtliche Zelte, Vorräte und Pferde vernichtet
wurden - die Indianer selber konnten zum größten Teil entkommen - kapitulierte
Quanah Parker am 2. Juni 1875, und zog mit seinem Volk in das Reservat bei Fort
Sill nach Oklahoma. Hier passte er sich sehr schnell an die weißen
Lebensgewohnheiten an. Seinen Anhängern empfahl er, sich ebenfalls anzupassen,
dabei aber die alten indianischen Traditionen nicht zu vergessen. Quanah Parker
wurde ein erfolgreicher Geschäftsmann, außerdem Richter im Reservat (1886),
Deputy Sheriff von Lawton (1902) und Vorsitzender des lokalen Schuldistrikts
(1908). Später wurde sogar eine Stadt nach ihm benannt. In seinem Leben hatte
er insgesamt 8 Frauen, davon fünf gleichzeitig. Außerdem war er Vater von 25
Kindern. Am 22 Februar 1911 starb Quanah Parker an den Folgern einer Lungenentzündung.
Er war der wohlhabendste Indianer Amerikas. Trotz seiner Weltoffenheit,
insbesondere in Bezug auf den christlichen Glauben, - einer seiner Kinder schlug
sogar die Laufbahn eines Pfarrers ein - besann er sich auf die Tradition seines
Stammes und rief einen Medizinmann an sein Sterbebett.
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(Regengesicht)
oder Ite o Magazu in der Sioux-Sprache, wurde 1835 als Sohn des Medizinmannes
Wambli-luta (Roter Adler) am Cheyenne River in Nord-Dakota geboren. Einst hatte
man ihm bei einem Messerkampf ins Gesicht geschnitten, wobei das Blut seine
Kriegsbemalung verwischte. Daher bekam er den Namen Rain in the face. Schon mit
zwanzig Jahren wurde er zum Kriegshäuptling der Hunkpapa-Krieger gewählt. Er
nahm an zahlreichen Gefechten gegen die US-Armee teil. So auch am 21. Dezember
1866, als er mit Red Cloud und Crazy Horse eine Abteilung der US-Armee unter der
Führung von William Fettermann in eine Falle lockte und diese bis auf den
letzten Mann vernichtete. Als die Weißen auf der Suche nach Gold immer tiefer
in das Gebiet der Black Hills eindrangen, setzte er sich ihnen gemeinsam mit
Gall entgegen. Im Jahre 1874 wurde er auf der Standing-Rock-Agentur von Captain
Tom Custer gefangen genommen und im Fort Abraham Lincoln eingesperrt. Custer
behandelte seinen Gefangenen nicht besonders gut, er soll ihn sogar mit einer
Reitpeitsche misshandelt haben. Rain in the face schwor daraufhin Rache, und
einige Zeit später konnte er dann auch mit Hilfe von Sitting Bull aus seinem
Verließ fliehen. Am 25. Juni 1876 kämpfte er zusammen mit Sitting Bull und
Crazy Horse in der Schlacht am Little Big Horn. Hier konnte er nun seine blutige
Rache nehmen, indem er Captain Tom Custer bei diesem Gefecht erschlug. Lange
Zeit galt er auch als der Krieger, der den Bruder von Tom Custer, General G.
Armstrong Custer, getötet haben soll. Im Jahre 1877 setzte er sich dann
zusammen mit Sitting Bull nach Kanada ab, kehrte aber im September 1880 in die
USA zurück, wo er sich dem General Nelson A. Miles ergab. Rain in the face
starb am 12. September 1905.
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(indianisch
Machpiyaluta), Häuptling der Oglala-Sioux, wurde im Jahre 1822 am Platte River
im heutigen Nebraska geboren. Bekannt wurde Red Cloud hauptsächlich durch den
von ihm organisierten Widerstand gegen die im Indianerland errichteten Forts. Im
Jahre 1864 versuchte die US-Regierung zunächst auf friedlichem Wege die
Indianer zur Aufgabe ihres Landes, dem Powder-River-Land, zu bewegen. Eine
Abordnung, die zu den Dakota geschickt wurde, versprach ihnen Waffen und
Munition, sowie landwirtschaftlichen Geräte und Saatgut. Im Gegenzug gaben die
Indianer der Regierung die Einwilligung zum Bau einer Eisenbahn in ihrem Gebiet.
Obwohl die Eisenbahn jetzt planmäßig gebaut werden konnte, erfüllte die
Regierung die vertraglich zugesicherten Gegenleistungen nicht. Daraufhin
erfolgten hartnäckige Überfälle der Indianer auf die in diesem Gebiet
stationierten US-Truppen. Durch die militärischen Erfolge der Indianer sah sich
die Regierung gezwungen, nochmals eine Delegation zu den Dakota zu schicken, um
weitere Zugeständnisse zu erhalten. Durch Bestechung und Erpressung gelang es
der Abordnung dann tatsächlich, einige unbedeutende Häuptlinge dazu zu
bewegen, ihre Ländereien zu verkaufen, und sogar Straßen, Wege und militärische
Befestigungen sollten in den Gebieten gebaut werden dürfen, die den Indianern
noch blieben. Da das Land aber Eigentum aller Indianer war, konnten einzelne Häuptlinge
aber gar keine Ländereien rechtmäßig verkaufen. Die Verträge waren also ungültig,
was der US-Regierung durchaus bewusst war. Da die angesehenen Häuptlinge die
Verträge ablehnten, machte sich im Juni 1866 eine Indianerdelegation unter der
Führung von Red Cloud auf den Weg nach Fort Laramie, um neu zu verhandeln.
Wiederum versprach die Regierungskommission Waffen und Munition für den Bau von
Überlandstraßen und Eisenbahnlinien. Als aber plötzlich mitten in der
Verhandlung die Truppen von Colonel Henry Carrington an den Häuptlingen vorbei
marschierten und der Colonel erklärte, er sei auf dem Weg ins Powder-River-Land,
um dort neue Forts zum Schutz der Bozeman Trail zu errichten, wurde die
Verhandlung sofort abgebrochen. Red Cloud war sehr wütend und sagte: "Der
Große Vater schickt uns Geschenke und verlangt neue Straßen. Aber der weiße Häuptling
stiehlt mit seinen Soldaten die Straße, bevor die Indianer ja oder nein
sagen!". Jetzt forderten sie die Räumung von Ford Laramie, sowie der Militärstützpunkte
aus ihrem Gebiet. Obwohl Red Cloud in der Folgezeit damit drohte alle Soldaten
in diesem Gebiet zu töten, wurde von Colonel Carrington mitten im Indianerland
drei neue Forts errichtete, und zwar Fort Phil Kearny, Ford C. F. Schmith und
Fort Reno. Von nun an verstärkten die Indianer den Widerstand gegen den weißen
Mann. Immer mehr Krieger schlossen sich den verbündeten Indianern an.
Insbesondere die drei Forts entlang der Bozeman Trail wurden immer härter
attackiert. Eines der bekanntesten Kämpfe wird als das Fetterman-Massaker
bezeichnet. Am 21. Dezember 1866 vernichtete Crazy Horse mit seinen Stammesbrüdern
unter der Führung von Red Cloud den größten Teil der Besatzungstruppen von
Fort Phil Kearny unter dem Kommando von Captain Fetterman, der zur Verstärkung
Colonel Carrington im Fort eingetroffen war. Fetterman war ein Indianerhasser
und prahlte oft damit, dass er mit 80 Mann durch die gesamte Sioux-Nation reiten
könne. An diesem Tag wurde ein Trupp Soldaten vor das Fort geschickt, um Holz
zu holen. Dabei wurden sie von den Indianern, die das Fort belagerten,
angegriffen und eingekesselt. Als Fettermann mit seiner Truppe den Soldaten zu
Hilfe kam, viel er auf einen alten Lockvogel-Trick der Indianer herein, denn
entgegen dem strikten Befehl, die Indianer nicht zu verfolgen, tat er es doch,
und in einem Tal schnappte die Falle zu. 81 Soldaten starben daraufhin in einem
Hagel von 40000 Pfeilen. Als Reaktion auf das am 29. November 1864 durch
amerikanische Truppen verübte Sand-Cree-Massaker, verstümmelten die Indianer
anschließend die Leichen, weshalb das Gefecht auch als Massaker bezeichnet
wurde. Ein weiteres bekanntes Gefecht fand am 2. August 1867 statt. Hier
widerfuhr dem Häuptling Red Cloud jedoch eine erbitterte Niederlage, als die
Indianer eine Holzfällertruppe angriffen, die sich hinter einer Wagenburg
verschanzt hatte. Obwohl die Indianer in der Überzahl waren, wurden sie von den
Gewehrkugeln niedergemäht. Das war möglich, weil die Holzfäller zur damaligen
Zeit moderne Mehrladergewehre hatten, sogenannte Springfield-Allen-Gewehre, mit
denen eine schnellere Schussfolge möglich war. Trotz dieser Niederlage, hatte
die US-Regierung kein Interesse mehr an einem kostspieligen Indianerkrieg. Die
Soldaten hatten die Aufgabe, den Bozeman Trail zu schützen, was ihnen aber
nicht gelang, da sie sich vor den ständigen Angriffen der Indianer selber
verteidigen mussten. Nachdem im August 1868 die US-Truppen die befestigen
Stellungen verließen, setzten die Indianer die verhassten Wahrzeichen der Weißen
in Brand. Am 6. November 1868 erschien Red Cloud in Fort Laramie und
unterzeichnete einen für ihn zufriedenstellenden Friedensvertrag, nachdem
dieser schon zuvor von anderen einflussreichen Häuptlingen unterschrieben
wurde. Dann war für ihn die Zeit gekommen, sich nicht mehr an das
Kriegsgeschehen zu beteiligen. Dennoch war Red Clouds Beziehung zur US-Regierung
gespannt. Außerdem war abzusehen, dass die Regierung die Verträge wieder
brechen würden. Es sollten Reservate eingerichtet werden, in denen die Sioux
weit ab von ihrem Jagdrevier leben sollten. Jetzt griff Red Cloud auf
diplomatische Mittel zurück. Er zog von einer Großstadt zur anderen und klärte
die Bevölkerung in Vorträgen und mit flammenden Reden über die Belange seines
Volkes auf. Am 6. Juni 1870 wurde er sogar vom US-Präsidenten Ulysses S. Grant
empfangen, dem er ohne zu zögern erklärte:
"Der Große Weiße Vater mag zur Kenntnis nehmen, dass alles Gerede
über Krieg und Frieden sinnlos ist, solange man uns nicht das Recht zugesteht,
zu leben, wie wir es wollen. Nachdem die Weißen alle Friedensverträge stets
gebrochen haben, die sie mit uns schlossen, kann man nicht von uns erwarten,
dass wir denen , die mit gespaltenen Zungen reden, noch ein Wort glauben. Wir
glauben nur noch an Taten". Red Cloud war ein überzeugter Redner, so überzeugend,
dass sogar die Presse für die Indianer Partei ergriff. So schrieb The New York
Times : Wir würden in den Kongressberichten im Globe von einem ganzen Monat
umsonst nach einer Rede suchen, die so interessant war wie diejenige, die Red
Cloud gestern beim Indian Council vortrug. Diese klare Vorstellung dieses
Wilden, dessen, was er als seine Rechte darstellt, und dessen, was er als
Unrecht betrachtet, zeigt deutlich die Notwendigkeit, auf aufrichtige und verständliche
Art mit den Führern der eingeborenen "Nationen" zu verhandeln. Der
Versuch, die Indianer zu beschwatzen und zu betrügen, als hätten sie keinerlei
Intelligenz, muss aufhören, ebenso wie die Politik, sie wie wilde Tiere zu
jagen. Bei der Begegnung mit dem Präsidenten wurde den Häuptlingen aber dann
vom Innenminister eröffnet, dass sie ihr Volk in den Agenturen der neuen
Reservate führen sollten, was Red Cloud aber wütend zurückwies. Er und die
anderen Häuptlinge wollten sofort in ihre Heimat zurückkehren, wurden statt
dessen aber zunächst nach New York geschickt, in der Hoffnung, dass sie von der
riesigen Stadt und deren Pracht beeindruckt sein würden, was sie aber nicht
waren. Red Cloud führte hier ebenfalls eine überzeugende Rede, die großes
Aufsehen erregte. Unter dem Druck der Öffentlichkeit gab die Regierung schließlich
nach und schloss einige Kompromisse mit Red Cloud. So wurde 1871 u. a. für ihn
und sein Volk 50 Kilometer von Fort Laramie entfernt eine eigene Agentur
eingerichtet, die Red-Cloud-Agentur. Aber nicht alle Oglala folgten ihm in die
neue Agentur. Einige misstrauten ihm und warfen ihm vor, sich den Weißen
verkauft zu haben. Sie schlossen sich Sitting Bull und Crazy Horse an, der nach
der Niederlage beim Wagenburg-Gefecht schon längst eine andere Auffassung der
Kriegsführung hatte. Und tatsächlich war Red Cloud mittlerweile davon überzeugt,
dass sein Volk nicht mehr gewinnen konnte. Red Cloud galt dennoch als der fähigste
militärische und politische Führer der Indianer. Er war ein außergewöhnlicher
Diplomat und großer Patriot. Red Cloud starb am 10. Dezember 1909 im hohen
Alter von 87 Jahren im Pine-Ridge-Reservat in Süd-Dakota.
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oder
auch Woquini wurde um 1850 geboren und war ein bekannter Krieger der südlichen
Cheyenne. Als erbittertster Gegner der Weißen verließ er seine Heimat zwischen
dem Smoky Hill und dem Republican River, und zog nach Norden ins
Powder-River-Land. Dort schloss er sich dem Häuptling Red Cloud an, und
beteiligte sich an verschiedene Kämpfe im "Red Cloud Krieg". So überfiel
er beispielsweise im Juli 1865 eine Wagenkolonne am North Platte River und
vernichtete den Begleitschutz bis auf den letzten Mann. Später zog es ihn
jedoch wieder in seine Heimat zum Smoky Hill. Da am 14. April 1867 das Lager von
Roman Nose von der US-Armee angegriffen wurde, weigerte er sich am 21. Oktober
1867 den Vertrag von Medicine Lodge Creek zu unterzeichnen. Am 17. September
1868 stand Roman Nose mit seinen Kriegern auf einen Hügel am Arikaree River,
und beobachtete von dort aus einen Trupp Soldaten unter der Führung von Oberst
G. A. Forsyth. Diese hatten nach einem zuvor geführten Gefecht mit Roman Nose
auf eine Sandinsel im Fluss Schutz gesucht, wobei sie die getöteten Pferde als
Deckung benutzten. Als die indianischen Krieger dann zum Angriff übergingen,
konnten sich die Soldaten dank der damals modernen Spencer-Repetiergewehre
erfolgreich verteidigen. Roman Nose wurde dabei so schwer verwundet, dass er
noch in der selben Nacht an seinen Verletzungen verstarb.
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auch
Sitting Bear genannt, wurde um 1810 geboren. Schon früh wurde er zum Häuptling
der Kiowa gewählt. Im Jahre 1840 spielte er bei den Friedensverhandlungen
zwischen den Comanchen, den Kiowas, den Kiowa-Apachen, den Cheyenne und den
Arapahoes eine bedeutende Rolle. Hier wurde der "Große Frieden"
zwischen den südlichen und nördlichen Stämmen beschlossen, um den Widerstand
gegen den weißen Mann, der immer tiefer in das Land vorstieß, zu erhöhen.
Dieser Widerstand vermochte aber nicht die Besetzung des Landes zu verhindern.
Deshalb unterzeichnete Satank zusammen mit anderen großen Häuptlinge am 21.
Oktober 1867 den Vertrag von Medicine Lodge Creek, den die Weißen aber schon
bald brachen. Als sein Sohn 1870 getötet wurde, beteiligte sich Satank 1871
zusammen mit Satanta an mehrere Überfälle. Daraufhin wurden beide verhaftet
und unter Mordanklage gestellt. Während des Transportes ins Gefängnis nach
Texas, konnte Satank sich befreien, und stach dabei einen seiner Bewacher
nieder. Bei der Flucht wurde er jedoch im Kugelhagel tödlich getroffen.
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oder
White Bear, um 1830 geboren, war ein bedeutender Kriegshäuptling der Kiowa. Er
war ein hünenhafter und energiegeladener Mann, und stets heiter und gesellig.
Satanta hatte einen kleinen "Rot-Tick". Bei wichtigen Anlässen, bei
Verhandlungen oder im Gefecht, bemalte er seinen ganzen Körper mit roter Farbe.
Auch sein Tipi hatte er rot angestrichen. Obwohl Satanta sich stets bemühte mit
den Weißen auszukommen, schreckte er nicht davor zurück, gegen sie zu kämpfen.
Bei den Friedensgesprächen von Medicine-Lodge-Creek am 21. Oktober 1867
beeindruckte er durch seine Rede- gewandtheit die Friedenskommissare so sehr,
dass man ihm den Titel "Redner der Plains" übertrug. Dennoch
unterzeichnete er den ihm dort vorgelegten Vertrag, der aber schon bald von den
Weißen wieder gebrochen wurde. Aus diesem Grund verließ er schon bald das ihm
zugewiesene Reservat. Am 17. Mai 1871 überfielen er und seine Krieger dann am
Butterfield Trail zwischen den Forts Richardson und Belknap einen Vorratszug von
zehn Wagen. Dabei töteten sie alle Männer und raubten ihnen alle Ausrüstungsgegenstände,
wie Zelte, Gewehre und Maultiere. Zuvor durchritten eine Kolonne Soldaten unter
der Führung von General William Sherman dieses Gebiet. Obwohl Satanta auch
diese Kolonne hätte angreifen können, tat er es nicht, da ihm sein Medizinmann
aufgrund einer Vision davon abriet. Als bekannt wurde, dass Satanta für diesen
Überfall verantwortlich war, ließ General Sherman ihn kurzerhand verhaften. Er
wurde ins Staatsgefängnis von Huntsville gebracht, jedoch im Jahre 1873 wieder
freigelassen. Am 27. Juni 1874 beteiligte er sich dann an der Schlacht bei Adobe
Walls, in der er zusammen mit über 700 Comanchen, Kiowa, Cheyenne und Arapaho
29 Büffeljäger angriff, die sich aber dank moderner Feuerwaffen erfolgreich
verteidigen konnten. Daraufhin wurde Satanta ein zweites mal eingesperrt. Am 11.
Oktober 1878 beging er durch einen Sprung von einem oberen Stockwerk des Gefängnishospitals
Selbstmord.
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sein
indianischer Name war Tatanka Yotanka, wurde irgendwann im Jahre 1831 am Grand
River in South Dakota geboren. Warum er diesen Namen trug, ist nicht ganz klar.
Die direkte Übersetzung "sitzender Büffel" soll jedoch falsch sein.
So soll die richtige Übersetzung aussagen "Ein Büffel, der ständig unter
uns weilt". Andererseits gibt es eine Geschichte, nach der er - sein
damaliger Name war Hakada - im Alter von 10 Jahren zusammen mit seinem Onkel
Wambli-luta und seinem Vetter Ite-o-Magazu auf der Jagd nach einem Büffel war.
Als dieser plötzlich auf seinen Vetter zurannte, stieß Hakada, ihm seine Lanze
in die Seite. Dann knickten die Hinterbeine des Büffels ein, und das Tier saß
daraufhin in einer eigenartig sitzenden Stellung, in der es auch verendete. In
Erinnerung an diesen sitzenden Büffel den Hakada erlegt hatte, sollte er nun
Tatanka Yotanka (Sitting Bull) heißen. Als der Vater von Sitting Bull starb,
wurde er von seinem Onkel Wambli-luta aufgezogen. Dieser lehrte ihm die Kunst
des Kampfes, der Medizin und die Deutung von Visionen. Aber es dauerte nicht
lange, da starb auch Wambli-luta an einem Herzschlag. Nun musste Sitting Bull
als Jugendlicher die Aufgabe des Medizinmannes übernehmen. Sechs Jahre später
wurde er zum Häuptling der Hunkpapa-Sioux gewählt. Zwischen den Jahren 1869
und 1876 führte Sitting Bull Krieg gegen den weißen Feind. Als 1872 in den
Black Hills im Sioux-Gebiet Goldvorkommen entdeckt wurden, und das Land von
Goldgräbern überflutet wurde, organisierte er den indianischen Widerstand.
Nachdem die Regierung zunächst versucht hatte, den Indianern das Land
abzukaufen, wurden am 9. Dezember 1875 alle außerhalb des Reservats lebenden
Indianer aufgefordert, sich bis zum 31. Januar 1876 bei den Agenturen
einzufinden, um sich dort ihre Reservate zuweisen zu lassen. Daraufhin gründete
Sitting Bull eine Allianz von verschiedenen Indianerstämmen. Im Juni 1876
versammelten sich die Hunkpapas, Teton-Sioux, Arapahoes und Cheyenne im Rosebud
Tal zu einem Sonnentanz. Hier entstand die stärkste Kriegsmacht, die jemals
unter der Führung eines Häuptlings vereinigt wurde. Und am 25. Juni 1876 kam
es dann zur bekanntesten Schlacht zwischen den Indianern und der US-Armee: Die
Schlacht am Little Big Horn, bei der die US-Armee unter der Führung von General
Custer eine erbitterte Niederlage hinnehmen musste. Anschließend zerstreuten
sich die einzelnen Indianerstämme in alle Winde. Sitting Bull floh am 22. April
1877 nach Kanada, nachdem er einen für die Armee bestimmten Verpflegungs- und
Munitionszug ausgeraubt hatte. Erst vier Jahre später, am 20. Juli 1881, kam
er, nachdem die USA eine Amnestie angekündigt hatte, in seine Heimat zurück
und ergab sich in Fort Buford. In Fort Randall saß er nun für zwei Jahre im
Gefängnis. Anschließend war er dann für weitere zwei Jahre die
Hauptattraktion in Buffalo Bills Wild-West-Show. Danach lebte er im Standing
Rock Reservat. Hier beteiligte er sich an der Geistertanzbewegung, da er sich
mit der Niederlage und Demütigung nicht abfinden konnte. Bei dieser Bewegung
handelt es sich um eine Zeremonie, die im Jahre 1889 im westlichen Nevada
entfacht wurde, und sich wie ein Lauffeuer unter den Reservaten verbreitete.
Jede Nacht erdröhnten die Trommeln und die Indianer tanzten sich nach einem
gleichmäßigen Rhythmus in Trance. Die Amerikaner sahen dies als politischen
und religiösen Protest an und befürchteten einen neuen Aufstand. Als Sitting
Bull aufgefordert wurde, den Geistertanz im Standing Rock Reservat zu verbieten,
machte er sich über die übertriebene Sorge der Weißen nur lustig. Das bestärkte
diese aber in der Annahme, dass Sitting Bull der Kopf der Bewegung sei. Als
dieser daraufhin verhaftet werden sollte, wurde er am 15. Dezember 1890 von dem
Indianer-Sergeant Red Tomahawk in einem Handgemenge erschossen.
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wurde
im Jahre 1768 im Dorf Old Piqua am Mad River geboren. Als junger Mann beteiligte
er sich an einer Schlacht gegen 1400 Soldaten, die unter der Führung von
General Arthur St. Clair in das Ohio-Tal vorgedrungen waren. Der damalige Häuptling
Little Turtle zeigte ihm, wie man mit einer Allianz, bestehend aus verschiedenen
Stämmen, auch eine solche Macht wie die US-Armee besiegen kann. Neunhundert
US-Soldaten mussten bei dieser Schlacht ihr Leben lassen. Seit diesem Tag war
Tecumseh davon überzeugt, das man den weißen Eindringlingen nur durch die
Vereinigung mehrerer Stämme entgegentreten kann. Nachdem Tecumseh zum Häuptling
seinen Stammes aufgestiegen war, begannen seine Bemühungen um ein Bündnis möglichst
vieler Indianerstämme gegen die Weißen. Sein Ziel war es, gegen die weiße
Union einen "Indianische Union" zu schaffen. Sieben Jahre lang
durchreiste er das Gebiet zwischen der kanadischen Grenze und dem Golf von
Mexiko. Er traf sich mit unzähligen Indianerstämmen, um diese für seinen Plan
zu gewinnen. So gelang ihm z. B. die Vereinigung der Shawnee, Miami, Delawaren
Chippewas und Potawatomis. Als er aber im Frühjahr des Jahres 1811 auch die Stämme
des Südosten (Cherokee, Chickasaws, Choctaws, Creek und Seminolen) von seinem
Plan überzeugen wollte, scheiterte er an dem Einspruch von Pushmatahas, dem Häuptling
der Choctaws und Chickasaws, da sich dieser gegen eine gewalttätige
Auseinandersetzung mit den Weißen aussprach. Als wenn das Übel dieser Absage
nicht schon groß genug gewesen wäre, gab es während seiner Abwesenheit ein
weiteres negatives Ereignis in seinem Heimatland. Tecumseh hatte seinen
Zwillingsbruder Tenskwatawa als Stellvertreter zurückgelassen. Tenskwatawa war
ein Medizinmann und Prophet, der zwar von Teumsehs Plan überzeugt war, dessen
Verwirklichung aber nach seinen Ansicht nur durch Zauber und einer übernatürlichen
Macht möglich sein würde.
Als nun am 7. November 1811 die amerikanische Armee unter der Führung von General Jusiah Harrison in Tecumsehs Heimat eindrang, führte Tenskwatawa einen Teil von Tecumsehs Streitmacht viel zu früh und unvorbereitete in die Schlacht, und das gegen der strickten Anweisung seinen Bruders. Er war davon überzeugt, das eine höhere Macht für den Sieg der Indianer sorgen würde. Und so kam, was kommen musste. General Harrison schlug die indianische Streitmacht auf der ganzen Linie, vernichtete anschließend das gesamte Waffenarsenal, und legte die Hauptstadt Teppecanoe in Schutt und Asche. Nach dieser Niederlage lösten sich viele Stämme von dem Bündnis, und die Arbeit von mehreren Jahren war durch die unverantwortliche Tat seines fanatischen Bruders umsonst gewesen. Tecumseh floh daraufhin nach Kanada, und kämpfte dort im englisch-amerikanischen Krieg auf der Seite der Engländer. Hier wurde er wegen seiner taktischen Fähigkeiten zum Brigadegeneral befördert. Am 5. Oktober 1813 ging er in sein letztes Gefecht, bei dem er auf dem Schlachtfeld als einfacher indianischer Krieger fiel. Tecumseh war der einzige Häuptling in der indianischen Geschichte, dem es gelang, so viele Indianerstämme zu vereinigen. Hätte sein Bruder nicht so unverantwortlich gehandelt, und hätten sich die Indianerstämme des Südosten an dem Bündnis beteiligt, wäre die amerikanische Geschichte vielleicht ganz anders abgelaufen.
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