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M N O P Q R S T U V W X-Z

 

Einige Begriffe rund um die Indianer werden hier erklärt

 

Begriffe A

Erläuterung

Anorak

Oberbekleidungsstück der Inuit (Eskimo). Bezeichnung stammt aus ihrem Dialekt. Eine Jacke aus Fell, meistens Karibu, welche an den Seiten zusammengenäht war, mit großen Kapuzen, in denen die kleinen Kinder getragen wurden. So wie der Name wurde auch das Kleidungsstück für Europa übernommen. Es ist heute eine aus wasser- und windsicherem Material hergestellte Wintersportjacke, die mit wärmedämmendem Material auf der Innenseite gefüttert ist.

American Horse

(Geb. 1830) American Horse machte an der Seite von Red Cloud, Crazy Horse und Sitting Bull den gesamten Sioux-Krieg mit. Bei Slim Buttes in Süd-Dakota griff am 29.9.1876 eine Vorausabteilung unter Captain Anton Mills das Zeltdorf des Oglala-Häuptlings an. Sein Unterleib wurde dabei von einer Schrotladung aufgerissen. Der Häuptling setzte sich vor ein Feuer und breitete eine Decke über seinen zerfetzten Unterleib. Bald verlor er das Bewusstsein und starb.

Apache Apachen

Vor undenklicher Zeit, lange bevor die Spanier die Neue Welt erkundeten, verliess eine mächtige Abteilung aus der noch heute in Alaska ansässigen Sprachfamilie der Athapasken den hohen Norden und driftete durch Kanada nach Süden. Die äusserst kriegerischen Indianer fielen über die friedfertige Pueblo-Kultur her, von der sie den Anbau von Mais, Kürbis und Bohnen lernten. Das Pueblo Volk bezeichnete die athapaskischen Eroberer als "apachu" oder "Feinde", woraus die Spanier "Apaches" machten. Die Apachen waren die ausdauerndsten Läufer und Marschierer, die die Menschheit jemals hervorbrachte. Schon in frühester Jugend lernten Apachen-Knaben, mit einem Mund voll Wasser und ohne dabei einen Tropfen zu verschlucken, 20 bis 30 Kilometer im Dauerlauf zurückzulegen. 300 Jahre lang behaupteten die Apachen ihre "Wüstenfestung" gegen Spanier, Mexikaner, Texaner und Yankees. Nachdem die USA 1848 im Kurzkrieg gegen Mexico die Oberhand behalten hatten, wurden New Mexico und Arizona der Union angeschlossen, womit die Amerikaner auch die in diesen beiden Staaten ansässigen Apachen erbten. So lange die Armee die alte Grenzerfahrung, wonach "Apachen nur von Apachen aufzuspüren" sind ausser acht liessen, spielten dieselben Katz und Maus mit der Armee. Als aber die US-Kavallerie Apachen-Scouts als Späher anwarb und mit deren Geländekenntnisse Jagd auf die aufsässigen Häuptlinge machte, zerschlugen diese abtrünnigen Indianer den Widerstand ihres eigenen Volkes.

Assiniboin

Dieses Reitervolk splitterte sich vor Jahrhunderten von den Yanktonai-Sioux in Minnesota ab und zog in die Prärien von Kanada und Montana. Der Name leitete sich aus dem Vokabular der Chippewas ab, wo das Wort "Assi-nibo-in" so viel wie "einer, der auf Steinen kocht" bedeutete.

AIM 

(American Indian Movement)

 

Die AIM wurde 1968 geboren. Ihre Väter waren in der Hauptsache Ojibways, Männer, die in den Gefängnissen von Minnesota absassen. Ihre ersten Schritte machte sie als sie sich in den Slums von St. Paul um indianische Ghetto-Probleme kümmerte. Es war eine Indianerin, die der Bewegung den Namen gab. Zuerst nannten sie sich Concerned Indian Americans, bis jemand herausfand, dass die Anfangsbuchstaben CIA ergab. Das klang nicht sehr gut... Der Name ist auch ein Wortspiel. Das englische Verb "to aim" bedeutet "trachten nach, streben, abzielen auf". Das Substantiv "aim" steht für "Ziel, Vorhaben, Richtung". Die Initialen AIM sind also immer auch in dieser Bedeutung mitzuverstehen.

Akicita

Gesellschaftliche "Verbände" bei den meisten Plains- und Präriestämmen, die eine Art Polizeifunktion hatten. Manchmal waren es Kriegergesellschaften, die fortwährend diese Funktion innehatten, manchmal wechselten sich die Kriegerbünde ab, allerdings bestand nicht immer ein Zusammenhang zwischen Akicitas und Kriegerbünden bzw. -gesellschaften. Die Aufgaben der Akicitas reichten von der Organisation der Büffeljagden über den reibungslosen Ablauf bei der Wanderung zu neuen Lagern oder manchmal die Ahndung von Straftaten bis hin zur Durchsetzung der Beschlüsse des "Stammesrates". Obwohl die Akicitas über bestimmte Vollmachten verfügten, waren sie keine Institution, um die Machtbefugnisse einiger weniger durchzusetzen.

 

 

Begriffe B

 

Bemalung

Rot war die Kriegsbemalung

Weiss die Farbe der Trauer

Schwarz die Farbe der Freude

Big Foot

Sitanka. Häuptling der Miniconjou-Lakota, um 1825 - 29. Dezember 1890. Weniger seiner Kriegserfolge berühmt, als vielmehr aufgrund seines diplomatischen Geschicks. Häuptlinge verschiedener Abteilungen der Teton suchtem bei ihm Rat. Seit 1986 wird jährlich in Erinnerung an das Wounded-Knee-Massaker von den Indianern ein Big-Foot-Gedenkritt durchgeführt.

Er starb beim schrecklichen Massaker vom 29. Dezember 1890 am Woundet Knee Creek

Blackfeet

Eines der mächtigsten Völker der nördlichen Plains. Im Grunde ein Bund von drei Stämmen. Nämlich den Piegans, den Blackfeet und den Bloods. In der ursprünglichen Sprache heissen sie Siksikaw. Ihr Name kommt wohl daher, weil sie ihre Mokassins schwarz färbten.

Büffel

Die Bezeichnung ist falsch. Richtige Bezeichnung ist Bison. Bevor diese mächtigen Tiere von schiesswütigen Weissen abgeschlachtet wurden, lieferte er den Indianern nicht nur Nahrung, sondern auch Bekleidung und andere nützliche Dinge. Der bemalte Schädel diente für religiöse Zeremonien, aus den Knochen wurde Werkzeug, oder Pfeifen hergestellt. Aus der Blase des Büffels wurden Provianttaschen gemacht und der Büffelschweif wurde oft als Zeltschmuck verwendet.

Mit einer Körperlänge bis zu drei, einer Schulterhöhe bis zu 1000 Kilogramm war der zottelige Koloss das mächtigste Landsäugetier. Sein Fell war rötlich dunkelbraun und ging an Kopf, Mähne und Schulter in schwarz über. Ganz selten kamen weisse, mitunter graue und gefleckte Bisons vor.

Vor der Ankunft des Weissen Mannes bevölkerten rund 60 Millionen Tiere die grösste Wildrindweide der Welt.  General Sheridan hatte die traurige Idee, die Bisonherden planmässig abschiessen zu lassen, um die Indianer dem organisierten Hungertod auszuliefern. Und sein Plan ging vollends auf. Was die Kugeln seiner Soldaten nicht schafften, erreichten die Büffelschlächter. Nun musste auch der tapferste Krieger ins Reservat ziehen, wollte er nicht zusehen, wie seine Familie verhungerte.

Hier eine Anzeige aus dem Jahre 1868:

Eisenbahnausflug mit Büffeljagd

Dienstag, 27. Oktober 1868, um 0800 Uhr früh verlässt ein Ausflugszug nach Sheridan Fort Leavenworth. Rückkehr am Freitag. Unterwegs gibt es ausreichend zeit für eine grosse Büffeljagd in den Plains. Es gibt so viele Büffel längs der Strecke, dass man sie jeden Tag vom Zug aus schiessen kann. Rückfahrtbillet nur 10 Dollar.

Bald war die Strecke zu beiden Seiten der Geleise mit faulenden Büffelkadavern bedeckt, die einen "pestilenzialischen Gestank" verbreiteten. 1873 wurden nur noch 60 Cents pro haut gezahlt. Man musste schon eine Menge Büffel töten, um auf diesem blutigen Markt gut zu verdienen. Ein Jäger konnte leicht 100 Büffel von einem Punkt aus schiessen. Einer schoss 263 an einem Tag, wobei er zeitweise 3 pro Minute erlegte.....

Bogen und Pfeil

Die den recht kurzen Bogen angepasste optimale Pfeillänge betrug 60 cm. Die Pfeilspitzen waren aus Stein, Knochen, Horn oder Metall, hatten die verschiedensten Formen und waren meistens mit Widerhaken versehen. Der Schaft bestand aus Hartholz oder auch aus Schilfrohr. Strahlenförmig angebrachte Vogelfedern machten die Befiederung aus, wodurch eine bessere Flugstabilisierung erzielt wurde. Tierbälge und Rohlederbehälter wurden als Köcher für Bogen und Pfeile verwendet

Die Ureinwohner Amerikas verfügten über verschiedene Bogentypen. Der einfache Flachbogen, meist aus dem Holz der Osage-Orange oder aus Eschenholz, war mit Hanfschnüren oder Rohlederstreifen, mit zusammengedrehten Tiersehnen oder Pflanzenfasern bespannt. Der Holzrücken war manchmal durch eine dünne Schicht aufgeleimter Bisonsehnen verstärkt, was die Reichweite von etwa einhundertvierzig Metern bis auf ungefähr einhundertsiebzig Meter vergrösserte.

Griffen die Waldlandindianer des Nordostens mit Vorliebe auf einen bis zu zwei Meter langen Flachbogen zurück, so zogen die Stämme des Präriegebietes den kurzen Flachbogen vor, der mit seiner maximalen Durchschnittslänge von 1,40 Meter vom Pferd aus leichter zu handhaben war und bei der Bisonjagd nützliche Dienste leistete.

Neben dem langen oder kurzen, einfachen oder verstärkten Flachbogen, der auch glatter Bogen genannt wurde, gab es den zusammengesetzten Bogen, der aus aneinandergefügten und verleimten Knochen- und Hornstücken bestand, deren Fugen mit Leder, Schlangenhaut oder Stoff sorgfältig ausgekleidet waren. Der sogenannte "Elkhornbogen" der nördlichen Plains-Völker mit etwa zweihundert Meter Reichweite erwies sich als der beste indianische Bogen, den die Nez Percés meisterhaft herzustellen wussten.

 

 

 

Begriffe C

 

Calumet

Friedenspfeife (siehe auch unter Pfeife). Zumeist langrohrige Tabakpfeife, die vornehmlich bei Zeremonien oder zur Bekräftigung von Friedensabschlüssen geraucht wurde. Der Name ist abgeleitet vom französischen chalumeau = Rohr, Flöte, Pfeife. Der mit Bisonfett polierte Pfeifenkopf war aus Catlinit hergestellt, einem rötlichen, feinförmigen Mineral, das im südwestlichen Minnesota gewonnen wurde.

Cherokee Cherokees

Das vornehme Volk der Cherokees lebte dort, wo Georgia, Tennesse und Nord Carolina sich berühren. Der Name geht auf das Choctaw-Wort "Chi-luk-ki" zurück, was soviel wie Höhlenvolk bedeutete. Am 6.6.1838 drang General W. Scott mit US-Truppen in die Cherokee-Republik ein und begann mit einer gewalttätigen Evakuierung. Mit gezückten Bajonetten wurden die Familien zu Plätzen getrieben, die man heute Konzentrationslager nennen würde. Man liess ihnen keine Zeit, sich auf die mühevolle Reise vorzubereiten, sie durften weder ihr Land verkaufen noch ihren Besitz veräussern. Was nicht von den Soldaten geplündert werden konnte, wurde an Ort und Stelle verbrannt, sämtliche Tiere (Pferde, Hunde, Hühner etc. )wurden erschossen. Der Marsch der tausend Meilen ins ferne Oklahoma wurde für die Cherokee-Nation zu einem "Weg der Tränen". Ein Grossteil der Indianer starb an Hunger, Durst, Kälte, Hitze, Erschöpfung und Krankheiten. Im Bruderkrieg zwischen den Nord- und Südstaaten 1861 ergriffen sie mit vielen Regimentern Partei für die Grauröcke der Südstaaten.. Da jedoch die Nordstaatler siegreich waren, war es um die Zukunft der Cherokees schlecht bestellt.

Cheyenne

Um 1600 lebten die Cheyenne in festen Dörfern im Minnesota-Land der Santee-Sioux, betrieben Ackerbau und Viehzucht und waren für ihre Töpferkunst bekannt. Aus den sesshaften Ackerbauern wurden dann nomadische Büffeljäger. 1851 war die Aufsplitterung in einen nördlichen und südlichen Zweig des Stammes abgeschlossen. 

Die Northern Cheyenne gingen mit den Sioux, die Southern Cheyenne mit den Comanchen und Kiowas ein Bündnis gegen die bleichgesichtigen Eindringlinge ein.  Die Northern Cheyenne hatten in ihr Haar Streifen aus rotbemaltem Rehleder geflochten, trugen Krähenfedern auf den Köpfen und verwendeten so viele Siouxworte, dass die Southern Cheyenne sie nur schwer verstanden. Sogar die Bezeichnung Cheyenne stammte von den Sioux und lautete ursprünglich "Shahi'yena" oder "Shai-ena" was soviel wie "Volk einer anderen Sprache" bedeutete.

Die Cheyenne wurden Opfer von zwei der brutalsten Massenmorde in der US-Geschichte (deren es bekanntlich sehr viele gab...!!!). Am Sand Creek im östlichen Colorado überfielen Soldaten im Morgengrauen ein Indianerdorf und töteten rücksichtslos in unbeschreiblicher Mordgier die erwachenden Männer, Frauen und Kinder, die davon überzeugt waren, unter dem Schutz der US-Kavallerie zu stehen. Vier Jahre später, am 27.11.1868 wiederholte sich dasselbe Massaker am oberen Washita River, wo ein Winterlager die Zielscheibe weisser Massenmörder wurde.  Danach war es um die Cheyenne als selbständiger Stamm geschehen.

Chippewa Chippewas

Die Chippewas oder Ojibwas (Runzlige Mokassins) aus der Algonkin-Sprachfamilie lebten in weiten Gebieten nördlich und südlich der Grossen Seen in Kanada, Wisconsin und Minnesota.

Comanche Comanchen

Sie lebten in den östlichen Rocky Mountains und hatten sich mit ihrer kleinen, dunklen und gedrungenen Gestalt bis in den Körperbau hinein den schwierigen Umweltbedingungen der Wyominger Bergwelt angepasst. Allen erdenklichen Krankheiten schutzlos preisgegeben, erhielten sie sich knapp am Leben und erreichten selten das Höchstalter von 40 Jahren. Von den Sioux wurden sie "Pah-doo-kah" und von den Utes "Kohmats" genannt. Die Spanier machten daraus dann den Namen Comanchen.  Um 1725 hatten sie vom Land der Apachen Besitz ergriffen. Ein überschwengliches Gefühl von Macht, Stolz und Ueberlegenheit packte die gedrungenen, krummbeinigen und ein wenig fülligen Krieger. Sie waren in der Folge  richtig kriegsbesessen und führten ununterbrochen Krieg. Doch auch dieser Indianerstamm hatte 100 Jahre später gegen die US-Kavallerie keine Chance und zog das Reservat dem Hungertod schliesslich vor.

Coup Siehe unter "Federn"
Crazy Horse

Crazy Horse wurde im Herbst 1841 als Sohn eines Medizinmannes geboren und wuchs zum tapferen Kriegshäuptling heran. Crazy Horse bedeutete in der Sioux-Sprache "Ta' Shunke Witko", was so viel wie Wildes Pferd bedeutete. Eine seiner bedeutendsten Schlachten führte er zusammen mit andern Häuptlingen am 25.6.1876 am Little Big Horn, wo Custers 7. Kavallerieregiment vernichtend geschlagen wurde.  "Ho-ka hey! Es ist ein guter Tag zum Kämpfen! Es ist ein guter Tag zum Sterben." So hatte Crazy Horse seine Kämpfer vor der Schlacht am Little Big Horn angefeuert.

 Nach diesem Gefecht jagte die Armee die Präriestämme auf Biegen und Brechen und am 7.5.1877 musste sich Crazy Horse erschöpft von Hunger, Durst, Kälte und Hoffnungslosig keit mit 889 Oglalas und 250 Kriegern ergeben. Als er sich nach einem angeblichen Fluchtversuch der Einkerkerung widersetzte packte ihn sein verräterischer Jugendfreund Little Big Man von hinten und hielt ihn umklammert, so wie es Crazy Horse  dreiundzwanzig Jahre zuvor eine Vision verkündet hatte. Dann durchbohrten ihn mehrere Bajonettstiche herbeieilender Soldaten (5. September 1877) - ein trauriges Ende für einen der grössten Indianerkämpfer aller Zeiten.

Ueber den grossen Häuptling Ta' Shunke Witko habe ich zwei sehr gute Berichte in englischer Sprache gefunden.

Ta'Shunke Witko

Crazy Horse, Oglala

Crow Crows

Sich selbst nannten sie "Ap-sa-ru-ke" was mit Krähenindianern übersetzt werden kann. Obgleich sie der Sioux-Sprachfamilie angehörten, lagen sie in ständigem Streit mit den Sioux und den Cheyenne. Sie waren weit und breit als gerissene Pferdediebe bekannt. Später liessen sich viele Crows von der US-Kavallerie als Späher einsetzen und konnten sich so an ihren alten Blutsfeinden rächen. Dieser eigennützige Verrat an ihren roten Brüdern nützte jedoch auch den Crows schlussendlich nichts.

Catlinit

Roter aluminium- und silikathaltiger Tonschiefer, der leicht zu bearbeiten ist, solange er "frisch" ist und sich deshalb gut für Schnitzereien eignet. Bekannt wurde dieser Ton durch seinen Verwendungszweck bei den Indianern, die sich daraus ihre Pfeifenköpfe herstellten. Benannt  wurde der Stein nach dem heute berühmten Indianermaler George Catlin (1796-1872), der 1836 den heiligen Pfeifensteinbruch in Pipestone im Südwesten Minnesotas besuchte und als erster ausführlich darüber schrieb.

 

 

Begriffe D

 

Dakota

siehe unter Lakota

Dampfbad

Vor allen heiligen Zeremonien wurde und wird immer noch das Ritual des Dampfbades abgehalten. Vermutlich handelt es sich um eines der ältesten Rituale, weil es mit den glühenden Steinen zusammenhängt, den beschwörenden Gedanken Tunkas, des Felsen, des ältesten Gottes der Sioux. Die Hütte wird aus Weidenruten errichtet. Sie werden zu einer Kuppel geformt, die an einen Bienenkorb erinnert. Badehütten sind ganz unter- schiedlich gross. Sie können zwischen acht bis vierundzwanzig Leute aufnehmen. Die gebogenen Weidenruten werden mit roten Stoffstreifen zusammengebunden. Manchmal befestigt man als Opfergabe Bull-Durham-Tabak am Rahmen, der dann mit Decken oder Segeltuch bespannt wird. In den alten Tagen nahm man dafür Büffelhäute. Der Boden ist mit Salbei bestreut. In der Mitte befindet sich eine runde Grube, in die die erhitzten Steine gelegt werden. Beim Bau einer Hütte sollen die Leute alte Streitigkeiten vergessen und nur gute Gedanken haben.

Ausserhalb der Hütte wird in einer ganz bestimmten Art und Weise Holz für das Feuer gestapelt, mit dem die Seine erhitzt werden - Peta owihankeshni - das "endlose Feuer", das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Wenn es eine Weile hell gebrannt hat, werden weisse Kalksteinbrocken in seine Mitte gelegt. Diese Brocken zerplatzen nicht in der Hitze. Ein paar von ihnen werden spinnennetzartig mit grünem Moos bedeckt. Man glaubt, dass das eine geheime Geisterschrift darstellt. Die aus dem Feuerloch der Hütte ausgehobene Erde wird zu einem schmalen Weg aufgeschüttet, der von Eingang der Hütte zu einem kleinen Wall führt. Der stellt Unci dar - die Grosse Mutter Erde. Während man diesen Wall aufhäuft, wird ein Gebet gesprochen. Dann wählt man einen Mann, der auf das Feuer acht gibt, die heissen Steine zur Hütte bringt und den Türvorhang bedient. Bei den Sioux nehmen Frauen und Männer getrennt am Dampfbad teil. Wer an einem solchen teilnimmt, zieht sich aus und kriecht, in sein Handtuch gewickelt, in die kleine Hütte, und zwar in Uhrzeigerrichtung. In der Dunkelheit drinnen nimmt man die Handtücher ab und hockt sich nackt hin. Dann werden die Steine einer nach dem andern in die Hütte gebracht. Jeder Stein wird mit dem Pfeifenkopf berührt, der in der Gabel eines Hirschgeweihs in die Mittelgrube gestellt wurde. Zuerst geht der Führer hinein und setzt sich rechts neben den Eingang. Ihm gegenüber sitzt an der anderen Seite des Eingangs sein Helfer. Der Führer hat in Reichweite einen Eimer mit kaltem, sauberen Wasser und eine Schöpfkelle. Ueber die Steine werden nun grüne Zedernzweige gestreut, die die Luft mit ihrem aromatischen Duft erfüllen. Draussen vor dem Türvorhang ist ein Büffelschädel-Altar, an dessen Hörnern Tabakpäckchen befestigt sind.

Nun beginnt die Reinigung. Da Zedernzweige und Salbei auf die Steine gestreut wurden, fangen die Teilnehmer den heiligen Rauch mit den Händen auf, atmen ihn ein und reiben sich damit Gesicht und Körper ein. Dann wird kaltes Wasser auf die Steine gegossen, und die aufsteigende weisse Dampfwolke, der "Atem des Grossen Vaters" füllt die ganze Hütte. Zu einem Dampfbad gehören vier "Türen", das heisst, dass der Vorhang während der Reinigung viermal geöffnet wird, damit von draussen etwas kalte Luft hereinkommt und den Teilnehmern Erleichterung verschafft.

Desperado

Ein Mensch, der sich durch seine gesetzwidrigen Handlungen, wovon es im wilden Westen in der Konfrontation zwischen Indianern und weißen Siedlern sehr viele gab, außerhalb der gesellschaftlichen Normen verhielt. Ein Desperado wird deshalb auch zuweilen als Outlaw bezeichnet.

Delaware

Stamm der Indianer der Waldlandkulten bzw. des Nordostens, der zur Sprachgruppe der Algonkin gehört, einer der grössten Sprachfamilien Nordamerikas. Wie so oft bei den Stammesnamen bezeichneten sich die Delawares selbst als die wahren Menschen, in diesem Falle Lenni Lenape. Die Delaware waren Bodenbauer, die im Tal des gleichnamigen Flusses, sowie an der Atlantikküste in Clanverbänden lebten. Ihre Wohnform war das Langhaus. Nach der Ankunft der Europäer schlossen sich die bis dahin weitgehend einzelnen Siedlungen der Delaware zu einem politischen Stammesverbund zusammen.Trotzdem wurden sie 1690 von den Irokesen besiegt und zogen sich in Richtung Westen zurück. 1789 begann ihre Zwangsumsiedlung, die nach mehreren Etappen für die Mehrzahl 1867 in Oklahoma endete, wo heute noch die meisten der ca. 2000 Delawares leben.

 

 

Begriffe E

 

Eskimo

In der nordamerikanischen Arktis lebende Bevölkerung, die nicht den Indianern zuzurechnen ist. Der Name Eskimo geht auf ein Schimpfwort aus der Sprache der Algonkin zurück, die dieses Volk Eskimatsi oder Ashkimeq nannten, was in ihren verschiedenen Dialekten "Rohesser" bedeudet. Er bezieht sich auf die Sitte, rohen Fisch zu essen, der besonders proteinreich ist. Sie selbst bezeichnen sich als Inuit , was in unserer Sprache "Menschen" heißt. Sie leben von der Jagd auf im Wasser lebende Säugetiere wie Seehunde, Wale und Walrosse und vom Fischfang. Einige Binnenland-Eskimos jagten Karibus, ausgestattet wie ihre Nachbarn -die Indianer- mit Pfeil und Bogen. Die Kultur der Eskimos reicht bis etwa 2000 v.u. Z zurück. Sie sind die Zuletztgekommenen der großen asiatisch-amerikanischen Wanderungen, wovon noch heute ihre überwiegend einheitliche Sprache kündet. Ihre wichtigsten Fortbewegungs- bzw. Transportmittel sind Boote und Hundeschlitten. Die Hunde der Inuit, von den Weißen "Huskies", "Rauhstimmige", genannt, sind wollige, kurzschnauzige, muskulöse Tiere zwischen Spitz und Chow-Chow, die bei guter Ernährung bis zu 150 km pro Tag zurücklegen können. Nicht alle Inuit leben in den uns bekannten Iglus. Die Inuit von Alaska z.Bsp. haben niemals Schneehäuser gebaut, sondern bauten sich an ihren Fangplätzen Häuser aus Treibholz oder Walknochen, die sie mit Erdschollen bedeckten und zuschneien ließen. Das Haus des Alëuteneskimo ist halbunterirdisch in die Erde eingegraben und auf dem oberen Teil ebenfalls mit rasenähnlichen Erdschollen bedeckt. Seitlich führt eine Leiter ins Innere hinein.

Everglades

Lebensraum der Indianer, vornehmlich der Seminolen, nach der Ankunft der Spanier und später Amerikaner. Die Everglades sind ein unwegsames (viele behaupten ungesundes) Sumpfgebiet im Süden Floridas. Bekannt wurden die Everglades durch den Freiheitskampf der Seminolen und ihres Häuptlings Osceola. Nach mehreren Kämpfen, die 1858 mit dem Tod Osceolas endeten, wurde der Großteil der Seminolen nach Oklahoma "umgesiedelt". Bis 1930 konnten sich allerdings kleine Gruppen der Seminolen in den Everglades verstecken und zogen erst nach dem Friedensschluß mit der US-Regierung in mehrere kleine Reservate um.

Ewige Jagdgründe Die meisten Indianerstämme glaubten fest an ein Leben nach dem Tod. Sie bestatteten ihre Verstorbenen auf Gerüsten, deckten sie auch auf Hügeln mit Steinen zu oder versenkten sie in Felsspalten. Gemäss ihren Vorstellungen lösten sich die Seelen von der Körpern stiegen über die Hängende Strasse ins Land des Hauptgeistes Heammawihio auf und verbrachten dort ein angenehmes Dasein. Sie nannten das Land der Toten die "Glücklichen Jagdgründe" woraus die Weissen die "Ewigen Jagdgründe" machten.
 

 

Begriffe F

 

Fort

In Nordamerika die Bezeichnung für eine Garnison, die für Kriegszeiten mit Palisaden und Wachtürmen umgeben war. Mit der rasch voranschreitenden Entwicklung, Eroberung und Besiedlung des Westens bestanden die Forts meist nur aus weiträumig auseinander liegenden Gebäuden ohne Wehrzäune. In den Forts war meistens Kavallerie stationiert. Im Freiheitskampf der Indianer spielten sie als Handels- und Kommunikationszentren eine wichtige Rolle. Im Jahre 1869 wurden in den USA 255 Forts gezählt; 1892 gab es noch 96, wobei sich davon 63 westlich des Mississippi befanden. Eines der bekanntesten Forts der amerikanischen Geschichte ist Fort Laramie, bekannt wohl auch dadurch, daß dort im Jahre 1868 ein Friedensvertrag abgeschlossen wurde, der den Red Cloud´s Krieg beendete. Die heute 334 ha große Befestigungsanlage und ehemals wichtige Pelzhandelsniederlassung liegt nahe der Mündung des Laramie River in den North Platte River im US-Bundesstaat Wyoming.

Fünf
Zivilisierte
Stämme

Bezeichnung für 5 Stämme des Südostens. Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Creek und Seminolen hatten sehr früh Kontakt zu den weißen Siedlern und passten sich, unabhängig voneinander, relativ schnell deren Lebensweise an. Sie entwickelten eine andere Landwirtschaft als bisher, hatten eigene Bildungsstätten und der Cherokee Sequoya entwickelte 1809 sogar eine Schrift und 1828 erschien die erste Zeitung "The Cherokee Phoenix". Trotz dieser "zivilisierten" Art blieben auch diese Stämme nicht von der Vertreibung aus ihrem eigenen Land verschont, da der weiße Mann wieder einmal Land brauchte. 1814 kam es zum Krieg zwischen Stämmen der 5 zivilisierten Stämme und der US-Regierung, der 1831 mit der Zwangsumsiedlung in das Indianerterritorium endete. Die Cherokee wurden im Winter 1838/39 unter schlimmsten Bedingungen nach Oklahoma deportiert. Von den etwa 18 000 Indianern überlebten nur ca. 4000. Später erhielt diese Zwangsumsiedlung den bezeichnenden Namen "Zug der Tränen". Diese 5  Stämme schlossen sich in Oklahoma im Indianerterritorium zu einer Konförderation zusammen, die dann als die Fünf Zivilisierten Stämme bekannt wurden.

Friedenspfeife

Die heilige Pfeife (Friedenspfeife) steht im Mittelpunkt des Glaubens der Sioux. Die Legende sagt, dass die Pfeife von der Weissen Büffelfrau zu den Sioux kam. Und zwar zogen einmal zwei junge Sioux aus, um Büffel zu jagen. Da begegnete ihnen eine wunderschöne Frau, die mit einer weissen Kalsbhaut bekleidet war. Auf dem Rücken trug sie ein Bündel. Einer der Jäger wollte sich ihr nähern, doch da senkte sich eine Wolke auf ihn herab, und als es wieder hell wurde, war nur noch ein Häufchen Knochen von ihm vorhanden. Die Frau sprach zum andern Jäger "Das Büffelvolk hat mich mit einer Botschaft zu deinem Volk gesandt. Geh und bereite mein Kommen vor".

Am nächsten Tag kam die Fremde ins Lager, wo schon ein Tipi für sie errichtet worden war. Sie nahm aus ihrem Bündel die Heilige Pfeife, zeigte, wie sie beim Gebet verwendet werden sollte, und versprach Segen und Glück. Dann legte sie die Pfeife in das Bündel zurück und übergab es dem Häuptling. Seither ist diese Pfeife das grösste Heiligtum für diesen Stamm geblieben. Die Fremde aber ging hinweg und verwandelte sich in einen weissen Büffel, der in der Prärie verschwand

Feder Federschmuck Für den Kriegszug wurden Federn ins Haar gesteckt. Sie verrieten, was der Krieger bereits vollbracht hatte.

Coup: Es gab bestimmte Regeln, die den Grad einer Ehre festlegten. Noch ehrenvoller als einen Feind zu töten (was ja von weitem mit Pfeil und Bogen verhältnismässig einfach war), war es, ganz nahe an den Feind heranzugehen und ihn mit der Hand oder mit einem Stab zu berühren. Das Wort hatten die Indianer von französischen Trappern gelernt, die sich eines Knüppels bedienten, um dem Angreifer einen Schlag zu versetzen. Die Indianer änderten die ursprüngliche Bedeutung leicht ab und sprachen von "counting coups".

Indianische Krieger kämpften nur selten grosse Schlachten aus, an denen der ganze Stamm teilnahm. Ihre Kriegsführung ähnelte eher einem mittelalterlichen Turnier und richtete sich nach allgemein anerkannten Regeln. Man kämpfte, weil die jungen Männer nach persönlichem Ruhm strebten. Bei den Blackfoot-Indianern galt es als grösster Coup, einem lebenden Feind das Gewehr wegzunehmen. Eine im Krieg erlittene Wunde, besonders vorn, zählte hoch, aber einen verwundeten Freund, der sein Pferd verloren hatte, aus feindlicher Umzingelung zu befreien, wurde noch viel höher geschätzt.

Auch barmherzige Taten wurden bewundert. Sitting Bull verschonte in seiner Jugend das Leben eines jungen Burschen aus dem Stamm der Assiniboin, der allein gegen eine ganze Schar Krieger standgehalten hatte. Sitting Bull schloss mit ihm Bruderschaft und gewann dadurch grosse Ehre.

 

 

 

Begriffe G

 

Geistertanz

Geistertanz; Ghost Dance -bedeutenstes Element  der religiösen "Geistertanz-Bewegung" der  Plains- und Prärieindianer Ende des 19. Jahrhunderts. Diese Zeremonie, die von dem Paiute-Prophet Wovoka ins Leben gerufen wurde, sollte mit religiösen Mitteln (z.B.das gemeinsame Tanzen zu speziellen Liedern und das Tragen besonderer Kleidung wie "kugelsichere" Hemden und Mokassins mit vollbestickter Sohle) die Rückkehr des Büffels und die Vertreibung des Weißen ermöglichen. Die US-Regierung sah in dieser Geistertanzbewegung eine Art des indianischen Widerstandes und verbot ihn im Jahre 1890. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes über die Freiheit  indianischer Religionen 1978 wurde den Indianern offiziell die Durchführung dieses Geistertanzes wieder gestattet.

Gaucho

Äquivalent des Cowboys in Südamerika. Gaucho bezeichnet einen berittenen Viehhirten in den Pampas, der meistens indianischer Abstammung ist.

 

 

Begriffe H

 

Heiler

Bezeichnung für medizinische Experten, die sich sowohl mit der Diagnose als auch mit der Behandlung von Krankheiten befassen, wobei es Spezialisierungen für Mensch oder Tier und für bestimmte Krankheiten wie z.B. Schußwunden, Knochenbrüche oder auch im Sinne der "Geburtsmedizin" gibt. Sie sind Träger der "Heilmedizin" und beziehen in ihre Arbeit psychische, spirituelle, soziale und ökonomische Aspekte mit ein. Der Ausdruck Medizinmann oder -frau ist sehr allgemein und wird fälschlicherweise oft mit Schamanen, Priestern oder Zauberer in Verbindung gebracht. Die Tätigkeit eines Heilers oder Heilerin ist selten "hauptamtlich".

Haartrachten

Eigentlich nur bis zu einem  gewissen Grad vom Geschmack des Trägers bestimmt, unterlagen sie jedoch weitgehend der Stammesspezifik oder zeremoniellen Funktionen (siehe die Haarschnecken als Jungfrauenfrisur bei den Hopi). Dabei gab es auch Modeerscheinungen, wobei Zöpfe in allen Variationen eine besondere Rolle spielten. Männer trugen das Haar meist auffälliger als Frauen, wobei wohl bei den Frauen auch eher praktisch gehandelt wurde, wenn sie das Haar in schlichten Zöpfen trugen, damit es z.B. nicht "ins Essen hängt".

Häuptling Unter Häuptling verstehen die Naturvölker den anerkannten Anführer einer Gemeinschaft, der ein Mann mit festen Ueberzeugungen, kraftvollem Charakter und erprobten Fähigkeiten sein muss. Zu den unerlässlichen Wesensmerkmalen eins "guten" Häuptlings zählten Tatkraft und Gelassenheit, Tapferkeit, Klugheit und Weisheit, Aufgeschlossenheit gegenüber den Meinungen anderer, Besonnenheit im urteil und grosse Redegewandtheit.

Viele Stämme hatten zwei Häuptlinge, einen Friedenshäuptling, der seine Stellung meist geerbt hatte, und einen Kriegshäuptling, der sein Amt durch Ansehen erlangt hatte. Dem Friedenshäuptling oblag es, das Gefühl der Stammeseinigkeit zu fördern und zu erhalten, Streitigkeiten zwischen Gruppen und Personen zu schlichten, als Sprecher der Nation bei Treffen mit anderen Stämmen oder bei Unterhandlungen mit Weissen aufzutreten und unter den einzelnen Stammesgruppen die Jagdreviere aufzuteilen. Des Kriegshäuptlings Mission bestand darin, bei kriegerischen Auseinandersetzungen die Taktik festzulegen, Späher auszusenden, Wachposten aufzustellen, Lagerplätze auszuwählen, Männer zur Wassersuche und zur Pferdeversorgung einzu- setzen und die ihm unterstehende Streitmacht in die Schlacht zu führen

Heilen Heilpflanzen Pflanzensud und heisse Steine, Schimmelpilze, Kakteensaft und Wurzeln. Die Apotheke Manitous war reichhaltig. Die Indianer kannten sehr viele Heilpflanzen. So half zum Beispiel die Rinde des Fenchelholz-Baumes bei Koliken, Blähungen, Leber- und Nierenschmerzen. Der Sud aus Blättern und Beeren sollte rheumatische Beschwerden und Geschlechtskrankheiten lindern. Frisch zerriebene Blätter dienten als Wundpflaster, das ausgekochte Wurzelmark als Narkotikum. Die Indianer kannten sogar so etwas wie Penicillin. Zur Behandlung  von Wundinfektionen und gegen Diphterie kratzten sie Schimmelpilzkulturen von den Baumstämmen ab und strichen sie auf die Wunden.

Die bekannteste indianische Kulturpflanze ist der Tabak. Sein Saft half gegen Zecken und desinfizierte Wunden. Sein Rauch begleitete nicht nur Rituale und Kulte, er linderte auch Kopf- und Zahnschmerzen. In der Regel rauchten die Indianer den Tabak vermischt mit anderen Heilpflanzen. Krätze und Wurmbefall wurden mit Lilienwurzeln behandelt. Dies hatten die Indianer vermutlich beim Grizzlybären abgeschaut. Während der Lachs-Saison nehmen die Bären mit dem Fisch reichlich Würmer zu sich. Um sie wieder los zu werden, fressen die Tiere dann die stark abführenden Lilienwurzeln. Als Medizin für alle Fälle war die Schafgarbe sehr beliebt. Schafgarbentee wurde gegen fast alle Beschwerden eingesetzt. Von Erkältung bis hin zu Fieber, Verstopfung und Hämorrhoiden. Als Verhütungsmittel diente die Yamswurzel. Diese enthält das Hormon Progesteron, wichtigster Bestandteil der heutigen Antibabypille.

Der Sonnenhut ist auch ein altes indianisches Heilmittel. Bei Verletzungen wurde das Wurzelpulver auf die Wunde gestreut und die Blätter als Wundpflaster verwendet. Die Lakota tranken Echinacea-Sud gegen Blutvergiftung.

 

 

Begriffe I

 

Indianersommer Indian Summer

Indian Summer ist die Bezeichnung für eine Schönwetterperiode im Spätsommer und Herbst in den Plains und Prärien. Es ist damals die Zeit der großen gemeinsamen Jagden auf den Büffel gewesen, zu der  sich die Indianer in großen Familien und Stammesgemeinschaften trafen. Der Indian Summer ist nicht nur für Nordamerika typisch, sondern als Altweibersommer auch für Europa.

Indio

Ursprünglich die Bezeichnung der ersten Weissen für die lateinamerikanischen Indianer. Bei uns nennt man alle Ureinwohner Mittel- und Südamerikas so. Im Gegensatz dazu verstehen die Spanier und Portugiesen unter diesem Begriff auch die Indianer Nordamerikas. Die "Indios" selbst betrachten dieses Wort als Schimpfwort.

 

 

Begriffe J

 

Jagdgründe

Häufig verwendete Bezeichnung für Stammesterritorien oder von einzelnen Stämmen für sich beanspruchte Jagdebiete, die oft heftig umkämpft waren.

Jicarilla

Stamm der östlichen Apachen, der im Gegensatz zu den anderen Apachenstämmen nach ihrer Vertreibung aus den Plains unter dem Einfluss der Puebloindianer sesshaft wurde. Sie bertieben wie die meisten sesshaften Bodenbau. An den bekannten Freiheitskämpfen der Apachen beteiligten sie sich kaum. Heute leben die ca. 1600 Jicarilla in einer Reservation in New Mexico meist von Viehzucht.

 

 

Begriffe K

 

Keule

Eine der frühesten Nahkampfwaffen. Die Keule bestand allgemein aus einem Stock, dessen Schwerpunkt  oft mit Hilfe von Steinen oder später Eisen ans Ende verlagert war. Die Wirkung der Keule konnte durch Zuspitzung oder Verflachung der Schlagkante erhöht werden. Eine verbreitete Art der Keule war die Steinkopfkeule, ein roher oder bearbeiteter Stein, der an einem Schaft durch Verschnürung befestigt war. Keulen  waren bei allen Indianern bekannt und wurden oft als Tomahawk bezeichnet.

Kinnikinnik

Eine Mischung aus Tabak und anderen pflanzlichen Teilen wie z.B.Weidenrinde, der zum Rauchen in den Pfeifen benutzt wurde. Der Ausdruck stammt aus der Algonkinsprache und ist in der Abenteuer- und Indianerliteratur wie so oft bei anderen Bezeichnungen dieser Sprachfamilie der Name des Tabaks aller Indianerstämme, siehe Squaw, Wigwam u.a.

Kind Kinder Kindererziehung Ein alter Spruch der Prärie-Indianer sagt, dass das wertvollste Besitztum eines Mannes nicht seine Pferde sind, seine Waffen oder sein Tipi, sondern seine Kinder. Meist war es die Gross- mutter, die das Neugeborene wusch und mit dem warmen Fett einer Büffelkuh einrieb. Die Nabelschnur wurde aufbewahrt und in einen kleinen Lederbeutel eingenäht, der die Form einer Eidechse oder Schildkröte hatte. Beide Tiere waren Symbole des Gleichmuts und des langen Lebens. Gleich von den ersten Tagen nach der Geburt pflegten die Sioux-Mütter ihrem Baby sanft die Nasenlöcher zuzudrücken, um seine Schreie zu ersticken. Ein schreiendes Baby war gefährlich, denn es konnte die Aufmerk- samkeit des Feindes erwecken.  Den grössten Teil seines ersten Jahres verbrachte das Kleine, sicher festgebunden, auf dem Wiegenbrett. Oft trug die Mutter das Kleine auch auf dem Rücken.

Indianerkinder waren ruhig und artig. Sie wurden selten bestraft und nie angeschrien oder geschlagen. Die Eltern baten sie, etwas zu tun, sie gaben ihnen keine Befehle. Sie wurden zu Demut , Genügsamkeit und Tapferkeit erzogen. Alles wurde immer geteilt, nie war man allein.

Heute kommen die Indianerkinder in Internatsschulen wo es immer wieder zu Selbstmorden kam, weil sie nicht ohne ihre Familien leben konnten, es nicht gewohnt waren ohne Familie zu leben. Eine Sioux-Frau erklärte einmal "weisse Eltern sind keine guten Eltern. Einerseits  verwöhnen sie ihre Kinder, machen ihnen alles leicht, so dass es lange dauert, bis die jungen Leute erwachsen sind. Andererseits schlagen sie ihre Kinder und schreien sie an."

 

 

Begriffe L

 

Llano

Llano ist eine baumlose Hochgrassteppe in Latainamerika, die in etwa  mit der Prärie Nordamerika vergleichbar ist. In Texas und New Mexico heißt ein Plateau mit halbwüstenhaftem Charakter Llano Estacado.

Lange Messer

Einer der Namen, den einige Stämme der Indianer Nordamerikas den  weißen Soldaten gaben. Wahrscheinlich stammt er von den Säbeln der englischen und französischen Kolonialsoldaten, der sich bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hielt, da auch die US-Kavallerie Säbel trug.

 

 

Begriffe M

 

Musik

Die traditionelle Musik der Indianer ist stark religiös geprägt und meistens zweckgebunden (zeremonielle Tänze, Riten). Dominierendes Element ist der Rhythmus, dem die Melodie untergeordnet ist. Die Lieder sind überwiegend einstimmig. Nur selten weisen indianische Gesänge einen langen, festen Text auf, was nicht bedeudet, daß sie ohne Inhalt sind. Indianische Musik ist untrennbar vom Alltag der Ureinwohner Amerikas, drückt sie doch Lebensgefühle wie Freude, Trauer, Ängste und vieles mehr aus. Es gab praktisch für alle Bereiche des Lebens entsprechende Gesänge und Tänze. Das bekanneste Musikinstrument der Indianer ist die Trommel, da dem Rhythmus ja eine  wichtige Rolle zukommt. Zudem besitzen sie eine Reihe anderer Instrumente, die sie sehr effektvoll einsetzen, wie z.B. Flöten aus unterschiedlichen Materialen, Rasseln oder die weniger bekannten Schwirr- und Schraphölzer und einfache Streichinstrumente wie z.B.die Apachenfiedel. Moderne indianische Musik tendiert zum Wechsel- bzw. Parallelgesang und nutzt zum Teil verstärkt Elemente der Country und Westernmusik sowie der Rockmusik. In den letzten Jahren ist die sogenannte "Softindianermusik", die gern als esoterisch oder spirituell "verkauft" wird, sehr beliebt geworden.

Mahican

Eigentlich müsste hier Mohikaner stehen, denn als solche werden die Mahicans in der deutschen Sprache und auch in der Abenteuer- und Indianerliteratur bezeichnet (Cooper, "Der Letzte Mohikaner"). Dieser algonkinsprechende Stamm des Waldlandes lebte am oberen Hudson River vom Fischfang und Maisanbau. Sie wohnten in rechteckigen Häusern mit gewölbtem Dach und waren seßhaft. Die Mahicans werden oft auch mit den Mohegan verwechselt, da diese ebenfalls zu den algonkinsprechenden Waldlandindianern gehörten und bis heute nicht ganz eindeutig ist, ob sie ursprünglich zu den Mahicans zugeordnet waren und sich später abspalteten oder gemeinsam mit den Pequot einen Stamm bildeten. Dies sei erwähnt, da der Häuptling Uncas, dem Cooper ein literarisches Denkmal setzte, zu den Mohegans zählte. Die Mahicans beteiligten sich als Verbündete der Delaware am Kampf zwischen den Franzoesen und Engländern und wurden dabei fast völlig vernichtet.

Medizinmann Der Medizinmann oder Schamane war Geisterbeschwörer, Gewitterver- treiber und Gedankenleser. Priester, Psychologe und Prophet. Wunder- täter, Wettermacher und Wahrsager, Zauberarzt, Zeremonienmeister und Zukunftsdeuter. Alles in einer Person.

Mit grosser Gelassenheit drang er ins Reich des Unirdischen ein, wo er sich mit den Geistern unterhielt, Berichte und Grüsse der Lebenden an die Abgeschiedenen übermittelte und mit den Regen, Fruchtbarkeit, Jagdbeute und Kriegsglück spendenden Göttern Zwiesprache hielt. Hiezu setzte er sich in Trance oder Ekstase, löste seinen Geist vom Körper, verblieb im zeitlosen Zustand der Körperlosigkeit wo er sich als "reines" Bewusstsein wahrnahm und wunderbar klar denken konnte, bis er den Kontakt mit dem Jenseits hergestellt hatte.  Auf ähnliche Weise holte er die Seele eines kranken Menschen aus dessen Leib, läuterte sie und heilte damit Geist und Körper. Als Naturheilkundiger gebrauchte er nicht nur schamanistische Kunstgriffe, sondern bewies auch seine genaue Kenntnis von der Wirkung vieler Heilkräuter.

Marterpfahl Die Weissen sagten den nordamerikanischen Indianern grässliche Foltermethoden nach. Viele Siedler hatten es sich zur Gewohnheit gemacht, die letzte Kugel für sich aufzuheben, um nicht am Marterpfahl ein fürchterliches Ende zu finden. In Wirklichkeit aber quälten die oft zu Unrecht verteufelten Prärie-Stämme ihre Gefangnen sehr selten.

Ausnahmen bildeten die Comanchen und Kiowas. Die Folterriten am Marterpfahl dieser beiden Stämme waren aber die Ausnahmefälle bei den Prärievölkern, die gewöhnlich ihre Feinde schnell und ohne Barbarei umbrachten. Sogar das von den Bleichgesichtern eingeführte Erhängen fanden die Plainsrothäute brutal und unmenschlich.

Die Wahrheit verzerrend wurde dagegen von den Zeitungen regelmässig von blutrünstigen Indianern berichtet, und wurde gegen diese angeblich barbarischen Wilden systematisch aufgehetzt. Die Sadisten waren zu 99 % in den Reihen der Weissen zu finden.

Manitou Die Indianer waren vom Glauben an eine allmächtige, Erde und Weltall umfassende Lebenskraft durchdrungen, die sich ihnen überall in der Natur offenbarte. Diese heilige Energie durchpulste Menschen und Tiere, Pflanzen und Stine, Blitz und Donner. Die Algonkins nannten sie "Manitu", die Crows "Maxpe", die Irokesen "Orenda", die Shoshonen "Pokunt" und die Sioux "Wakan Tanka". Die Weissen bezeichneten sie mit dem Ausdruck "Grosser Geist" und setzten sie irrtümlicherweise mit dem höchsten Wesen gleich, was jedoch der indianischen Auffassung nicht gerecht wurde. Denn das religiöse Empfinden der Rothäute deckte sich noch lange nicht mit den Vorstellungen der Europäer. Der Gottesbegriff des Roten Mannes hatte nichts mit dem Gedankenbild des christlichen Schöpfers gemein. Manitu, das "Grosse Geheimnis" war Ursprung und Quelle jeder Kraft und beseelte alle Geschöpfe und Gegenstände, lebende wie tote
 

 

Begriffe N

 

Niagara

Wahrscheinlich Niagagariga, die Bezeichnung einer Siedlung von Angehörigen eines Stammes, der etwa 1650 von den Irokesen vollständig aufgerieben wurde. Einige Jahre später wird diese Bezeichnung von weißen Besuchern für die bekannten Wasserfälle gebraucht. Unterhalb der heute weltweit als Touristenattraktion berühmten Fälle errichteten die Franzosen mehrere Male Forts, die meistens Fort Niagara hießen.

Native Americans

Dies ist die korrekte Bezeichnung der Ureinwohner Amerikas. In ihrer eigenen Stammessprache bezeichnen sie sich selber oft als Menschen, wahre Menschen, Leute, das Volk u.ä. Zu den Native American zählen auch die Inuit (Eskimo) und Meti (kanadische Bezeichnung für ein Kind aus einer Beziehung zwischen Franzosen und Indianern).

Mit der Eroberung des nordamerikanischen Kontinents durch die Europäer wurden die verschiedenartigen Kulturen der unzähligen indianischen Völker in ihrer Entwicklung grausam unterbrochen. Was unserer Welt damit verloren ging, beginnen wir erst jetzt zu ahnen. Während für uns der Mensch der "Herr der Schöpfung" ist, berechtigt, die Natur zu unterwerfen und dienstbar zu machen, fühlt sich der Indianer als Teil der Erde. Für ihn lebt die Schöpfung: Erde und Wasser, Stein und Pflanze, Tier und Mensch. Deshalb ist das Verhältnis des Native Americans zur übrigen Schöpfung von einem Respekt durchdrungen, den wir nicht besitzen.

Niemals werden wir den Schmerz und die Verzweiflung der indianischen Völker auch nur erahnen können, die zusehen mussten, wie all das, was ihnen heilig war, ihre Mutter Erde mit den vielfältigen Lebensformen, ebensowenig geachtet wurde sie sie selber....!!!

Namen Namensgebung Die Neugeborenen erhielten recht bald nach ihrem Eintreffen einen Namen, den ihnen meistens der Medizinmann oder ein älterer Verwandter des Vaters gab. Sie wurden einer Naturerscheinung, wie Blitz und Donner am Tage der Geburt, nach einer Heldentat des Namensgebers, einem Tier oder einer körperlichen Eigenschaft benannt.

Behielten die Mädchen ihre Taufnamen für gewöhnlich ihr ganzes Leben lang, ersetzten die Jungen während der Pubertät ihren Kindernamen durch einen neuen, der sich auf ein Bravourstück persönlicher Tapferkeit, auf das Zusammentreffen mit einem aussergewöhnlichen Tier oder auf eine Vision bezog.

Crazy Horse erhielt seinen Namen nach einer tapferen Tat bei einer Begegnung mit feindlichen Indianern. Und zwar schenkte ihm darauf sein Vater seinen eigenen Namen, welchen er selbst durch ein Traumgesicht von einem sich bäumenden Pferd erhalten hatte.

Sitting Bull erhielt seinen Kriegernamen, als er einen gereizten Büffelbullen erlegte, der vor dem Verenden mit eingeknickten Hinterbeinen in gleichsam sitzender Stellung seinen jungen Bezwinger ein letztes Mal musterte.

 

 

Begriffe O

 

Outlaw

Bezeichnung für einen außerhalb der Gesellschaft lebenden Gesetzesverletzer im Westen Nordamerikas, der eigentlich nur in der Indianerliteratur Kontakt mit den Indianern hatte. Auch schwer zähmbare, verstörte Pferde bezeichnet man als Outlaw, wahrscheinlich weil sie sich auch schlecht einordnen bzw. unterordnen lassen.

Opfer

Das Opfer ist Bestandteil vieler Religionen der Welt und reicht von dargebrachten Speisen über Tierschlachtungen bis hin zu Menschenopfern, vor allem bei den staatenbildenden Völkern der Geschichte. Bei den nordamerikanischen Indianern bezog sich das Opfer meist auf kleinere Gegenstände wie Tabak oder Jagdreste oder kleine Teile des Essens, welche z.B. ins Feuer geworfen wurden. Allerdings könnte man die Selbstmarterung als Opfer betrachten. Über die Art und Grösse der Opfer waren eher auch die Lebensumstände verantwortlich als die Religion, wobei es da ja einen Zusammenhang gibt. Die meisten Indianer konnten es sich nicht leisten, kostbare Opfer zu bringen. Nur einige der reicheren sesshaften Völker der Indianer  kannten das Prinzip der Menschenopfer, so z.B. die Tlingit im Nordwesten (hier tötete man Sklaven), die Natchez (hier wurden viele Menschen, auch Kinder beim Tod eines Häuptlings geopfert) oder das Morgensternopfer der Pawnee, bei dem ein "erbeutetes" Mädchen dem Morgenstern geweiht wurde.

 

 

Begriffe P

 

Plains / Prärie

Zwei Landschaftsformen im Norden Amerikas, die etwa ein Gebiet von 4 Mill. km²  von Teilen Kanadas bis zum Golf von Mexico umfassen. Als Plains bezeichnet man das höher gelegene halbtrockene ebene Vorland der Rocky Mountains und das sich östlich anschließende Gebiet des langen Grases als Prärie im eigentlichen Sinne. Beide Formen haben baumlosen Steppencharakter, weshalb man in der deutschsprachigen Indianerliteratur oft auch  nur den Begriff Prärie verwendet. Die Plains/Prärien waren einst die "Weidegründe" riesiger Büffelherden, bevor der Weiße sie fast völlig ausrottete. Da diese Landschaftsformen sehr fruchtbar sind, werden sie heute überwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Patchwork

Zuerst von den Seminolen seit Jahrhundertbeginn hergestellte Decken aus Stoffresten. Ursprünglich nur eine Notlösung in Ermangelung der traditionellen Materialen, erfreut sich die Patchwork-Handarbeit heute überall grosser Beliebtheit.

Powwow Das Wort Powwow leitet sich vermutlich von dem Algonkin-Wort Pauau ab, das eine Versammlung bezeichnet. Die Indianer meinen damit eine grosse, traditionelle Versammlung eines oder mehrer Stämme, die von Gesang, Tanz und Geschenken begleitet wird. Als panindianischen Veranstaltungen ermöglichen sie den Indianern, enge Beziehungen zu andern Stämmen zu knüpfen und sind daher eine Demonstration der Solidarität sowie ein machtvoller Ausdruck indianischer Kultur. Das Ereignis beginnt gewöhnlich mit einer Prozession, es folgen Kriegs-, Rund-, Gras- und Hasentänze.

Einen weiteren Höhepunkt des Powwows bildet die Geschenkzeremonie, bei welcher einzelne oder Familien einander Geschenke überreichen. Dabei werden all jene geehrt, die sich besonders hervorgetan haben, wie Universitätsabsolventen, Stammesführer etc.

Bei einem Powwow ist das Zusammensein ebenso wichtig wie der Tanz. Es ist Gelegenheit für die Indianer, alte Freundschaften zu erneuern und ein gemeinsames Festmahl abzuhalten, bei dem traditionelle Speisen wie Bison, Wildbret, Getreide, Eintopf und gebratenes Brot serviert werden.

Es werden auch Tanzwettbewerbe abgehalten wobei man je nach Art des Tanzes, des Alters und des Geschlechts des Tänzers nach verschie- denen Kategorien unterscheidet. Die Preisrichter, im allgemeinen frühere Powwow-Tanzmeister, mischen sich unter die Wettbewerbsteil- neh-mer und beurteilen den Stil ebenso wie die Fähigkeit, im Rhythmus des Liedes zu bleiben und beim letzten Trommelschlag innezuhalten.

Pfeil und Bogen

Die den recht kurzen Bogen angepasste optimale Pfeillänge betrug 60 cm. Die Pfeilspitzen waren aus Stein, Knochen, Horn oder Metall, hatten die verschiedensten Formen und waren meistens mit Widerhaken versehen. Der Schaft bestand aus Hartholz oder auch aus Schilfrohr. Strahlenförmig angebrachte Vogelfedern machten die Befiederung aus, wodurch eine bessere Flugstabilisierung erzielt wurde. Tierbälge und Rohlederbehälter wurden als Köcher für Bogen und Pfeile verwendet

Die Ureinwohner Amerikas verfügten über verschiedene Bogentypen. Der einfache Flachbogen, meist aus dem Holz der Osage-Orange oder aus Eschenholz, war mit Hanfschnüren oder Rohlederstreifen, mit zusammengedrehten Tiersehnen oder Pflanzenfasern bespannt. Der Holzrücken war manchmal durch eine dünne Schicht aufgeleimter Bisonsehnen verstärkt, was die Reichweite von etwa einhundertvierzig Metern bis auf ungefähr einhundertsiebzig Meter vergrösserte.

Griffen die Waldlandindianer des Nordostens mit Vorliebe auf einen bis zu zwei Meter langen Flachbogen zurück, so zogen die Stämme des Präriegebietes den kurzen Flachbogen vor, der mit seiner maximalen Durchschnittslänge von 1,40 Meter vom Pferd aus leichter zu handhaben war und bei der Bisonjagd nützliche Dienste leistete.

Neben dem langen oder kurzen, einfachen oder verstärkten Flachbogen, der auch glatter Bogen genannt wurde, gab es den zusammengesetzten Bogen, der aus aneinandergefügten und verleimten Knochen- und Hornstücken bestand, deren Fugen mit Leder, Schlangenhaut oder Stoff sorgfältig ausgekleidet waren. Der sogenannte "Elkhornbogen" der nördlichen Plains-Völker mit etwa zweihundert Meter Reichweite erwies sich als der beste indianische Bogen, den die Nez Percés meisterhaft herzustellen wussten.

Pfeife Friedenspfeife

Die heilige Pfeife (Friedenspfeife) steht im Mittelpunkt des Glaubens der Sioux. Die Legende sagt, dass die Pfeife von der Weissen Büffelfrau zu den Sioux kam. Und zwar zogen einmal zwei junge Sioux aus, um Büffel zu jagen. Da begegnete ihnen eine wunderschöne Frau, die mit einer weissen Kalsbhaut bekleidet war. Auf dem Rücken trug sie ein Bündel. Einer der Jäger wollte sich ihr nähern, doch da senkte sich eine Wolke auf ihn herab, und als es wieder hell wurde, war nur noch ein Häufchen Knochen von ihm vorhanden. Die Frau sprach zum andern Jäger "Das Büffelvolk hat mich mit einer Botschaft zu deinem Volk gesandt. Geh und bereite mein Kommen vor".

Am nächsten Tag kam die Fremde ins Lager, wo schon ein Tipi für sie errichtet worden war. Sie nahm aus ihrem Bündel die Heilige Pfeife, zeigte, wie sie beim Gebet verwendet werden sollte, und versprach Segen und Glück. Dann legte sie die Pfeife in das Bündel zurück und übergab es dem Häuptling. Seither ist diese Pfeife das grösste Heiligtum für diesen Stamm geblieben. Die Fremde aber ging hinweg und verwandelte sich in einen weissen Büffel, der in der Prärie verschwand

 

 

Begriffe Q

 

Quillwork

Den Lesern von Indianerliteratur bekannte Art des Verzierens von Gebrauchs- und Kleidungsstücken. Bei dieser recht schwierigen aufwendigen Technik werden abgeflachte und gefärbte Stachelschweinborsten zu Applikationen durch Aufnähen, Flechten, Weben oder Umwickeln verarbeitet. Durch den Handel mit den Weißen kamen die Perlen nach Amerika und fanden schnell Verwendung beim Schmücken der Kleider, Decken, Leggins, Mokassins, Taschen, Messerscheiden u.a. Dingen des täglichen Lebens. Durch die einfacheren  Aufnähtechniken im Gegensatz zu den des  Quillens  wurden die Muster und Farben breitgefächerter und komplizierter. Heute besinnt man sich  aber auch wieder auf die Kunst des Quillens.

Quanah Parker

Sohn eines Comanchenhäuptlings namens Nocona (Wanderer) und einer weißen Gefangenen namens Cynthia Ann Parker. Er lebte von ca. 1845 bis 21.2.1911. Aufgrund seiner kriegerischen Fähigkeiten wurde Quanah Häuptling seines Volkes bis zur Niederlage 1874. Danach vertrieb man auch diese Indianer nach Oklahoma. Parker riet dort seinen Leuten, sich den Weißen anzupassen, ohne jedoch dabei die alten Traditionen zu vergessen. Er selbst wurde ein erfolgreicher Geschäftsmann, der persönlich Teddy Roosevelt kannte und diesen Einfluss für die Begnadigung des Apachenhäuptling Geronimo nutzte.

 
 

Begriffe R

 

Reservationen

Ersteres ist eine fälschliche Bezeichnung für indianische Reservationen in Nordamerika. Reservat bezeichnet ein Tierschutzgebiet und nicht den meistens erzwungenen Lebensraum für Menschen. Reservationen sind in den USA und Kanada den Indianern vorbehaltene und von der Regierung zugewiesene "Wohngebiete". Mit ihrer Errichtung war die Absicht verbunden, die Indianer von ihrem Land vertreiben zu können und damit besser unter Kontrolle zu haben. Die Vorläufer der Reservatione waren die sogenannten "Indianerterritorien", die ursprünglich nur für Stämme aus dem Südosten gedacht waren. Die Indianer der USA wurden vom Obersten Gericht 1831 per Schiedsspruch als "einheimische abhängige Völker im Zustand der Unmündigkeit" erklärt, die Vereinigten Staaten ernannten sich damit quasi  zum Vormund. Die Reservationen, welche oft aus völlig unfruchtbarem ödem Land bestanden, isolierten die Indianer von der übrigen Gesellschaft, wiesen sie auf die Gnade der Regierung an. Das heutige Leben der Indianer in den etwa 300 Reservationen in den USA (unterstehen heute direkt dem Bureau of Indian Affairs)  ist überwiegend von Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, hoher Kindersterblichkeit und Analphabetentum charakterisiert.

Rothaut Rothäute Die Indianer wurden nicht wegen ihrer Hautfarbe "Rothäute" genannt. Diese geht nämlich eher von gelblich bis braun, selten oder nie ins rötliche. Der Name entstand durch die Sitte vieler Indianer, im Krieg Gesicht und/oder Körper rot zu bemalen.
 

 

Begriffe S

 

Squaw

Ein Wort aus der Algonkinsprache, genauer gesagt aus der Sprache der Narragansett und bedeudet einfach Frau. Leider erfuhr die Bedeutung des Namens im Verlaufe des 19. Jahrhunderts eine negative Wandlung und wurde zum Schimpfwort. Heute ist der Name Squaw eine Beleidigung, denn darunter versteht man eine Prostituierte. In der herkömmlichen Indianerliteratur ist die nordamerikanische Indianerfrau oft ein untergeordnetes und unterdrücktes Wesen, das  "brav" hinter ihrem Mann herläuft oder als Gegenteil dazu eine kriegerische, schöne, stolze Prinzessin. In Wirklichkeit war das Leben, der soziale Rang irgendwo in der Mitte angesiedelt, wenn es natürlich auch beide Extreme gab, wie bei allen Völkern der Erde. Im Vergleich zu einer weißen Durchschnittsfrau jener Zeit ähnelte das Leben der "Squaw" weitgehend dem der Pionier-Urgroßmutter. Sie zog die Kinder groß, sammelte Nahrung, bereitete Mahlzeiten, errichtete Behausungen, betreute (oder heilte auch) Kranke, kurzum, sie kümmerte sich um den "Haushalt". Doch obgleich ihr Alltagsleben in vielen Dingen ähnlich war, genoß dennoch die Indianerfrau erheblich mehr Unabhängigkeit und Sicherheit als ihre weiße Geschlechtsgenossin.

Skalp

Eine Trophäe der Indianer, meist bestehend aus der abgezogenen Kopfhaut oder einem Teil davon, der präpariert wurde. Aus magischen und religiösen Gründen war er vor allem bei vielen nordamerikanischen Indianern begehrt. Die Weissen dagegen skalpierten aus Lust und vor allem des Geldes wegen. Auch die Verbreitung des Skalpierens über weite Gebiete des nordamerikanischen Kontinents vollzog sich erst nach Ankunft der Weissen.

Sonnentanz

Bei den Stämmen der Plains gab es viele eindrucksvolle religiöse Zeremonien.  Eine der wichtigsten Zeremonien war der "Tanz bei dem die Sonne angesehen wird", welcher von den Weissen schlicht "Sonnentanz" genannt wurde. Der heilige Sonnentanz-Pfahl der im Mittelpunkt des Sonnentanz-Kreises steht, ist bei den Sioux immer eine zweigablige Pappel. Ist ein solcher Baum gefunden, führt ein Mädchen, das noch nie mit einem Mann zusammen war, mit der Axt den ersten symbolischen Schlag. Wenn der Baum fällt, darf er den Boden nicht berühren, sondern muss von den Männern aufgefangen werden. Er wird zum Tanzplatz getragen, wo er in mit Büffelfett gefülltes Loch eingesetzt wird. Der Tanzkreis wird geglättet und ein schattenspendender Schirm aus Fichtenzweigen errichtet. Der Platz wird geweiht und bei Sonnenaufgang wird auf einer alten Adlerknochenflöte gespielt und darum gebeten, dass ein Adler zum Zeichen erscheine, dass der Tanz gesegnet sei.

Der Tanz wurde von der weissen Regierung viele Jahre verboten. Mittlerweile wird er wieder in traditioneller Art und Weise durchgeführt. Vielerorts nur zur Show für weisse Touristen, an andern Orten jedoch wie zu früheren Zeiten mit qualvollen Prüfungen, den Fleischopfern. Dazu werden Gebete gesagt, welche zusammen mit den Fleischopfern für die bestimmt sind, welche nach wie vor in den Gefängnissen leiden, für Freunde oder für diejenigen, welche krank sind.

Beim Hautopfer wird Haut aus den Armen geschnitten, oder man durchbohrt die Haut und versucht, sich wieder loszureissen. Als der Sonnentanz in den dreissiger und vierziger Jahren wieder aus dem Verborgenen heraustrat war das Durchbohren relativ harmlos. Es wurde nur ein kleines Stück Fleisch auf der Brust, über dem Herzen, mit einem kurzen Speiler oder einer Adlerkralle durchbohrt. Daran wurde ein ungegerbter Lederriemen befestigt, der von der Spitze des heiligen Pfahles herunterhing, und der Tänzer riss sich dann mit verhältnismässig wenig Mühe davon los.

Der Tanz dauert vier Tage und vier Nächte und mittlerweile wurde das selbstauferlegte Leiden immer grösser, wie in früheren Zeiten. So ziehen einzelne Indianer bis zu zwölf Büffelschädel hinter sich her und reissen sich los oder durchbohren auf der Brust zwei Stellen und lassen sich zur Spitze des Baumes heraufziehen, wo sie lange nur an ihren Brustmuskeln hängen, bis sie endlich von ein paar Männern bei den Fussknöcheln gepackt und losgerissen werden. Während dem Versuch, sich unter Schmerzen loszureissen, blasen sie ständig eine Pfeife aus Adlerknochen.

Skalp Skalpieren

Die barbarische Sitte war wahrscheinlich in voreuropäischer Zeit bei dem Muskhogee sprechenden, sesshaften und maisbautreibenden Indianerstämmen des Südostens als eine religiöse Zeremonie entstanden, die auf den blutigen Xipe-Kult der Azteken zurückging. Der Gott des Menschenschindes, Xipe Totex, stand im alten Mexico im Mittelpunkt eines grossen Festes, mit dem Menschenopfer besonderer Art verbunden waren. Nach Ablauf des Tötungsrituales wurden die Erschlagenen von den Priester gehäutet, die während der kommenden 20 Tage die Häute der toten Gefangenen überzogen und damit zu einem Symbol der Lebensverjüngung wurden.

Dadurch, dass die Indianer des Südostens dieses Häutungszeremoniell anderer Form übernahmen und nur auf die Kopfhaut bezogen, machen sie aus der Erbeutung des Skalps eine Abart der Hauttrophäe.

Ohne die von Briten und Franzosen ausgesetzten Skalpprämien, mit denen die Indianer während der Grenzkriege der kolonialen Mächte Europas gegeneinander gehetzt wurden, (Gouverneur Penn zahlte 1674 einhundertvierunddreissig Dollar für jeden Indianerskalp) und ohne die eisernen Messer der Weissen, die gegenüber den alten Stein- und Muschelklingen das "Abdecken" der Kopfhaut erleichterten hätte sich dieser Brauch jedoch nicht in dem Masse durchsetzen können.

Zudem waren sehr viele Berichte über angebliche Grausamkeiten der Indianer erlogene Hetzkampagnen gegen die üblen Wilden. Es beteiligten sich sehr viele Bleichgesichter an dieser unmenschlichen Gepflogenheit, um an den Skalpprämien mitzuverdienen. Zahlreiche Verbrecher skalpierten wegen der hohen "Kopfgelder" jeden, der das Unglück hatte, ihnen unters Messer zu laufen. 

 

 

Begriffe T

 

Travois

Transportmittel der Indianer der Plains und Prärien, z.Teil auch benutzt von denen des Großen Beckens und des Plateaus. Es handelt sich dabei um eine Stangen- oder Tragschleife, die zuerst in kleinerer Ausführung von Hunden und seit der Verbreitung des Pferdes von diesem gezogen wurde. Das Travois ist eine Kombination von 2 A-förmig zusammengebundenen Tipistangen, deren schwere Enden auf dem Boden schleiften, und einer Zeltplane. Auf ein Travois konnte meist die gesamte Habe einer Familie transportiert werden. Bei den einzelnen Stämmen gab es gewisse Unterschiede hinsichtlich  der Länge der Stangen, der Befestigungsart und des Materials der Ladefläche, aber die Funktionsweise war bei allen gleich. Das Rad als Transportmittel haben die Indianer Nordamerikas nicht genutzt.

Tecumseh

Bekanntester Häuptling (1768 - 5.10.1813) der Shawnee, einem algonkinsprechenden sesshaften Stamm im Ohio-Tal. Tecumseh erkannte mit als Erster, dass es zum Widerstand gegen das Vordringen der Weissen eines grossen Bündnisses der Indianer untereinander bedurfte, und der viel für dieses tat. 1795 organisierte er ein Lager mehrerer Stämme in der Nähe des Zusammenflussses von Wabash und Tippecanoe River, um den Vertrag von Greenville anzufechten. Im Verlaufe dieser Handlungen kam es seitens seines Bruders Tenskwatawa zu einem übereilten Angriff auf US-Truppen, der seine Pläne vereitelte. Deshalb schloß er sich den Briten im Krieg 1812 an, um weitere Vebündete gegen die Expansion der Amerikaner zu haben. In diesem Krieg fiel er als Brigadegeneral in einer Schlacht am Thames River.

Traumfänger Laut einer uralten Legende der Indianer versichert der Reif mit dem komplizierten Netz in der Mitte dem Schläfer einen von Alpträumen befreiten Schlaf. Das Gewebe lässt die guten Träume auf den Schläfer herabsinken, die bösen Träume verfangen sich jedoch hoffnungslos im Netz und verschwinden mit dem ersten Tageslicht.
Totengerüst Für den Prärie-Indianer waren Leben und Tod ein endloser Kreislauf. Die Sonne starb jeden Tag, um am Morgen wieder geboren zu werden. Pflanzen welkten in der Kälte des Winters, um zur Zeit des Grünens wieder zu spriessen. Ebenso war es mit dem Stamm. Die Geister der Toten wandelten auf dem Geisterpfad ins Land der vielen Zelte.

Die Prärie-Indianer begruben ihre Toten nicht. Sie legen die sterblichen Ueberreste auf hohe Gerüste, von wo ihr Geist in den Wind und in die Wolken entweichen konnte. Manchmal legten sie sie in die Astgabel eines Baumes oder auf eine hochgelegene Felsplatte. Manchmal wurde das Lieblingspferd eines Kriegers getötet damit er nicht zu Fuss in die Ewigen Jagdgründe gehen müsse. Kopf und Schweif des getöteten Tieres wurden dann an das Totengerüst gebunden. Die Angehörigen des Verstorbenen schnitten ihr Haar ab und bemalten sich mit Trauerfarben. Manchmal genügte ihnen das nicht und sie fügten sich selber Verletzungen zu um ihre Trauer über den Verlust auszudrücken.

Niemand hätte es je gewagt, den letzten Ruheplatz eines Mannes, auch wenn er ein Feind gewesen war, anzutasten oder etwas daraus wegzunehmen.

Tomahawk

Das Wort Tomahawk stammt aus der Sprache der Algonkins, wo es Tamähakan lautete und ursprünglich ein Werkzeug zum Schneide war. Erst nach und nach wurde es für alle Aexte und Kampfkeulen der Indianer gebraucht, bis es sich ausschliesslich auf die Metallkriegsbeile bezog.

Der Tomahawk, die Streitaxt mit geschweifter Stahlklinge und hölzernem Schaft, die besonders bei den Stämmen des Nordostens, der Plains und der Rocky Mountains eine grosse Verbreitung fand, lässt sich auf östliche Holzkeulenformen zurückführen. Schon vor der Ankunft der Weissen kannten die Indianer hölzerne Kugelkopf- und Säbelkeulen. Erstere waren Streitkolben mit kegelförmigem, in Leder eingenähtem und beweglich mit dem Schaft verbundenem Steinkopf. Letztere besassen eine doppelspitzige Steinklinge sowie einen federnden Stiel. 

Der sprichwörtliche Ausdruck "das Kriegsbeil begraben" weist darauf hin, dass der Tomahawk weit mehr als nur ein einfacher Totschläger war. Er wurde als zeremonielles Symbol gebraucht, das dazu diente, Friedensbezeugungen oder Kriegserklärungen zu übermitteln. Als 1670 der Fünf-Nationen-Bund der Irokesen die Algonkins bezwungen hatte, mussten die Besiegten beim feierlichen Friedensschluss ihren Tomahawk unter den fünf Streitäxten der Irokesen-Liga begraben. Damit wollten die Sieger den Algonkins, falls es ihnen einfallen sollte, das Kriegsbeil wieder auszugraben, ihre schmähliche Niederlage erneut in Erinnerung rufen. Die Irokesen überliessen den im Kampf Unterlegenen als Friedensgabe einen aus purpurnen Perlen angefertigten Wampun (Gürtel), auf dem ein weisser Tomahawk abgebildet war, der die Algonkins mahnte, vor einem neuen Krieg zurückzuschrecken.
Tipi Das Wort leitet sich von zwei Sioux-Worten ab, die "zum Leben" bedeuten.

Für ein Tipi wurden durchschnittlich 20 Zeltstangen, jede siebeneinhalb Meter lang, benötigt. Das Grundgerüst bestand aus drei bis vier Stangen über welche die restlichen Stangen gelegt wurden, so dass die Zeltdecke über ein konisches Stützwerk zu liegen kam.

Farbige Stoffwimpel an den Stangenspitzen riefen die Mächte der Geisterwelt an. Die Malereien waren durch wichtige Träume oder Visionen angeregt. Damit der Rauch aus dem Tipi entweichen konnte, besass es oben eine Rauchklappe welche mittels zwei Stangen geöffnet und geschlossen werden konnte.

An der Vorderseite wurde die Zeltdecke mittels Holzsplinten "verschnürt". Für das Tipi wurden an die 14 Büffelhäute (viereinhalb Meter im Durchmesser) zugeschnitten und zusammengenäht. Der untere Zeltrand wurde mit schweren Hartholzpflöcken gesichert, die durch Löcher in der Büffelhaut getrieben wurden.

 

 

Begriffe U

 

Umiak

Ein Umiak ist ein offenes Fellboot, das von den Inuitfrauen gerudert wurde und bis 8m lang und 1,50m breit sein konnte. Es diente als Transport- und Reisefahrzeug. In Alaska und im Norden Kanadas wurde es mit Paddeln fortbewegt. Im Gegensatz zum gedeckten Jagdkanu der Männer, dem Kajak, war es größer und offen, bestand aber aus demgleichen Material.

Uaschitschun

Auch Waschitschun genannt, ist die Bezeichnung der Plains- und Prärieindianer für männliche Weisse. In der Indianerliteratur wird dieses Wort fälschlicherweise oft mit Bleichgesicht übersetzt, dabei bedeutet es einfach nur "Geister", denn die Weissen in ihrer völligen Fremdartigkeit erschienen den Indianern nicht geheuer.

 

 

Begriffe V

 

Vier

Die Zahl Vier galt bei den meisten nordamerikanschen Stämmen als heilig. Sie resultiert aus dem Kult der vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Wind, welche meist alle personifiziert wurden; den vier Himmelsrichtungen, die gemalt ein symbolisches Kreuz ergaben und oft mit den Farben Schwarz (Norden), Gelb (Osten), Weiß (Süden) und Rot (Westen) in Verbindung gebracht wurden. Am meisten wurde die Vier bei den Plains- und Präriestämmen verehrt.

Vaquero

Ursprünglich indianische Rinderhirten in spanischen Missionsstationen, bis dann später alle Reiter auf den mexikanischen Grossgrundbesitzen Vaquero genannt wurden. Die Vaquero waren die Vorbilder der Cowboys in Nordamerika.

Vision Die Präriestämme hatten grosse Ehrfurcht vor Traumgebilden, denen sie ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkten. Traumgesichter wurden von jedem Indianer ernstgenommen, bargen sie doch oft lebenswichtige Schlüsse für den Betreffenden. Um eine Vision zu erhalten ritt der Indianer an einen abgeschiedenen Ort. Dort legte er sich Entbehrungen auf und fügte sich freiwillig Schmerzen zu, um ein Opfer zu bringen und sich die Götter günstig zu stimmen. Er fastete, betete ohne Schlaf tage- und nächtelang bis Hunger, Durst, Blutverlust und starke Sonnenbestrahlung ihn in einen für Visionen empfänglichen Gemütszustand versetzten.

U.a. sah Sitting Bull die Schlacht am Little Big Horn während einer Vision und Crazy Horse wusste aufgrund einer Vision bereits 23 Jahre vor seinem Tod, wie er einmal sterben wird! 

 

 

Begriffe W

 

Wounded Knee

Ort im US-Bundestaat South Dakota, der zweimal in der Geschichte der Indianer von Bedeutung war. Von religiöser Hoffnung durch den Geistertanz erfüllt, wurden 1890 dort 300 wehrlose Indianer - vom Minneconjou-Sioux-Häuptling Si-Tanka "Big Foot" (bekannt nicht so sehr wegen Taten, sondern wegen seines diplomatischen Geschicks) geführt - überfallen und samt ihrem Anführer wahllos niedergemetztelt. 1973 besetzten Mitglieder der  American Indian Movement unter Führung von Russel Means und Dennis Banks Woundet Knee, um auf die katastrophale Lage in der Pine Ridge Reservation aufmerksam zu machen.

Wapiti

Rothirschart aus Nordamerika mit mehreren Unterarten, der es auf 250-450kg Lebendgewicht brachte. Wegen dieses hohen Fleischanteils und seiner fast völligen Verwertbarkeit wurde er von den Indianern sehr geschätzt. Ausser als Nahrung diente er zur Herstellung von Kleidern, Taschen u.a, die Knochen und das Geweih zur Herstellung von Bögen u.v.m. Aus einer Wapitihaut erhielt man bis zu 12 Paar Mokassins. Sehr beliebt und kostbar waren die Zähne des Hirsches, die zum Schmücken von Frauenkleidern dienten und als Symbol für langes Leben galten. Der Wert eines solchen Kleides war sehr hoch und bedeutete für seine Trägerin einiges an Prestige.

 

 

Begriffe X-Z

 

Yuchi

Ein fast völlig "verschwundener" Indianerstamm, der in den Gebieten der Staaten Tennesse und Georgia zu Hause war. Heute leben nur noch wenige Yuchi mit Angehörigen der Cree in Oklahoma.

Yei

Eine wichtige Tanzfigur der Yeibichai-Zeremonien der Navajo, die göttliche Wesen darstellten. Der Yeibichai ist einer der wenigen öffentlichen Tänze diese Volkes, der den Höhepunkt und Abschluss einer bekannten Krankenheilungs- und Reinigungszeremonie bildet. Der Name des Tanzes wird synonym für die gesamte Handlung verwendet.

   

Zeichensprache

Die Zeichensprache diente den Indianern Nordamerikas, die Hunderte verschiedener Sprachen und Dialekte gebrauchten, zur gegenseitigen Verständigung. Dabei bedienten sie sich symbolischer vereinfachter Hand- und Fingerzeichen. So wurde das Wort Tipi (Tee-Pee = Zelt) z.B. durch Kreuzen des linken und rechten Zeigefingers ausgedrückt. Diese Gesten ermöglichten es den Indianern vieler Sprachfamilien auch sehr komplizierte Begebenheiten zu "berichten". Selbst Verträge wurden bei Verständigungsproblemen auf diese Art geschlossen.

Zivilisierung Nachdem die Indianerstämme in ihren Reservaten eingesperrt waren, ging die amerikanische Regierung dazu über, den Eltern ihre Kinder weg zu nehmen und sie in chritstliche Schulen (die wohl eher den Namen "Erziehungsanstalt" verdient hätten) zu stecken. Ziel war nicht in erster Linie, den Kindern lesen und schreiben beizubringen, sondern sie davon abzuhalten, ihre angestammte Religion und die rituellen Handlungen ihrer Väter zu erlernen.

Diese Zivilisierung ging sogar so weit, dass Indianerinnen, welche in einer ziviliserten Klinik ihr Kind zur Welt brachte, ohne ihr Wissen Zwangssterilisiert wurde. Dies geschah auch bei Frauen, die sich aus einem andern Grund in eine Klinik begeben und sich einer Operation unterziehen mussten.

Die Geschichte des 22jährigen Brulé-Sioux namens Plenty Horses führt mit besonderer Drastik die verheerenden Auswirkungen vor Augen, die der Prozess der "Zivilisierung" - die Erziehung in weissen Schulen und damit der Verlust der eigenen Tratition - auf einige Indianer haben konnte. Plenty Horses war in der 1882 gegründeten Carlisle School in Pennsylvania erzogen worden, die mit fanatischem Sendungsbewusstsein Kinder der Ureinwohner in weisse Musterbürger verwandeln wollte. Nach seinem Schulabschluss kehrte der junge Mann ins Rosebud-Reervat zurück, wo er die Aufstände von 1890-91 miterlebte.

Am 7. Januar 1891, während die Indianer und das Militär in der spannungsgeladenen Atmosphäre nach dem Massaker am Woundet Knee einander gegenüberstanden, ritt ein Leutnant namens E.W.Casey, der einen Trupp Armeescouts der Cheyenne kommandierte, mit einem dieser Scouts aus, weil er sich mit den Indianerführern treffen wollte.  Hüuptling Red Cloud schickte Casey eine Botschaft, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Er befürchtete, dass einige der jungen Krieger ihm etwas antun könnten, wenn ere dem Lager zu nahe käme. Nicht weit vom Hauptlager entfernt machte Casey halt, um sich mit einigen Indianern zu unterhalten. Plenty Horses schloss sich mit einem Freund, der zufällig des Weges kam, dieser Unterhaltung an. Als Casey sich aufmachen wollte, erhob Plenty Horses sein Gewehr und schoss ihm völlig unterwartet von hinten eine Kugel durch den Kopf.

Während seines Mordprozesses erklärte Plenty Horses seine scheinbar sinnlose Tat: "Ich bin ein Indianer. Fünf Jahre habe ich Carlisle besucht und wurde wie ein Weisser erzogen. Ich war einsam. Ich erschoss den Leutnant, um mir einen Platz unter meinem Volk zu verschaffen. Jetzt bin ich einer von ihnen. Ich werde gehängt werden, und die Indianer werden mich als Krieger bestatten. Sie werden stolz auf mich sein. Ich bin zufrieden." Die Mordanklage gegen Plenty Horses wurde aufgehoben, da das Gericht seine Tat als Kriegshandlung bewertete.

   

 
 © Andreas Kuhn 2003 kostenlose Statistik nach oben 

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