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Begriffe A
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Erläuterung
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Anorak
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Oberbekleidungsstück
der Inuit (Eskimo). Bezeichnung stammt aus ihrem Dialekt. Eine
Jacke aus Fell, meistens Karibu, welche an den Seiten zusammengenäht
war, mit großen Kapuzen, in denen die kleinen Kinder getragen
wurden. So wie der Name wurde auch das Kleidungsstück für Europa
übernommen. Es ist heute eine aus wasser- und windsicherem
Material hergestellte Wintersportjacke, die mit wärmedämmendem
Material auf der Innenseite gefüttert ist.
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American
Horse
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(Geb.
1830) American Horse machte an der Seite von Red Cloud, Crazy
Horse und Sitting Bull den gesamten Sioux-Krieg mit. Bei Slim
Buttes in Süd-Dakota griff am 29.9.1876 eine Vorausabteilung
unter Captain Anton Mills das Zeltdorf des Oglala-Häuptlings an.
Sein Unterleib wurde dabei von einer Schrotladung aufgerissen. Der
Häuptling setzte sich vor ein Feuer und breitete eine Decke über
seinen zerfetzten Unterleib. Bald verlor er das Bewusstsein und
starb. |
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Apache
Apachen
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Vor
undenklicher Zeit, lange bevor die Spanier die Neue Welt
erkundeten, verliess eine mächtige Abteilung aus der noch heute
in Alaska ansässigen Sprachfamilie der Athapasken den hohen
Norden und driftete durch Kanada nach Süden. Die äusserst
kriegerischen Indianer fielen über die friedfertige Pueblo-Kultur
her, von der sie den Anbau von Mais, Kürbis und Bohnen lernten.
Das Pueblo Volk bezeichnete die athapaskischen Eroberer als "apachu"
oder "Feinde", woraus die Spanier "Apaches"
machten. Die Apachen waren die ausdauerndsten Läufer und
Marschierer, die die Menschheit jemals hervorbrachte. Schon in frühester
Jugend lernten Apachen-Knaben, mit einem Mund voll Wasser und ohne
dabei einen Tropfen zu verschlucken, 20 bis 30 Kilometer im
Dauerlauf zurückzulegen. 300 Jahre lang behaupteten die Apachen
ihre "Wüstenfestung" gegen Spanier, Mexikaner, Texaner
und Yankees. Nachdem die USA 1848 im Kurzkrieg gegen Mexico die
Oberhand behalten hatten, wurden New Mexico und Arizona der Union
angeschlossen, womit die Amerikaner auch die in diesen beiden
Staaten ansässigen Apachen erbten. So lange die Armee die alte
Grenzerfahrung, wonach "Apachen nur von Apachen aufzuspüren"
sind ausser acht liessen, spielten dieselben Katz und Maus mit der
Armee. Als aber die US-Kavallerie Apachen-Scouts als Späher
anwarb und mit deren Geländekenntnisse Jagd auf die aufsässigen
Häuptlinge machte, zerschlugen diese abtrünnigen Indianer den
Widerstand ihres eigenen Volkes.
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Assiniboin
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Dieses
Reitervolk splitterte sich vor Jahrhunderten von den
Yanktonai-Sioux in Minnesota ab und zog in die Prärien von Kanada
und Montana. Der Name leitete sich aus dem Vokabular der Chippewas
ab, wo das Wort "Assi-nibo-in" so viel wie "einer,
der auf Steinen kocht" bedeutete.
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AIM
(American
Indian Movement)
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Die
AIM wurde 1968 geboren. Ihre Väter waren in der Hauptsache
Ojibways, Männer, die in den Gefängnissen von Minnesota absassen.
Ihre ersten Schritte machte sie als sie sich in den Slums von St.
Paul um indianische Ghetto-Probleme kümmerte. Es war eine
Indianerin, die der Bewegung den Namen gab. Zuerst nannten sie
sich Concerned Indian Americans, bis jemand herausfand, dass die
Anfangsbuchstaben CIA ergab. Das klang nicht sehr gut... Der Name
ist auch ein Wortspiel. Das englische Verb "to aim"
bedeutet "trachten nach, streben, abzielen auf". Das
Substantiv "aim" steht für "Ziel, Vorhaben,
Richtung". Die Initialen AIM sind also immer auch in dieser
Bedeutung mitzuverstehen.
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Akicita
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Gesellschaftliche
"Verbände" bei den meisten Plains- und Präriestämmen,
die eine Art Polizeifunktion hatten. Manchmal waren es
Kriegergesellschaften, die fortwährend diese Funktion innehatten,
manchmal wechselten sich die Kriegerbünde ab, allerdings bestand
nicht immer ein Zusammenhang zwischen Akicitas und Kriegerbünden
bzw. -gesellschaften. Die Aufgaben der Akicitas reichten von der
Organisation der Büffeljagden über den reibungslosen Ablauf bei
der Wanderung zu neuen Lagern oder manchmal die Ahndung von
Straftaten bis hin zur Durchsetzung der Beschlüsse des
"Stammesrates". Obwohl die Akicitas über bestimmte
Vollmachten verfügten, waren sie keine Institution, um die
Machtbefugnisse einiger weniger durchzusetzen.
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Begriffe B
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Bemalung
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Rot
war die Kriegsbemalung
Weiss
die Farbe der Trauer
Schwarz
die Farbe der Freude
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Big
Foot
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Sitanka.
Häuptling der Miniconjou-Lakota, um 1825 - 29. Dezember 1890.
Weniger seiner Kriegserfolge berühmt, als vielmehr aufgrund
seines diplomatischen Geschicks. Häuptlinge verschiedener
Abteilungen der Teton suchtem bei ihm Rat. Seit 1986 wird
jährlich in Erinnerung an das Wounded-Knee-Massaker von den
Indianern ein Big-Foot-Gedenkritt durchgeführt.
Er
starb beim schrecklichen Massaker vom 29. Dezember 1890 am Woundet
Knee Creek |
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Blackfeet
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Eines
der mächtigsten Völker der nördlichen Plains. Im Grunde ein
Bund von drei Stämmen. Nämlich den Piegans, den Blackfeet und
den Bloods. In der ursprünglichen Sprache heissen sie Siksikaw.
Ihr Name kommt wohl daher, weil sie ihre Mokassins schwarz
färbten.
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Büffel
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Die
Bezeichnung ist falsch. Richtige Bezeichnung ist Bison. Bevor
diese mächtigen Tiere von schiesswütigen Weissen abgeschlachtet
wurden, lieferte er den Indianern nicht nur Nahrung, sondern auch
Bekleidung und andere nützliche Dinge. Der bemalte Schädel
diente für religiöse Zeremonien, aus den Knochen wurde Werkzeug,
oder Pfeifen hergestellt. Aus der Blase des Büffels wurden
Provianttaschen gemacht und der Büffelschweif wurde oft als
Zeltschmuck verwendet.
Mit einer
Körperlänge bis zu drei, einer Schulterhöhe bis zu 1000
Kilogramm war der zottelige Koloss das mächtigste Landsäugetier.
Sein Fell war rötlich dunkelbraun und ging an Kopf, Mähne und
Schulter in schwarz über. Ganz selten kamen weisse, mitunter
graue und gefleckte Bisons vor.
Vor der
Ankunft des Weissen Mannes bevölkerten rund 60 Millionen Tiere
die grösste Wildrindweide der Welt. General Sheridan hatte
die traurige Idee, die Bisonherden planmässig abschiessen zu
lassen, um die Indianer dem organisierten Hungertod auszuliefern.
Und sein Plan ging vollends auf. Was die Kugeln seiner Soldaten
nicht schafften, erreichten die Büffelschlächter. Nun musste
auch der tapferste Krieger ins Reservat ziehen, wollte er nicht
zusehen, wie seine Familie verhungerte.
Hier eine
Anzeige aus dem Jahre 1868:
Eisenbahnausflug
mit Büffeljagd
Dienstag,
27. Oktober 1868, um 0800 Uhr früh verlässt ein Ausflugszug nach
Sheridan Fort Leavenworth. Rückkehr am Freitag. Unterwegs gibt es
ausreichend zeit für eine grosse Büffeljagd in den Plains. Es
gibt so viele Büffel längs der Strecke, dass man sie jeden Tag
vom Zug aus schiessen kann. Rückfahrtbillet nur 10 Dollar.
Bald
war die Strecke zu beiden Seiten der Geleise mit faulenden
Büffelkadavern bedeckt, die einen "pestilenzialischen
Gestank" verbreiteten. 1873 wurden nur noch 60 Cents pro haut
gezahlt. Man musste schon eine Menge Büffel töten, um auf diesem
blutigen Markt gut zu verdienen. Ein Jäger konnte leicht 100
Büffel von einem Punkt aus schiessen. Einer schoss 263 an einem
Tag, wobei er zeitweise 3 pro Minute erlegte.....
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Bogen und
Pfeil
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Die
den recht kurzen Bogen angepasste optimale Pfeillänge betrug 60
cm. Die Pfeilspitzen waren aus Stein, Knochen, Horn oder Metall,
hatten die verschiedensten Formen und waren meistens mit
Widerhaken versehen. Der Schaft bestand aus Hartholz oder auch aus
Schilfrohr. Strahlenförmig angebrachte Vogelfedern machten die
Befiederung aus, wodurch eine bessere Flugstabilisierung erzielt
wurde. Tierbälge und Rohlederbehälter wurden als Köcher für
Bogen und Pfeile verwendet
Die
Ureinwohner Amerikas verfügten über verschiedene Bogentypen. Der
einfache Flachbogen, meist aus dem Holz der Osage-Orange oder aus
Eschenholz, war mit Hanfschnüren oder Rohlederstreifen, mit
zusammengedrehten Tiersehnen oder Pflanzenfasern bespannt. Der
Holzrücken war manchmal durch eine dünne Schicht aufgeleimter
Bisonsehnen verstärkt, was die Reichweite von etwa
einhundertvierzig Metern bis auf ungefähr einhundertsiebzig Meter
vergrösserte.
Griffen
die Waldlandindianer des Nordostens mit Vorliebe auf einen bis zu
zwei Meter langen Flachbogen zurück, so zogen die Stämme des Präriegebietes
den kurzen Flachbogen vor, der mit seiner maximalen Durchschnittslänge
von 1,40 Meter vom Pferd aus leichter zu handhaben war und bei der
Bisonjagd nützliche Dienste leistete.
Neben
dem langen oder kurzen, einfachen oder verstärkten Flachbogen,
der auch glatter Bogen genannt wurde, gab es den zusammengesetzten
Bogen, der aus aneinandergefügten und verleimten Knochen- und
Hornstücken bestand, deren Fugen mit Leder, Schlangenhaut oder
Stoff sorgfältig ausgekleidet waren. Der sogenannte "Elkhornbogen"
der nördlichen Plains-Völker mit etwa zweihundert Meter
Reichweite erwies sich als der beste indianische Bogen, den die
Nez Percés meisterhaft herzustellen wussten.
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Begriffe C
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Calumet
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Friedenspfeife
(siehe auch unter Pfeife). Zumeist langrohrige Tabakpfeife, die
vornehmlich bei Zeremonien oder zur Bekräftigung von Friedensabschlüssen
geraucht wurde. Der Name ist abgeleitet vom französischen chalumeau
= Rohr, Flöte, Pfeife. Der mit Bisonfett polierte Pfeifenkopf war
aus Catlinit hergestellt, einem rötlichen, feinförmigen Mineral,
das im südwestlichen Minnesota gewonnen wurde.
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Cherokee
Cherokees
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Das
vornehme Volk der Cherokees lebte dort, wo Georgia, Tennesse und
Nord Carolina sich berühren. Der Name geht auf das Choctaw-Wort
"Chi-luk-ki" zurück, was soviel wie Höhlenvolk
bedeutete. Am 6.6.1838 drang General W. Scott mit US-Truppen in die
Cherokee-Republik ein und begann mit einer gewalttätigen
Evakuierung. Mit gezückten Bajonetten wurden die Familien zu Plätzen
getrieben, die man heute Konzentrationslager nennen würde. Man
liess ihnen keine Zeit, sich auf die mühevolle Reise vorzubereiten,
sie durften weder ihr Land verkaufen noch ihren Besitz veräussern.
Was nicht von den Soldaten geplündert werden konnte, wurde an Ort
und Stelle verbrannt, sämtliche Tiere (Pferde, Hunde, Hühner etc.
)wurden erschossen. Der Marsch der tausend Meilen ins ferne Oklahoma
wurde für die Cherokee-Nation zu einem "Weg der Tränen".
Ein Grossteil der Indianer starb an Hunger, Durst, Kälte, Hitze,
Erschöpfung und Krankheiten. Im Bruderkrieg zwischen den Nord- und
Südstaaten 1861 ergriffen sie mit vielen Regimentern Partei für
die Grauröcke der Südstaaten.. Da jedoch die Nordstaatler
siegreich waren, war es um die Zukunft der Cherokees schlecht
bestellt.
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Cheyenne
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Um 1600
lebten die Cheyenne in festen Dörfern im Minnesota-Land der
Santee-Sioux, betrieben Ackerbau und Viehzucht und waren für ihre Töpferkunst
bekannt. Aus den sesshaften Ackerbauern wurden dann nomadische Büffeljäger.
1851 war die Aufsplitterung in einen nördlichen und südlichen
Zweig des Stammes abgeschlossen.
Die Northern
Cheyenne gingen mit den Sioux, die Southern Cheyenne mit den
Comanchen und Kiowas ein Bündnis gegen die bleichgesichtigen
Eindringlinge ein. Die Northern Cheyenne hatten in ihr Haar
Streifen aus rotbemaltem Rehleder geflochten, trugen Krähenfedern
auf den Köpfen und verwendeten so viele Siouxworte, dass die
Southern Cheyenne sie nur schwer verstanden. Sogar die Bezeichnung
Cheyenne stammte von den Sioux und lautete ursprünglich "Shahi'yena"
oder "Shai-ena" was soviel wie "Volk einer anderen
Sprache" bedeutete.
Die
Cheyenne wurden Opfer von zwei der brutalsten Massenmorde in der
US-Geschichte (deren es bekanntlich sehr viele gab...!!!). Am Sand
Creek im östlichen Colorado überfielen Soldaten im Morgengrauen
ein Indianerdorf und töteten rücksichtslos in unbeschreiblicher
Mordgier die erwachenden Männer, Frauen und Kinder, die davon überzeugt
waren, unter dem Schutz der US-Kavallerie zu stehen. Vier Jahre später,
am 27.11.1868 wiederholte sich dasselbe Massaker am oberen Washita
River, wo ein Winterlager die Zielscheibe weisser Massenmörder
wurde. Danach war es um die Cheyenne als selbständiger Stamm
geschehen.
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| Chippewa
Chippewas |
Die
Chippewas oder Ojibwas (Runzlige Mokassins) aus der
Algonkin-Sprachfamilie lebten in weiten Gebieten nördlich und südlich
der Grossen Seen in Kanada, Wisconsin und Minnesota.
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| Comanche
Comanchen |
Sie
lebten in den östlichen Rocky Mountains und hatten sich mit ihrer
kleinen, dunklen und gedrungenen Gestalt bis in den Körperbau
hinein den schwierigen Umweltbedingungen der Wyominger Bergwelt
angepasst. Allen erdenklichen Krankheiten schutzlos preisgegeben,
erhielten sie sich knapp am Leben und erreichten selten das Höchstalter
von 40 Jahren. Von den Sioux wurden sie "Pah-doo-kah" und
von den Utes "Kohmats" genannt. Die Spanier machten daraus
dann den Namen Comanchen. Um 1725 hatten sie vom Land der
Apachen Besitz ergriffen. Ein überschwengliches Gefühl von Macht,
Stolz und Ueberlegenheit packte die gedrungenen, krummbeinigen und
ein wenig fülligen Krieger. Sie waren in der Folge richtig
kriegsbesessen und führten ununterbrochen Krieg. Doch auch dieser
Indianerstamm hatte 100 Jahre später gegen die US-Kavallerie keine
Chance und zog das Reservat dem Hungertod schliesslich vor.
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| Coup |
Siehe
unter "Federn" |
| Crazy
Horse |
Crazy Horse
wurde im Herbst 1841 als Sohn eines Medizinmannes geboren und wuchs
zum tapferen Kriegshäuptling heran. Crazy Horse bedeutete in der
Sioux-Sprache "Ta' Shunke Witko", was so viel wie Wildes
Pferd bedeutete. Eine seiner bedeutendsten Schlachten führte er
zusammen mit andern Häuptlingen am 25.6.1876 am Little Big Horn, wo
Custers 7. Kavallerieregiment vernichtend geschlagen wurde.
"Ho-ka hey! Es ist ein guter Tag zum Kämpfen! Es ist ein guter
Tag zum Sterben." So hatte Crazy Horse seine Kämpfer vor der
Schlacht am Little Big Horn angefeuert.
Nach
diesem Gefecht jagte die Armee die Präriestämme auf Biegen und
Brechen und am 7.5.1877 musste sich Crazy Horse erschöpft von
Hunger, Durst, Kälte und Hoffnungslosig keit mit 889 Oglalas und
250 Kriegern ergeben. Als er sich nach einem angeblichen
Fluchtversuch der Einkerkerung widersetzte packte ihn sein verräterischer
Jugendfreund Little Big Man von hinten und hielt ihn umklammert, so
wie es Crazy Horse dreiundzwanzig Jahre zuvor eine Vision verkündet
hatte. Dann durchbohrten ihn mehrere Bajonettstiche herbeieilender
Soldaten (5. September 1877) - ein trauriges Ende für einen der grössten
Indianerkämpfer aller Zeiten.
Ueber den
grossen Häuptling Ta' Shunke Witko habe ich zwei sehr gute Berichte
in englischer Sprache gefunden.
Ta'Shunke Witko
Crazy
Horse, Oglala
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Crow
Crows
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Sich
selbst nannten sie "Ap-sa-ru-ke" was mit Krähenindianern
übersetzt werden kann. Obgleich sie der Sioux-Sprachfamilie angehörten,
lagen sie in ständigem Streit mit den Sioux und den Cheyenne. Sie
waren weit und breit als gerissene Pferdediebe bekannt. Später
liessen sich viele Crows von der US-Kavallerie als Späher einsetzen
und konnten sich so an ihren alten Blutsfeinden rächen. Dieser
eigennützige Verrat an ihren roten Brüdern nützte jedoch auch den
Crows schlussendlich nichts.
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Catlinit
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Roter
aluminium- und silikathaltiger Tonschiefer, der leicht zu
bearbeiten ist, solange er "frisch" ist und sich deshalb
gut für Schnitzereien eignet. Bekannt wurde dieser Ton durch
seinen Verwendungszweck bei den Indianern, die sich daraus ihre
Pfeifenköpfe herstellten. Benannt wurde der Stein nach dem
heute berühmten Indianermaler George Catlin (1796-1872), der 1836
den heiligen Pfeifensteinbruch in Pipestone im Südwesten
Minnesotas besuchte und als erster ausführlich darüber schrieb.
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Begriffe D
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Dakota
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siehe
unter Lakota |
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Dampfbad
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Vor
allen heiligen Zeremonien wurde und wird immer noch das Ritual des
Dampfbades abgehalten. Vermutlich handelt es sich um eines der ältesten
Rituale, weil es mit den glühenden Steinen zusammenhängt, den
beschwörenden Gedanken Tunkas, des Felsen, des ältesten Gottes der
Sioux. Die Hütte wird aus Weidenruten errichtet. Sie werden zu
einer Kuppel geformt, die an einen Bienenkorb erinnert. Badehütten
sind ganz unter- schiedlich gross. Sie können zwischen acht bis
vierundzwanzig Leute aufnehmen. Die gebogenen Weidenruten werden mit
roten Stoffstreifen zusammengebunden. Manchmal befestigt man als
Opfergabe Bull-Durham-Tabak am Rahmen, der dann mit Decken oder
Segeltuch bespannt wird. In den alten Tagen nahm man dafür Büffelhäute.
Der Boden ist mit Salbei bestreut. In der Mitte befindet sich eine
runde Grube, in die die erhitzten Steine gelegt werden. Beim Bau
einer Hütte sollen die Leute alte Streitigkeiten vergessen und nur
gute Gedanken haben.
Ausserhalb
der Hütte wird in einer ganz bestimmten Art und Weise Holz für das
Feuer gestapelt, mit dem die Seine erhitzt werden - Peta
owihankeshni - das "endlose Feuer", das von Generation zu
Generation weitergegeben wird. Wenn es eine Weile hell gebrannt hat,
werden weisse Kalksteinbrocken in seine Mitte gelegt. Diese Brocken
zerplatzen nicht in der Hitze. Ein paar von ihnen werden
spinnennetzartig mit grünem Moos bedeckt. Man glaubt, dass das eine
geheime Geisterschrift darstellt. Die aus dem Feuerloch der Hütte
ausgehobene Erde wird zu einem schmalen Weg aufgeschüttet, der von
Eingang der Hütte zu einem kleinen Wall führt. Der stellt Unci dar
- die Grosse Mutter Erde. Während man diesen Wall aufhäuft, wird
ein Gebet gesprochen. Dann wählt man einen Mann, der auf das Feuer
acht gibt, die heissen Steine zur Hütte bringt und den Türvorhang
bedient. Bei den Sioux nehmen Frauen und Männer getrennt am
Dampfbad teil. Wer an einem solchen teilnimmt, zieht sich aus und
kriecht, in sein Handtuch gewickelt, in die kleine Hütte, und zwar
in Uhrzeigerrichtung. In der Dunkelheit drinnen nimmt man die Handtücher
ab und hockt sich nackt hin. Dann werden die Steine einer nach dem
andern in die Hütte gebracht. Jeder Stein wird mit dem Pfeifenkopf
berührt, der in der Gabel eines Hirschgeweihs in die Mittelgrube
gestellt wurde. Zuerst geht der Führer hinein und setzt sich rechts
neben den Eingang. Ihm gegenüber sitzt an der anderen Seite des
Eingangs sein Helfer. Der Führer hat in Reichweite einen Eimer mit
kaltem, sauberen Wasser und eine Schöpfkelle. Ueber die Steine
werden nun grüne Zedernzweige gestreut, die die Luft mit ihrem
aromatischen Duft erfüllen. Draussen vor dem Türvorhang ist ein Büffelschädel-Altar,
an dessen Hörnern Tabakpäckchen befestigt sind.
Nun
beginnt die Reinigung. Da Zedernzweige und Salbei auf die Steine
gestreut wurden, fangen die Teilnehmer den heiligen Rauch mit den Händen
auf, atmen ihn ein und reiben sich damit Gesicht und Körper ein.
Dann wird kaltes Wasser auf die Steine gegossen, und die
aufsteigende weisse Dampfwolke, der "Atem des Grossen
Vaters" füllt die ganze Hütte. Zu einem Dampfbad gehören
vier "Türen", das heisst, dass der Vorhang während der
Reinigung viermal geöffnet wird, damit von draussen etwas kalte
Luft hereinkommt und den Teilnehmern Erleichterung verschafft.
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Desperado
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Ein Mensch,
der sich durch seine gesetzwidrigen Handlungen, wovon es im wilden
Westen in der Konfrontation zwischen Indianern und weißen
Siedlern sehr viele gab, außerhalb der gesellschaftlichen Normen
verhielt. Ein Desperado wird deshalb auch zuweilen als Outlaw
bezeichnet.
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Delaware
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Stamm der
Indianer der Waldlandkulten bzw. des Nordostens, der zur
Sprachgruppe der Algonkin gehört, einer der grössten
Sprachfamilien Nordamerikas. Wie so oft bei den Stammesnamen
bezeichneten sich die Delawares selbst als die wahren Menschen, in
diesem Falle Lenni Lenape. Die Delaware waren Bodenbauer, die im
Tal des gleichnamigen Flusses, sowie an der Atlantikküste in
Clanverbänden lebten. Ihre Wohnform war das Langhaus. Nach der
Ankunft der Europäer schlossen sich die bis dahin weitgehend
einzelnen Siedlungen der Delaware zu einem politischen
Stammesverbund zusammen.Trotzdem wurden sie 1690 von den Irokesen
besiegt und zogen sich in Richtung Westen zurück. 1789 begann
ihre Zwangsumsiedlung, die nach mehreren Etappen für die Mehrzahl
1867 in Oklahoma endete, wo heute noch die meisten der ca. 2000
Delawares leben.
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Begriffe E
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Eskimo
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In der
nordamerikanischen Arktis lebende Bevölkerung, die nicht
den Indianern zuzurechnen ist. Der Name Eskimo geht auf ein
Schimpfwort aus der Sprache der Algonkin zurück, die dieses Volk
Eskimatsi oder Ashkimeq nannten, was in ihren verschiedenen
Dialekten "Rohesser" bedeudet. Er bezieht sich auf die
Sitte, rohen Fisch zu essen, der besonders proteinreich ist. Sie
selbst bezeichnen sich als Inuit , was in unserer Sprache
"Menschen" heißt. Sie leben von der Jagd auf im Wasser
lebende Säugetiere wie Seehunde, Wale und Walrosse und vom
Fischfang. Einige Binnenland-Eskimos jagten Karibus, ausgestattet
wie ihre Nachbarn -die Indianer- mit Pfeil und Bogen. Die Kultur
der Eskimos reicht bis etwa 2000 v.u. Z zurück. Sie sind die
Zuletztgekommenen der großen asiatisch-amerikanischen
Wanderungen, wovon noch heute ihre überwiegend einheitliche
Sprache kündet. Ihre wichtigsten Fortbewegungs- bzw.
Transportmittel sind Boote und Hundeschlitten. Die Hunde der Inuit,
von den Weißen "Huskies", "Rauhstimmige",
genannt, sind wollige, kurzschnauzige, muskulöse Tiere zwischen
Spitz und Chow-Chow, die bei guter Ernährung bis zu 150 km pro
Tag zurücklegen können. Nicht alle Inuit leben in den uns
bekannten Iglus. Die Inuit von Alaska z.Bsp. haben niemals
Schneehäuser gebaut, sondern bauten sich an ihren Fangplätzen Häuser
aus Treibholz oder Walknochen, die sie mit Erdschollen bedeckten
und zuschneien ließen. Das Haus des Alëuteneskimo ist
halbunterirdisch in die Erde eingegraben und auf dem oberen Teil
ebenfalls mit rasenähnlichen Erdschollen bedeckt. Seitlich führt
eine Leiter ins Innere hinein.
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Everglades
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Lebensraum der
Indianer, vornehmlich der Seminolen, nach der Ankunft der Spanier
und später Amerikaner. Die Everglades sind ein unwegsames (viele
behaupten ungesundes) Sumpfgebiet im Süden Floridas. Bekannt
wurden die Everglades durch den Freiheitskampf der Seminolen und
ihres Häuptlings Osceola. Nach mehreren Kämpfen, die 1858 mit
dem Tod Osceolas endeten, wurde der Großteil der Seminolen nach
Oklahoma "umgesiedelt". Bis 1930 konnten sich allerdings
kleine Gruppen der Seminolen in den Everglades verstecken und
zogen erst nach dem Friedensschluß mit der US-Regierung in
mehrere kleine Reservate um.
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Ewige
Jagdgründe
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Die meisten
Indianerstämme glaubten fest an ein Leben nach dem Tod. Sie
bestatteten ihre Verstorbenen auf Gerüsten, deckten sie auch auf
Hügeln mit Steinen zu oder versenkten sie in Felsspalten. Gemäss
ihren Vorstellungen lösten sich die Seelen von der Körpern
stiegen über die Hängende Strasse ins Land des Hauptgeistes
Heammawihio auf und verbrachten dort ein angenehmes Dasein. Sie
nannten das Land der Toten die "Glücklichen Jagdgründe"
woraus die Weissen die "Ewigen Jagdgründe" machten.
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Begriffe F
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Fort
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In Nordamerika
die Bezeichnung für eine Garnison, die für Kriegszeiten mit
Palisaden und Wachtürmen umgeben war. Mit der rasch
voranschreitenden Entwicklung, Eroberung und Besiedlung des
Westens bestanden die Forts meist nur aus weiträumig auseinander
liegenden Gebäuden ohne Wehrzäune. In den Forts war meistens
Kavallerie stationiert. Im Freiheitskampf der Indianer spielten
sie als Handels- und Kommunikationszentren eine wichtige Rolle. Im
Jahre 1869 wurden in den USA 255 Forts gezählt; 1892 gab es noch
96, wobei sich davon 63 westlich des Mississippi befanden. Eines
der bekanntesten Forts der amerikanischen Geschichte ist Fort
Laramie, bekannt wohl auch dadurch, daß dort im Jahre 1868
ein Friedensvertrag abgeschlossen wurde, der den Red Cloud´s
Krieg beendete. Die heute 334 ha große Befestigungsanlage und
ehemals wichtige Pelzhandelsniederlassung liegt nahe der Mündung
des Laramie River in den North Platte River im US-Bundesstaat
Wyoming.
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Fünf
Zivilisierte
Stämme
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Bezeichnung für
5 Stämme des Südostens. Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Creek und
Seminolen hatten sehr früh Kontakt zu den weißen Siedlern und
passten sich, unabhängig voneinander, relativ schnell deren
Lebensweise an. Sie entwickelten eine andere Landwirtschaft als
bisher, hatten eigene Bildungsstätten und der Cherokee Sequoya
entwickelte 1809 sogar eine Schrift und 1828 erschien die erste
Zeitung "The Cherokee Phoenix". Trotz dieser
"zivilisierten" Art blieben auch diese Stämme nicht von
der Vertreibung aus ihrem eigenen Land verschont, da der weiße
Mann wieder einmal Land brauchte. 1814 kam es zum Krieg zwischen
Stämmen der 5 zivilisierten Stämme und der US-Regierung, der
1831 mit der Zwangsumsiedlung in das Indianerterritorium endete.
Die Cherokee wurden im Winter 1838/39 unter schlimmsten
Bedingungen nach Oklahoma deportiert. Von den etwa 18 000
Indianern überlebten nur ca. 4000. Später erhielt diese
Zwangsumsiedlung den bezeichnenden Namen "Zug der Tränen".
Diese 5 Stämme schlossen sich in Oklahoma im
Indianerterritorium zu einer Konförderation zusammen, die dann
als die Fünf Zivilisierten Stämme bekannt wurden.
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Friedenspfeife
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Die
heilige Pfeife (Friedenspfeife) steht im Mittelpunkt des Glaubens
der Sioux. Die Legende sagt, dass die Pfeife von der Weissen Büffelfrau
zu den Sioux kam. Und zwar zogen einmal zwei junge Sioux aus, um Büffel
zu jagen. Da begegnete ihnen eine wunderschöne Frau, die mit
einer weissen Kalsbhaut bekleidet war. Auf dem Rücken trug sie
ein Bündel. Einer der Jäger wollte sich ihr nähern, doch da
senkte sich eine Wolke auf ihn herab, und als es wieder hell
wurde, war nur noch ein Häufchen Knochen von ihm vorhanden. Die
Frau sprach zum andern Jäger "Das Büffelvolk hat mich mit
einer Botschaft zu deinem Volk gesandt. Geh und bereite mein
Kommen vor".
Am
nächsten Tag kam die Fremde ins Lager, wo schon ein Tipi für sie
errichtet worden war. Sie nahm aus ihrem Bündel die Heilige
Pfeife, zeigte, wie sie beim Gebet verwendet werden sollte, und
versprach Segen und Glück. Dann legte sie die Pfeife in das Bündel
zurück und übergab es dem Häuptling. Seither ist diese Pfeife
das grösste Heiligtum für diesen Stamm geblieben. Die Fremde
aber ging hinweg und verwandelte sich in einen weissen Büffel,
der in der Prärie verschwand
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Feder
Federschmuck
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Für den
Kriegszug wurden Federn ins Haar gesteckt. Sie verrieten, was der
Krieger bereits vollbracht hatte.
Coup: Es
gab bestimmte Regeln, die den Grad einer Ehre festlegten. Noch
ehrenvoller als einen Feind zu töten (was ja von weitem mit Pfeil
und Bogen verhältnismässig einfach war), war es, ganz nahe an
den Feind heranzugehen und ihn mit der Hand oder mit einem Stab zu
berühren. Das Wort hatten die Indianer von französischen
Trappern gelernt, die sich eines Knüppels bedienten, um dem
Angreifer einen Schlag zu versetzen. Die Indianer änderten die
ursprüngliche Bedeutung leicht ab und sprachen von "counting
coups".
Indianische
Krieger kämpften nur selten grosse Schlachten aus, an denen der
ganze Stamm teilnahm. Ihre Kriegsführung ähnelte eher einem
mittelalterlichen Turnier und richtete sich nach allgemein
anerkannten Regeln. Man kämpfte, weil die jungen Männer nach
persönlichem Ruhm strebten. Bei den Blackfoot-Indianern galt es
als grösster Coup, einem lebenden Feind das Gewehr wegzunehmen.
Eine im Krieg erlittene Wunde, besonders vorn, zählte hoch, aber
einen verwundeten Freund, der sein Pferd verloren hatte, aus
feindlicher Umzingelung zu befreien, wurde noch viel höher geschätzt.
Auch
barmherzige Taten wurden bewundert. Sitting Bull verschonte in
seiner Jugend das Leben eines jungen Burschen aus dem Stamm der
Assiniboin, der allein gegen eine ganze Schar Krieger
standgehalten hatte. Sitting Bull schloss mit ihm Bruderschaft und
gewann dadurch grosse Ehre.
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Begriffe G
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Geistertanz
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Geistertanz;
Ghost Dance -bedeutenstes Element der religiösen
"Geistertanz-Bewegung" der Plains- und Prärieindianer
Ende des 19. Jahrhunderts. Diese Zeremonie, die von dem
Paiute-Prophet Wovoka ins Leben gerufen wurde, sollte mit religiösen
Mitteln (z.B.das gemeinsame Tanzen zu speziellen Liedern und das
Tragen besonderer Kleidung wie "kugelsichere" Hemden und
Mokassins mit vollbestickter Sohle) die Rückkehr des Büffels und
die Vertreibung des Weißen ermöglichen. Die US-Regierung sah in
dieser Geistertanzbewegung eine Art des indianischen Widerstandes
und verbot ihn im Jahre 1890. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes
über die Freiheit indianischer Religionen 1978 wurde den
Indianern offiziell die Durchführung dieses Geistertanzes wieder
gestattet.
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Gaucho
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Äquivalent
des Cowboys in Südamerika. Gaucho bezeichnet einen berittenen
Viehhirten in den Pampas, der meistens indianischer Abstammung
ist.
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Begriffe H
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Heiler
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Bezeichnung für
medizinische Experten, die sich sowohl mit der Diagnose als auch
mit der Behandlung von Krankheiten befassen, wobei es
Spezialisierungen für Mensch oder Tier und für bestimmte
Krankheiten wie z.B. Schußwunden, Knochenbrüche oder auch im
Sinne der "Geburtsmedizin" gibt. Sie sind Träger der
"Heilmedizin" und beziehen in ihre Arbeit psychische,
spirituelle, soziale und ökonomische Aspekte mit ein. Der
Ausdruck Medizinmann oder -frau ist sehr allgemein und wird fälschlicherweise
oft mit Schamanen, Priestern oder Zauberer in Verbindung gebracht.
Die Tätigkeit eines Heilers oder Heilerin ist selten
"hauptamtlich".
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Haartrachten
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Eigentlich nur
bis zu einem gewissen Grad vom Geschmack des Trägers
bestimmt, unterlagen sie jedoch weitgehend der Stammesspezifik
oder zeremoniellen Funktionen (siehe die Haarschnecken als
Jungfrauenfrisur bei den Hopi). Dabei gab es auch
Modeerscheinungen, wobei Zöpfe in allen Variationen eine
besondere Rolle spielten. Männer trugen das Haar meist auffälliger
als Frauen, wobei wohl bei den Frauen auch eher praktisch
gehandelt wurde, wenn sie das Haar in schlichten Zöpfen trugen,
damit es z.B. nicht "ins Essen hängt".
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Häuptling
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Unter Häuptling
verstehen die Naturvölker den anerkannten Anführer einer
Gemeinschaft, der ein Mann mit festen Ueberzeugungen, kraftvollem
Charakter und erprobten Fähigkeiten sein muss. Zu den unerlässlichen
Wesensmerkmalen eins "guten" Häuptlings zählten
Tatkraft und Gelassenheit, Tapferkeit, Klugheit und Weisheit,
Aufgeschlossenheit gegenüber den Meinungen anderer, Besonnenheit
im urteil und grosse Redegewandtheit.
Viele Stämme
hatten zwei Häuptlinge, einen Friedenshäuptling, der seine
Stellung meist geerbt hatte, und einen Kriegshäuptling, der sein
Amt durch Ansehen erlangt hatte. Dem Friedenshäuptling oblag es,
das Gefühl der Stammeseinigkeit zu fördern und zu erhalten,
Streitigkeiten zwischen Gruppen und Personen zu schlichten, als
Sprecher der Nation bei Treffen mit anderen Stämmen oder bei
Unterhandlungen mit Weissen aufzutreten und unter den einzelnen
Stammesgruppen die Jagdreviere aufzuteilen. Des Kriegshäuptlings
Mission bestand darin, bei kriegerischen Auseinandersetzungen die
Taktik festzulegen, Späher auszusenden, Wachposten aufzustellen,
Lagerplätze auszuwählen, Männer zur Wassersuche und zur
Pferdeversorgung einzu- setzen und die ihm unterstehende
Streitmacht in die Schlacht zu führen
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Heilen
Heilpflanzen
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Pflanzensud
und heisse Steine, Schimmelpilze, Kakteensaft und Wurzeln. Die
Apotheke Manitous war reichhaltig. Die Indianer kannten sehr viele
Heilpflanzen. So half zum Beispiel die Rinde des
Fenchelholz-Baumes bei Koliken, Blähungen, Leber- und
Nierenschmerzen. Der Sud aus Blättern und Beeren sollte
rheumatische Beschwerden und Geschlechtskrankheiten lindern.
Frisch zerriebene Blätter dienten als Wundpflaster, das
ausgekochte Wurzelmark als Narkotikum. Die Indianer kannten sogar
so etwas wie Penicillin. Zur Behandlung von Wundinfektionen
und gegen Diphterie kratzten sie Schimmelpilzkulturen von den
Baumstämmen ab und strichen sie auf die Wunden.
Die
bekannteste indianische Kulturpflanze ist der Tabak. Sein Saft
half gegen Zecken und desinfizierte Wunden. Sein Rauch begleitete
nicht nur Rituale und Kulte, er linderte auch Kopf- und
Zahnschmerzen. In der Regel rauchten die Indianer den Tabak
vermischt mit anderen Heilpflanzen. Krätze und Wurmbefall wurden
mit Lilienwurzeln behandelt. Dies hatten die Indianer vermutlich
beim Grizzlybären abgeschaut. Während der Lachs-Saison nehmen
die Bären mit dem Fisch reichlich Würmer zu sich. Um sie wieder
los zu werden, fressen die Tiere dann die stark abführenden
Lilienwurzeln. Als Medizin für alle Fälle war die Schafgarbe
sehr beliebt. Schafgarbentee wurde gegen fast alle Beschwerden
eingesetzt. Von Erkältung bis hin zu Fieber, Verstopfung und Hämorrhoiden.
Als Verhütungsmittel diente die Yamswurzel. Diese enthält das
Hormon Progesteron, wichtigster Bestandteil der heutigen
Antibabypille.
Der
Sonnenhut ist auch ein altes indianisches Heilmittel. Bei
Verletzungen wurde das Wurzelpulver auf die Wunde gestreut und die
Blätter als Wundpflaster verwendet. Die Lakota tranken
Echinacea-Sud gegen Blutvergiftung.
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Begriffe I
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Indianersommer
Indian Summer
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Indian Summer
ist die Bezeichnung für eine Schönwetterperiode im Spätsommer
und Herbst in den Plains und Prärien. Es ist damals die Zeit der
großen gemeinsamen Jagden auf den Büffel gewesen, zu der
sich die Indianer in großen Familien und Stammesgemeinschaften
trafen. Der Indian Summer ist nicht nur für Nordamerika typisch,
sondern als Altweibersommer auch für Europa.
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Indio
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Ursprünglich
die Bezeichnung der ersten Weissen für die lateinamerikanischen
Indianer. Bei uns nennt man alle Ureinwohner Mittel- und Südamerikas
so. Im Gegensatz dazu verstehen die Spanier und Portugiesen unter
diesem Begriff auch die Indianer Nordamerikas. Die
"Indios" selbst betrachten dieses Wort als Schimpfwort.
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Begriffe J
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Jagdgründe
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Häufig
verwendete Bezeichnung für Stammesterritorien oder von einzelnen
Stämmen für sich beanspruchte Jagdebiete, die oft heftig umkämpft
waren.
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Jicarilla
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Stamm der östlichen
Apachen, der im Gegensatz zu den anderen Apachenstämmen nach
ihrer Vertreibung aus den Plains unter dem Einfluss der
Puebloindianer sesshaft wurde. Sie bertieben wie die meisten
sesshaften Bodenbau. An den bekannten Freiheitskämpfen der
Apachen beteiligten sie sich kaum. Heute leben die ca. 1600
Jicarilla in einer Reservation in New Mexico meist von Viehzucht.
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Begriffe K
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Keule
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Eine der frühesten
Nahkampfwaffen. Die Keule bestand allgemein aus einem Stock,
dessen Schwerpunkt oft mit Hilfe von Steinen oder später
Eisen ans Ende verlagert war. Die Wirkung der Keule konnte durch
Zuspitzung oder Verflachung der Schlagkante erhöht werden. Eine
verbreitete Art der Keule war die Steinkopfkeule, ein roher oder
bearbeiteter Stein, der an einem Schaft durch Verschnürung
befestigt war. Keulen waren bei allen Indianern bekannt und
wurden oft als Tomahawk bezeichnet.
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Kinnikinnik
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Eine Mischung
aus Tabak und anderen pflanzlichen Teilen wie z.B.Weidenrinde, der
zum Rauchen in den Pfeifen benutzt wurde. Der Ausdruck stammt aus
der Algonkinsprache und ist in der Abenteuer- und
Indianerliteratur wie so oft bei anderen Bezeichnungen dieser
Sprachfamilie der Name des Tabaks aller Indianerstämme, siehe
Squaw, Wigwam u.a.
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Kind Kinder
Kindererziehung
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Ein alter
Spruch der Prärie-Indianer sagt, dass das wertvollste Besitztum
eines Mannes nicht seine Pferde sind, seine Waffen oder sein Tipi,
sondern seine Kinder. Meist war es die Gross- mutter, die das
Neugeborene wusch und mit dem warmen Fett einer Büffelkuh
einrieb. Die Nabelschnur wurde aufbewahrt und in einen kleinen
Lederbeutel eingenäht, der die Form einer Eidechse oder Schildkröte
hatte. Beide Tiere waren Symbole des Gleichmuts und des langen
Lebens. Gleich von den ersten Tagen nach der Geburt pflegten die
Sioux-Mütter ihrem Baby sanft die Nasenlöcher zuzudrücken, um
seine Schreie zu ersticken. Ein schreiendes Baby war gefährlich,
denn es konnte die Aufmerk- samkeit des Feindes erwecken.
Den grössten Teil seines ersten Jahres verbrachte das Kleine,
sicher festgebunden, auf dem Wiegenbrett. Oft trug die Mutter das
Kleine auch auf dem Rücken.
Indianerkinder
waren ruhig und artig. Sie wurden selten bestraft und nie
angeschrien oder geschlagen. Die Eltern baten sie, etwas zu tun,
sie gaben ihnen keine Befehle. Sie wurden zu Demut , Genügsamkeit
und Tapferkeit erzogen. Alles wurde immer geteilt, nie war man
allein.
Heute
kommen die Indianerkinder in Internatsschulen wo es immer wieder
zu Selbstmorden kam, weil sie nicht ohne ihre Familien leben
konnten, es nicht gewohnt waren ohne Familie zu leben. Eine
Sioux-Frau erklärte einmal "weisse Eltern sind keine guten
Eltern. Einerseits verwöhnen sie ihre Kinder, machen ihnen
alles leicht, so dass es lange dauert, bis die jungen Leute
erwachsen sind. Andererseits schlagen sie ihre Kinder und schreien
sie an."
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Begriffe L
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Llano
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Llano ist eine
baumlose Hochgrassteppe in Latainamerika, die in etwa mit
der Prärie Nordamerika vergleichbar ist. In Texas und New Mexico
heißt ein Plateau mit halbwüstenhaftem Charakter Llano Estacado.
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Lange
Messer
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Einer der
Namen, den einige Stämme der Indianer Nordamerikas den weißen
Soldaten gaben. Wahrscheinlich stammt er von den Säbeln der
englischen und französischen Kolonialsoldaten, der sich bis in
die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hielt, da auch die
US-Kavallerie Säbel trug.
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Begriffe M
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Musik
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Die
traditionelle Musik der Indianer ist stark religiös geprägt und
meistens zweckgebunden (zeremonielle Tänze, Riten). Dominierendes
Element ist der Rhythmus, dem die Melodie untergeordnet ist. Die
Lieder sind überwiegend einstimmig. Nur selten weisen indianische
Gesänge einen langen, festen Text auf, was nicht bedeudet, daß
sie ohne Inhalt sind. Indianische Musik ist untrennbar vom Alltag
der Ureinwohner Amerikas, drückt sie doch Lebensgefühle wie
Freude, Trauer, Ängste und vieles mehr aus. Es gab praktisch für
alle Bereiche des Lebens entsprechende Gesänge und Tänze. Das
bekanneste Musikinstrument der Indianer ist die Trommel, da dem
Rhythmus ja eine wichtige Rolle zukommt. Zudem besitzen sie
eine Reihe anderer Instrumente, die sie sehr effektvoll einsetzen,
wie z.B. Flöten aus unterschiedlichen Materialen, Rasseln oder
die weniger bekannten Schwirr- und Schraphölzer und einfache
Streichinstrumente wie z.B.die Apachenfiedel. Moderne indianische
Musik tendiert zum Wechsel- bzw. Parallelgesang und nutzt zum Teil
verstärkt Elemente der Country und Westernmusik sowie der
Rockmusik. In den letzten Jahren ist die sogenannte
"Softindianermusik", die gern als esoterisch oder
spirituell "verkauft" wird, sehr beliebt geworden.
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Mahican
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Eigentlich müsste
hier Mohikaner stehen, denn als solche werden die Mahicans in der
deutschen Sprache und auch in der Abenteuer- und Indianerliteratur
bezeichnet (Cooper, "Der Letzte Mohikaner"). Dieser
algonkinsprechende Stamm des Waldlandes lebte am oberen Hudson
River vom Fischfang und Maisanbau. Sie wohnten in rechteckigen Häusern
mit gewölbtem Dach und waren seßhaft. Die Mahicans werden oft
auch mit den Mohegan verwechselt, da diese ebenfalls zu den
algonkinsprechenden Waldlandindianern gehörten und bis heute
nicht ganz eindeutig ist, ob sie ursprünglich zu den Mahicans
zugeordnet waren und sich später abspalteten oder gemeinsam mit
den Pequot einen Stamm bildeten. Dies sei erwähnt, da der Häuptling
Uncas, dem Cooper ein literarisches Denkmal setzte, zu den
Mohegans zählte. Die Mahicans beteiligten sich als Verbündete
der Delaware am Kampf zwischen den Franzoesen und Engländern und
wurden dabei fast völlig vernichtet.
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Medizinmann
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Der
Medizinmann oder Schamane war Geisterbeschwörer, Gewitterver-
treiber und Gedankenleser. Priester, Psychologe und Prophet.
Wunder- täter, Wettermacher und Wahrsager, Zauberarzt,
Zeremonienmeister und Zukunftsdeuter. Alles in einer Person.
Mit grosser
Gelassenheit drang er ins Reich des Unirdischen ein, wo er sich
mit den Geistern unterhielt, Berichte und Grüsse der Lebenden an
die Abgeschiedenen übermittelte und mit den Regen, Fruchtbarkeit,
Jagdbeute und Kriegsglück spendenden Göttern Zwiesprache hielt.
Hiezu setzte er sich in Trance oder Ekstase, löste seinen Geist
vom Körper, verblieb im zeitlosen Zustand der Körperlosigkeit wo
er sich als "reines" Bewusstsein wahrnahm und wunderbar
klar denken konnte, bis er den Kontakt mit dem Jenseits
hergestellt hatte. Auf ähnliche Weise holte er die Seele
eines kranken Menschen aus dessen Leib, läuterte sie und heilte
damit Geist und Körper. Als Naturheilkundiger gebrauchte er nicht
nur schamanistische Kunstgriffe, sondern bewies auch seine genaue
Kenntnis von der Wirkung vieler Heilkräuter.
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Marterpfahl
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Die Weissen
sagten den nordamerikanischen Indianern grässliche Foltermethoden
nach. Viele Siedler hatten es sich zur Gewohnheit gemacht, die
letzte Kugel für sich aufzuheben, um nicht am Marterpfahl ein fürchterliches
Ende zu finden. In Wirklichkeit aber quälten die oft zu Unrecht
verteufelten Prärie-Stämme ihre Gefangnen sehr selten.
Ausnahmen
bildeten die Comanchen und Kiowas. Die Folterriten am Marterpfahl
dieser beiden Stämme waren aber die Ausnahmefälle bei den Prärievölkern,
die gewöhnlich ihre Feinde schnell und ohne Barbarei umbrachten.
Sogar das von den Bleichgesichtern eingeführte Erhängen fanden
die Plainsrothäute brutal und unmenschlich.
Die
Wahrheit verzerrend wurde dagegen von den Zeitungen regelmässig
von blutrünstigen Indianern berichtet, und wurde gegen diese
angeblich barbarischen Wilden systematisch aufgehetzt. Die
Sadisten waren zu 99 % in den Reihen der Weissen zu finden.
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Manitou
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Die Indianer
waren vom Glauben an eine allmächtige, Erde und Weltall
umfassende Lebenskraft durchdrungen, die sich ihnen überall in
der Natur offenbarte. Diese heilige Energie durchpulste Menschen
und Tiere, Pflanzen und Stine, Blitz und Donner. Die Algonkins
nannten sie "Manitu", die Crows "Maxpe", die
Irokesen "Orenda", die Shoshonen "Pokunt" und
die Sioux "Wakan Tanka". Die Weissen bezeichneten sie
mit dem Ausdruck "Grosser Geist" und setzten sie irrtümlicherweise
mit dem höchsten Wesen gleich, was jedoch der indianischen
Auffassung nicht gerecht wurde. Denn das religiöse Empfinden der
Rothäute deckte sich noch lange nicht mit den Vorstellungen der
Europäer. Der Gottesbegriff des Roten Mannes hatte nichts mit dem
Gedankenbild des christlichen Schöpfers gemein. Manitu, das
"Grosse Geheimnis" war Ursprung und Quelle jeder Kraft
und beseelte alle Geschöpfe und Gegenstände, lebende wie tote
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Begriffe N
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Niagara
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Wahrscheinlich
Niagagariga, die Bezeichnung einer Siedlung von Angehörigen eines
Stammes, der etwa 1650 von den Irokesen vollständig aufgerieben
wurde. Einige Jahre später wird diese Bezeichnung von weißen
Besuchern für die bekannten Wasserfälle gebraucht. Unterhalb der
heute weltweit als Touristenattraktion berühmten Fälle
errichteten die Franzosen mehrere Male Forts, die meistens Fort
Niagara hießen.
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Native
Americans
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Dies ist die
korrekte Bezeichnung der Ureinwohner Amerikas. In ihrer eigenen
Stammessprache bezeichnen sie sich selber oft als Menschen, wahre
Menschen, Leute, das Volk u.ä. Zu den Native American zählen
auch die Inuit (Eskimo) und Meti (kanadische Bezeichnung für ein
Kind aus einer Beziehung zwischen Franzosen und Indianern).
Mit der
Eroberung des nordamerikanischen Kontinents durch die Europäer
wurden die verschiedenartigen Kulturen der unzähligen
indianischen Völker in ihrer Entwicklung grausam unterbrochen.
Was unserer Welt damit verloren ging, beginnen wir erst jetzt zu
ahnen. Während für uns der Mensch der "Herr der Schöpfung"
ist, berechtigt, die Natur zu unterwerfen und dienstbar zu machen,
fühlt sich der Indianer als Teil der Erde. Für ihn lebt die Schöpfung:
Erde und Wasser, Stein und Pflanze, Tier und Mensch. Deshalb ist
das Verhältnis des Native Americans zur übrigen Schöpfung von
einem Respekt durchdrungen, den wir nicht besitzen.
Niemals
werden wir den Schmerz und die Verzweiflung der indianischen Völker
auch nur erahnen können, die zusehen mussten, wie all das, was
ihnen heilig war, ihre Mutter Erde mit den vielfältigen
Lebensformen, ebensowenig geachtet wurde sie sie selber....!!!
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Namen
Namensgebung
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Die
Neugeborenen erhielten recht bald nach ihrem Eintreffen einen
Namen, den ihnen meistens der Medizinmann oder ein älterer
Verwandter des Vaters gab. Sie wurden einer Naturerscheinung, wie
Blitz und Donner am Tage der Geburt, nach einer Heldentat des
Namensgebers, einem Tier oder einer körperlichen Eigenschaft
benannt.
Behielten
die Mädchen ihre Taufnamen für gewöhnlich ihr ganzes Leben
lang, ersetzten die Jungen während der Pubertät ihren
Kindernamen durch einen neuen, der sich auf ein Bravourstück persönlicher
Tapferkeit, auf das Zusammentreffen mit einem aussergewöhnlichen
Tier oder auf eine Vision bezog.
Crazy Horse
erhielt seinen Namen nach einer tapferen Tat bei einer Begegnung
mit feindlichen Indianern. Und zwar schenkte ihm darauf sein Vater
seinen eigenen Namen, welchen er selbst durch ein Traumgesicht von
einem sich bäumenden Pferd erhalten hatte.
Sitting
Bull erhielt seinen Kriegernamen, als er einen gereizten Büffelbullen
erlegte, der vor dem Verenden mit eingeknickten Hinterbeinen in
gleichsam sitzender Stellung seinen jungen Bezwinger ein letztes
Mal musterte.
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Begriffe O
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Outlaw
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Bezeichnung für
einen außerhalb der Gesellschaft lebenden Gesetzesverletzer im
Westen Nordamerikas, der eigentlich nur in der Indianerliteratur
Kontakt mit den Indianern hatte. Auch schwer zähmbare, verstörte
Pferde bezeichnet man als Outlaw, wahrscheinlich weil sie sich
auch schlecht einordnen bzw. unterordnen lassen.
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Opfer
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Das Opfer ist
Bestandteil vieler Religionen der Welt und reicht von
dargebrachten Speisen über Tierschlachtungen bis hin zu
Menschenopfern, vor allem bei den staatenbildenden Völkern der
Geschichte. Bei den nordamerikanischen Indianern bezog sich das
Opfer meist auf kleinere Gegenstände wie Tabak oder Jagdreste
oder kleine Teile des Essens, welche z.B. ins Feuer geworfen
wurden. Allerdings könnte man die Selbstmarterung als Opfer
betrachten. Über die Art und Grösse der Opfer waren eher auch
die Lebensumstände verantwortlich als die Religion, wobei es da
ja einen Zusammenhang gibt. Die meisten Indianer konnten es sich
nicht leisten, kostbare Opfer zu bringen. Nur einige der reicheren
sesshaften Völker der Indianer kannten das Prinzip der
Menschenopfer, so z.B. die Tlingit im Nordwesten (hier tötete man
Sklaven), die Natchez (hier wurden viele Menschen, auch Kinder
beim Tod eines Häuptlings geopfert) oder das Morgensternopfer der
Pawnee, bei dem ein "erbeutetes" Mädchen dem
Morgenstern geweiht wurde.
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Begriffe P
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Plains / Prärie
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Zwei
Landschaftsformen im Norden Amerikas, die etwa ein Gebiet von 4
Mill. km² von Teilen Kanadas bis zum Golf von Mexico
umfassen. Als Plains bezeichnet man das höher gelegene
halbtrockene ebene Vorland der Rocky Mountains und das sich östlich
anschließende Gebiet des langen Grases als Prärie im
eigentlichen Sinne. Beide Formen haben baumlosen Steppencharakter,
weshalb man in der deutschsprachigen Indianerliteratur oft auch
nur den Begriff Prärie verwendet. Die Plains/Prärien waren einst
die "Weidegründe" riesiger Büffelherden, bevor der Weiße
sie fast völlig ausrottete. Da diese Landschaftsformen sehr
fruchtbar sind, werden sie heute überwiegend landwirtschaftlich
genutzt.
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Patchwork
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Zuerst von den
Seminolen seit Jahrhundertbeginn hergestellte Decken aus
Stoffresten. Ursprünglich nur eine Notlösung in Ermangelung der
traditionellen Materialen, erfreut sich die Patchwork-Handarbeit
heute überall grosser Beliebtheit.
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Powwow
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Das Wort
Powwow leitet sich vermutlich von dem Algonkin-Wort Pauau ab, das
eine Versammlung bezeichnet. Die Indianer meinen damit eine grosse,
traditionelle Versammlung eines oder mehrer Stämme, die von
Gesang, Tanz und Geschenken begleitet wird. Als panindianischen
Veranstaltungen ermöglichen sie den Indianern, enge Beziehungen
zu andern Stämmen zu knüpfen und sind daher eine Demonstration
der Solidarität sowie ein machtvoller Ausdruck indianischer
Kultur. Das Ereignis beginnt gewöhnlich mit einer Prozession, es
folgen Kriegs-, Rund-, Gras- und Hasentänze.
Einen
weiteren Höhepunkt des Powwows bildet die Geschenkzeremonie, bei
welcher einzelne oder Familien einander Geschenke überreichen.
Dabei werden all jene geehrt, die sich besonders hervorgetan
haben, wie Universitätsabsolventen, Stammesführer etc.
Bei einem
Powwow ist das Zusammensein ebenso wichtig wie der Tanz. Es ist
Gelegenheit für die Indianer, alte Freundschaften zu erneuern und
ein gemeinsames Festmahl abzuhalten, bei dem traditionelle Speisen
wie Bison, Wildbret, Getreide, Eintopf und gebratenes Brot
serviert werden.
Es werden
auch Tanzwettbewerbe abgehalten wobei man je nach Art des Tanzes,
des Alters und des Geschlechts des Tänzers nach verschie- denen
Kategorien unterscheidet. Die Preisrichter, im allgemeinen frühere
Powwow-Tanzmeister, mischen sich unter die Wettbewerbsteil-
neh-mer und beurteilen den Stil ebenso wie die Fähigkeit, im
Rhythmus des Liedes zu bleiben und beim letzten Trommelschlag
innezuhalten.
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Pfeil und
Bogen
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Die
den recht kurzen Bogen angepasste optimale Pfeillänge betrug 60
cm. Die Pfeilspitzen waren aus Stein, Knochen, Horn oder Metall,
hatten die verschiedensten Formen und waren meistens mit
Widerhaken versehen. Der Schaft bestand aus Hartholz oder auch aus
Schilfrohr. Strahlenförmig angebrachte Vogelfedern machten die
Befiederung aus, wodurch eine bessere Flugstabilisierung erzielt
wurde. Tierbälge und Rohlederbehälter wurden als Köcher für
Bogen und Pfeile verwendet
Die
Ureinwohner Amerikas verfügten über verschiedene Bogentypen. Der
einfache Flachbogen, meist aus dem Holz der Osage-Orange oder aus
Eschenholz, war mit Hanfschnüren oder Rohlederstreifen, mit
zusammengedrehten Tiersehnen oder Pflanzenfasern bespannt. Der
Holzrücken war manchmal durch eine dünne Schicht aufgeleimter
Bisonsehnen verstärkt, was die Reichweite von etwa
einhundertvierzig Metern bis auf ungefähr einhundertsiebzig Meter
vergrösserte.
Griffen
die Waldlandindianer des Nordostens mit Vorliebe auf einen bis zu
zwei Meter langen Flachbogen zurück, so zogen die Stämme des Präriegebietes
den kurzen Flachbogen vor, der mit seiner maximalen Durchschnittslänge
von 1,40 Meter vom Pferd aus leichter zu handhaben war und bei der
Bisonjagd nützliche Dienste leistete.
Neben
dem langen oder kurzen, einfachen oder verstärkten Flachbogen,
der auch glatter Bogen genannt wurde, gab es den zusammengesetzten
Bogen, der aus aneinandergefügten und verleimten Knochen- und
Hornstücken bestand, deren Fugen mit Leder, Schlangenhaut oder
Stoff sorgfältig ausgekleidet waren. Der sogenannte "Elkhornbogen"
der nördlichen Plains-Völker mit etwa zweihundert Meter
Reichweite erwies sich als der beste indianische Bogen, den die
Nez Percés meisterhaft herzustellen wussten.
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Pfeife
Friedenspfeife
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Die
heilige Pfeife (Friedenspfeife) steht im Mittelpunkt des Glaubens
der Sioux. Die Legende sagt, dass die Pfeife von der Weissen Büffelfrau
zu den Sioux kam. Und zwar zogen einmal zwei junge Sioux aus, um Büffel
zu jagen. Da begegnete ihnen eine wunderschöne Frau, die mit
einer weissen Kalsbhaut bekleidet war. Auf dem Rücken trug sie
ein Bündel. Einer der Jäger wollte sich ihr nähern, doch da
senkte sich eine Wolke auf ihn herab, und als es wieder hell
wurde, war nur noch ein Häufchen Knochen von ihm vorhanden. Die
Frau sprach zum andern Jäger "Das Büffelvolk hat mich mit
einer Botschaft zu deinem Volk gesandt. Geh und bereite mein
Kommen vor".
Am
nächsten Tag kam die Fremde ins Lager, wo schon ein Tipi für sie
errichtet worden war. Sie nahm aus ihrem Bündel die Heilige
Pfeife, zeigte, wie sie beim Gebet verwendet werden sollte, und
versprach Segen und Glück. Dann legte sie die Pfeife in das Bündel
zurück und übergab es dem Häuptling. Seither ist diese Pfeife
das grösste Heiligtum für diesen Stamm geblieben. Die Fremde
aber ging hinweg und verwandelte sich in einen weissen Büffel,
der in der Prärie verschwand
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Begriffe Q
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Quillwork
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Den Lesern von
Indianerliteratur bekannte Art des Verzierens von Gebrauchs- und
Kleidungsstücken. Bei dieser recht schwierigen aufwendigen
Technik werden abgeflachte und gefärbte Stachelschweinborsten zu
Applikationen durch Aufnähen, Flechten, Weben oder Umwickeln
verarbeitet. Durch den Handel mit den Weißen kamen die Perlen
nach Amerika und fanden schnell Verwendung beim Schmücken der
Kleider, Decken, Leggins, Mokassins, Taschen, Messerscheiden u.a.
Dingen des täglichen Lebens. Durch die einfacheren Aufnähtechniken
im Gegensatz zu den des Quillens wurden die Muster und
Farben breitgefächerter und komplizierter. Heute besinnt man sich
aber auch wieder auf die Kunst des Quillens.
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Quanah
Parker
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Sohn eines
Comanchenhäuptlings namens Nocona (Wanderer) und einer weißen
Gefangenen namens Cynthia Ann Parker. Er lebte von ca. 1845 bis
21.2.1911. Aufgrund seiner kriegerischen Fähigkeiten wurde Quanah
Häuptling seines Volkes bis zur Niederlage 1874. Danach vertrieb
man auch diese Indianer nach Oklahoma. Parker riet dort seinen
Leuten, sich den Weißen anzupassen, ohne jedoch dabei die alten
Traditionen zu vergessen. Er selbst wurde ein erfolgreicher Geschäftsmann,
der persönlich Teddy Roosevelt kannte und diesen Einfluss für
die Begnadigung des Apachenhäuptling Geronimo nutzte.
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Begriffe R
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Reservationen
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Ersteres ist
eine fälschliche Bezeichnung für indianische Reservationen in
Nordamerika. Reservat bezeichnet ein Tierschutzgebiet und nicht
den meistens erzwungenen Lebensraum für Menschen. Reservationen
sind in den USA und Kanada den Indianern vorbehaltene und von der
Regierung zugewiesene "Wohngebiete". Mit ihrer
Errichtung war die Absicht verbunden, die Indianer von ihrem Land
vertreiben zu können und damit besser unter Kontrolle zu haben.
Die Vorläufer der Reservatione waren die sogenannten
"Indianerterritorien", die ursprünglich nur für Stämme
aus dem Südosten gedacht waren. Die Indianer der USA wurden vom
Obersten Gericht 1831 per Schiedsspruch als "einheimische abhängige
Völker im Zustand der Unmündigkeit" erklärt, die
Vereinigten Staaten ernannten sich damit quasi zum Vormund.
Die Reservationen, welche oft aus völlig unfruchtbarem ödem Land
bestanden, isolierten die Indianer von der übrigen Gesellschaft,
wiesen sie auf die Gnade der Regierung an. Das heutige Leben der
Indianer in den etwa 300 Reservationen in den USA (unterstehen
heute direkt dem Bureau of Indian Affairs) ist überwiegend
von Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, hoher
Kindersterblichkeit und Analphabetentum charakterisiert.
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Rothaut
Rothäute
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Die Indianer
wurden nicht wegen ihrer Hautfarbe "Rothäute" genannt.
Diese geht nämlich eher von gelblich bis braun, selten oder nie
ins rötliche. Der Name entstand durch die Sitte vieler Indianer,
im Krieg Gesicht und/oder Körper rot zu bemalen.
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Begriffe S
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Squaw
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Ein Wort aus
der Algonkinsprache, genauer gesagt aus der Sprache der
Narragansett und bedeudet einfach Frau. Leider erfuhr die
Bedeutung des Namens im Verlaufe des 19. Jahrhunderts eine
negative Wandlung und wurde zum Schimpfwort. Heute ist der Name
Squaw eine Beleidigung, denn darunter versteht man eine
Prostituierte. In der herkömmlichen Indianerliteratur ist die
nordamerikanische Indianerfrau oft ein untergeordnetes und unterdrücktes
Wesen, das "brav" hinter ihrem Mann herläuft oder
als Gegenteil dazu eine kriegerische, schöne, stolze Prinzessin.
In Wirklichkeit war das Leben, der soziale Rang irgendwo in der
Mitte angesiedelt, wenn es natürlich auch beide Extreme gab, wie
bei allen Völkern der Erde. Im Vergleich zu einer weißen
Durchschnittsfrau jener Zeit ähnelte das Leben der
"Squaw" weitgehend dem der Pionier-Urgroßmutter. Sie
zog die Kinder groß, sammelte Nahrung, bereitete Mahlzeiten,
errichtete Behausungen, betreute (oder heilte auch) Kranke,
kurzum, sie kümmerte sich um den "Haushalt". Doch
obgleich ihr Alltagsleben in vielen Dingen ähnlich war, genoß
dennoch die Indianerfrau erheblich mehr Unabhängigkeit und
Sicherheit als ihre weiße Geschlechtsgenossin.
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Skalp
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Eine Trophäe
der Indianer, meist bestehend aus der abgezogenen Kopfhaut oder
einem Teil davon, der präpariert wurde. Aus magischen und religiösen
Gründen war er vor allem bei vielen nordamerikanischen Indianern
begehrt. Die Weissen dagegen skalpierten aus Lust und vor allem
des Geldes wegen. Auch die Verbreitung des Skalpierens über weite
Gebiete des nordamerikanischen Kontinents vollzog sich erst nach
Ankunft der Weissen.
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Sonnentanz
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Bei
den Stämmen der Plains gab es viele eindrucksvolle religiöse
Zeremonien. Eine der wichtigsten Zeremonien war der
"Tanz bei dem die Sonne angesehen wird", welcher von den
Weissen schlicht "Sonnentanz" genannt wurde. Der heilige
Sonnentanz-Pfahl der im Mittelpunkt des Sonnentanz-Kreises steht,
ist bei den Sioux immer eine zweigablige Pappel. Ist ein solcher
Baum gefunden, führt ein Mädchen, das noch nie mit einem Mann
zusammen war, mit der Axt den ersten symbolischen Schlag. Wenn der
Baum fällt, darf er den Boden nicht berühren, sondern muss von
den Männern aufgefangen werden. Er wird zum Tanzplatz getragen,
wo er in mit Büffelfett gefülltes Loch eingesetzt wird. Der
Tanzkreis wird geglättet und ein schattenspendender Schirm aus
Fichtenzweigen errichtet. Der Platz wird geweiht und bei
Sonnenaufgang wird auf einer alten Adlerknochenflöte gespielt und
darum gebeten, dass ein Adler zum Zeichen erscheine, dass der Tanz
gesegnet sei.
Der
Tanz wurde von der weissen Regierung viele Jahre verboten.
Mittlerweile wird er wieder in traditioneller Art und Weise
durchgeführt. Vielerorts nur zur Show für weisse Touristen, an
andern Orten jedoch wie zu früheren Zeiten mit qualvollen Prüfungen,
den Fleischopfern. Dazu werden Gebete gesagt, welche zusammen mit
den Fleischopfern für die bestimmt sind, welche nach wie vor in
den Gefängnissen leiden, für Freunde oder für diejenigen,
welche krank sind.
Beim
Hautopfer wird Haut aus den Armen geschnitten, oder man durchbohrt
die Haut und versucht, sich wieder loszureissen. Als der
Sonnentanz in den dreissiger und vierziger Jahren wieder aus dem
Verborgenen heraustrat war das Durchbohren relativ harmlos. Es
wurde nur ein kleines Stück Fleisch auf der Brust, über dem
Herzen, mit einem kurzen Speiler oder einer Adlerkralle
durchbohrt. Daran wurde ein ungegerbter Lederriemen befestigt, der
von der Spitze des heiligen Pfahles herunterhing, und der Tänzer
riss sich dann mit verhältnismässig wenig Mühe davon los.
Der
Tanz dauert vier Tage und vier Nächte und mittlerweile wurde das
selbstauferlegte Leiden immer grösser, wie in früheren Zeiten.
So ziehen einzelne Indianer bis zu zwölf Büffelschädel hinter
sich her und reissen sich los oder durchbohren auf der Brust zwei
Stellen und lassen sich zur Spitze des Baumes heraufziehen, wo sie
lange nur an ihren Brustmuskeln hängen, bis sie endlich von ein
paar Männern bei den Fussknöcheln gepackt und losgerissen
werden. Während dem Versuch, sich unter Schmerzen loszureissen,
blasen sie ständig eine Pfeife aus Adlerknochen.
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Skalp
Skalpieren
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Die
barbarische Sitte war wahrscheinlich in voreuropäischer Zeit bei
dem Muskhogee sprechenden, sesshaften und maisbautreibenden
Indianerstämmen des Südostens als eine religiöse Zeremonie
entstanden, die auf den blutigen Xipe-Kult der Azteken zurückging.
Der Gott des Menschenschindes, Xipe Totex, stand im alten Mexico
im Mittelpunkt eines grossen Festes, mit dem Menschenopfer
besonderer Art verbunden waren. Nach Ablauf des Tötungsrituales
wurden die Erschlagenen von den Priester gehäutet, die während
der kommenden 20 Tage die Häute der toten Gefangenen überzogen
und damit zu einem Symbol der Lebensverjüngung wurden.
Dadurch,
dass die Indianer des Südostens dieses Häutungszeremoniell
anderer Form übernahmen und nur auf die Kopfhaut bezogen, machen
sie aus der Erbeutung des Skalps eine Abart der Hauttrophäe.
Ohne
die von Briten und Franzosen ausgesetzten Skalpprämien, mit denen
die Indianer während der Grenzkriege der kolonialen Mächte
Europas gegeneinander gehetzt wurden, (Gouverneur Penn
zahlte 1674 einhundertvierunddreissig Dollar für jeden
Indianerskalp) und ohne die eisernen Messer der
Weissen, die gegenüber den alten Stein- und Muschelklingen das
"Abdecken" der Kopfhaut erleichterten hätte sich dieser
Brauch jedoch nicht in dem Masse durchsetzen können.
Zudem
waren sehr viele Berichte über angebliche Grausamkeiten der
Indianer erlogene Hetzkampagnen gegen die üblen Wilden. Es
beteiligten sich sehr viele Bleichgesichter an dieser
unmenschlichen Gepflogenheit, um an den Skalpprämien
mitzuverdienen. Zahlreiche Verbrecher skalpierten wegen der hohen
"Kopfgelder" jeden, der das Unglück hatte, ihnen unters
Messer zu laufen.
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Begriffe T
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Travois
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Transportmittel
der Indianer der Plains und Prärien, z.Teil auch benutzt von
denen des Großen Beckens und des Plateaus. Es handelt sich dabei
um eine Stangen- oder Tragschleife, die zuerst in kleinerer Ausführung
von Hunden und seit der Verbreitung des Pferdes von diesem gezogen
wurde. Das Travois ist eine Kombination von 2 A-förmig
zusammengebundenen Tipistangen, deren schwere Enden auf dem Boden
schleiften, und einer Zeltplane. Auf ein Travois konnte meist die
gesamte Habe einer Familie transportiert werden. Bei den einzelnen
Stämmen gab es gewisse Unterschiede hinsichtlich der Länge
der Stangen, der Befestigungsart und des Materials der Ladefläche,
aber die Funktionsweise war bei allen gleich. Das Rad als
Transportmittel haben die Indianer Nordamerikas nicht genutzt.
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Tecumseh
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Bekanntester Häuptling
(1768 - 5.10.1813) der Shawnee, einem algonkinsprechenden
sesshaften Stamm im Ohio-Tal. Tecumseh erkannte mit als Erster,
dass es zum Widerstand gegen das Vordringen der Weissen eines
grossen Bündnisses der Indianer untereinander bedurfte, und der
viel für dieses tat. 1795 organisierte er ein Lager mehrerer Stämme
in der Nähe des Zusammenflussses von Wabash und Tippecanoe River,
um den Vertrag von Greenville anzufechten. Im Verlaufe dieser
Handlungen kam es seitens seines Bruders Tenskwatawa zu einem übereilten
Angriff auf US-Truppen, der seine Pläne vereitelte. Deshalb schloß
er sich den Briten im Krieg 1812 an, um weitere Vebündete gegen
die Expansion der Amerikaner zu haben. In diesem Krieg fiel er als
Brigadegeneral in einer Schlacht am Thames River.
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Traumfänger
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Laut einer
uralten Legende der Indianer versichert der Reif mit dem
komplizierten Netz in der Mitte dem Schläfer einen von Alpträumen
befreiten Schlaf. Das Gewebe lässt die guten Träume auf den Schläfer
herabsinken, die bösen Träume verfangen sich jedoch hoffnungslos
im Netz und verschwinden mit dem ersten Tageslicht.
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Totengerüst
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Für den Prärie-Indianer
waren Leben und Tod ein endloser Kreislauf. Die Sonne starb jeden
Tag, um am Morgen wieder geboren zu werden. Pflanzen welkten in
der Kälte des Winters, um zur Zeit des Grünens wieder zu
spriessen. Ebenso war es mit dem Stamm. Die Geister der Toten
wandelten auf dem Geisterpfad ins Land der vielen Zelte.
Die Prärie-Indianer
begruben ihre Toten nicht. Sie legen die sterblichen Ueberreste
auf hohe Gerüste, von wo ihr Geist in den Wind und in die Wolken
entweichen konnte. Manchmal legten sie sie in die Astgabel eines
Baumes oder auf eine hochgelegene Felsplatte. Manchmal wurde das
Lieblingspferd eines Kriegers getötet damit er nicht zu Fuss in
die Ewigen Jagdgründe gehen müsse. Kopf und Schweif des getöteten
Tieres wurden dann an das Totengerüst gebunden. Die Angehörigen
des Verstorbenen schnitten ihr Haar ab und bemalten sich mit
Trauerfarben. Manchmal genügte ihnen das nicht und sie fügten
sich selber Verletzungen zu um ihre Trauer über den Verlust
auszudrücken.
Niemand hätte
es je gewagt, den letzten Ruheplatz eines Mannes, auch wenn er ein
Feind gewesen war, anzutasten oder etwas daraus wegzunehmen.
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Tomahawk
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Das
Wort Tomahawk stammt aus der Sprache der Algonkins, wo es Tamähakan
lautete und ursprünglich ein Werkzeug zum Schneide war. Erst nach
und nach wurde es für alle Aexte und Kampfkeulen der Indianer
gebraucht, bis es sich ausschliesslich auf die Metallkriegsbeile
bezog.
Der
Tomahawk, die Streitaxt mit geschweifter Stahlklinge und hölzernem
Schaft, die besonders bei den Stämmen des Nordostens, der Plains
und der Rocky Mountains eine grosse Verbreitung fand, lässt sich
auf östliche Holzkeulenformen zurückführen. Schon vor der
Ankunft der Weissen kannten die Indianer hölzerne Kugelkopf- und
Säbelkeulen. Erstere waren Streitkolben mit kegelförmigem, in
Leder eingenähtem und beweglich mit dem Schaft verbundenem
Steinkopf. Letztere besassen eine doppelspitzige Steinklinge sowie
einen federnden Stiel.
Der
sprichwörtliche Ausdruck "das Kriegsbeil begraben"
weist darauf hin, dass der Tomahawk weit mehr als nur ein
einfacher Totschläger war. Er wurde als zeremonielles Symbol
gebraucht, das dazu diente, Friedensbezeugungen oder Kriegserklärungen
zu übermitteln. Als 1670 der Fünf-Nationen-Bund der Irokesen die
Algonkins bezwungen hatte, mussten die Besiegten beim feierlichen
Friedensschluss ihren Tomahawk unter den fünf Streitäxten der
Irokesen-Liga begraben. Damit wollten die Sieger den Algonkins,
falls es ihnen einfallen sollte, das Kriegsbeil wieder
auszugraben, ihre schmähliche Niederlage erneut in Erinnerung
rufen. Die Irokesen überliessen den im Kampf Unterlegenen als
Friedensgabe einen aus purpurnen Perlen angefertigten Wampun (Gürtel),
auf dem ein weisser Tomahawk abgebildet war, der die Algonkins
mahnte, vor einem neuen Krieg zurückzuschrecken.
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Tipi
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Das Wort
leitet sich von zwei Sioux-Worten ab, die "zum Leben"
bedeuten.
Für ein
Tipi wurden durchschnittlich 20 Zeltstangen, jede siebeneinhalb
Meter lang, benötigt. Das Grundgerüst bestand aus drei bis vier
Stangen über welche die restlichen Stangen gelegt wurden, so dass
die Zeltdecke über ein konisches Stützwerk zu liegen kam.
Farbige
Stoffwimpel an den Stangenspitzen riefen die Mächte der
Geisterwelt an. Die Malereien waren durch wichtige Träume oder
Visionen angeregt. Damit der Rauch aus dem Tipi entweichen konnte,
besass es oben eine Rauchklappe welche mittels zwei Stangen geöffnet
und geschlossen werden konnte.
An der
Vorderseite wurde die Zeltdecke mittels Holzsplinten "verschnürt".
Für das Tipi wurden an die 14 Büffelhäute (viereinhalb Meter im
Durchmesser) zugeschnitten und zusammengenäht. Der untere
Zeltrand wurde mit schweren Hartholzpflöcken gesichert, die durch
Löcher in der Büffelhaut getrieben wurden.
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Begriffe U
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Umiak
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Ein Umiak ist
ein offenes Fellboot, das von den Inuitfrauen gerudert wurde und
bis 8m lang und 1,50m breit sein konnte. Es diente als Transport-
und Reisefahrzeug. In Alaska und im Norden Kanadas wurde es mit
Paddeln fortbewegt. Im Gegensatz zum gedeckten Jagdkanu der Männer,
dem Kajak, war es größer und offen, bestand aber aus demgleichen
Material.
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Uaschitschun
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Auch
Waschitschun genannt, ist die Bezeichnung der Plains- und Prärieindianer
für männliche Weisse. In der Indianerliteratur wird dieses Wort
fälschlicherweise oft mit Bleichgesicht übersetzt, dabei
bedeutet es einfach nur "Geister", denn die Weissen in
ihrer völligen Fremdartigkeit erschienen den Indianern nicht
geheuer.
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Begriffe V
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Vier
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Die Zahl Vier
galt bei den meisten nordamerikanschen Stämmen als heilig. Sie
resultiert aus dem Kult der vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und
Wind, welche meist alle personifiziert wurden; den vier
Himmelsrichtungen, die gemalt ein symbolisches Kreuz ergaben und
oft mit den Farben Schwarz (Norden), Gelb (Osten), Weiß (Süden)
und Rot (Westen) in Verbindung gebracht wurden. Am meisten wurde
die Vier bei den Plains- und Präriestämmen verehrt.
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Vaquero
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Ursprünglich
indianische Rinderhirten in spanischen Missionsstationen, bis dann
später alle Reiter auf den mexikanischen Grossgrundbesitzen
Vaquero genannt wurden. Die Vaquero waren die Vorbilder der
Cowboys in Nordamerika.
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Vision
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Die Präriestämme
hatten grosse Ehrfurcht vor Traumgebilden, denen sie ihre
ungeteilte Aufmerksamkeit schenkten. Traumgesichter wurden von
jedem Indianer ernstgenommen, bargen sie doch oft lebenswichtige
Schlüsse für den Betreffenden. Um eine Vision zu erhalten ritt
der Indianer an einen abgeschiedenen Ort. Dort legte er sich
Entbehrungen auf und fügte sich freiwillig Schmerzen zu, um ein
Opfer zu bringen und sich die Götter günstig zu stimmen. Er
fastete, betete ohne Schlaf tage- und nächtelang bis Hunger,
Durst, Blutverlust und starke Sonnenbestrahlung ihn in einen für
Visionen empfänglichen Gemütszustand versetzten.
U.a. sah
Sitting Bull die Schlacht am Little Big Horn während einer Vision
und Crazy Horse wusste aufgrund einer Vision bereits 23 Jahre vor
seinem Tod, wie er einmal sterben wird!
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Begriffe W
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Wounded
Knee
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Ort im
US-Bundestaat South Dakota, der zweimal in der Geschichte der
Indianer von Bedeutung war. Von religiöser Hoffnung durch den
Geistertanz erfüllt, wurden 1890 dort 300 wehrlose Indianer - vom
Minneconjou-Sioux-Häuptling Si-Tanka "Big Foot"
(bekannt nicht so sehr wegen Taten, sondern wegen seines
diplomatischen Geschicks) geführt - überfallen und samt ihrem
Anführer wahllos niedergemetztelt. 1973 besetzten Mitglieder der
American Indian Movement unter Führung von Russel Means und
Dennis Banks Woundet Knee, um auf die katastrophale Lage in der
Pine Ridge Reservation aufmerksam zu machen.
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Wapiti
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Rothirschart
aus Nordamerika mit mehreren Unterarten, der es auf 250-450kg
Lebendgewicht brachte. Wegen dieses hohen Fleischanteils und
seiner fast völligen Verwertbarkeit wurde er von den Indianern
sehr geschätzt. Ausser als Nahrung diente er zur Herstellung von
Kleidern, Taschen u.a, die Knochen und das Geweih zur Herstellung
von Bögen u.v.m. Aus einer Wapitihaut erhielt man bis zu 12 Paar
Mokassins. Sehr beliebt und kostbar waren die Zähne des Hirsches,
die zum Schmücken von Frauenkleidern dienten und als Symbol für
langes Leben galten. Der Wert eines solchen Kleides war sehr hoch
und bedeutete für seine Trägerin einiges an Prestige.
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Begriffe X-Z
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Yuchi
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Ein fast völlig
"verschwundener" Indianerstamm, der in den Gebieten der
Staaten Tennesse und Georgia zu Hause war. Heute leben nur noch
wenige Yuchi mit Angehörigen der Cree in Oklahoma.
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Yei
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Eine wichtige
Tanzfigur der Yeibichai-Zeremonien der Navajo, die göttliche
Wesen darstellten. Der Yeibichai ist einer der wenigen öffentlichen
Tänze diese Volkes, der den Höhepunkt und Abschluss einer
bekannten Krankenheilungs- und Reinigungszeremonie bildet. Der
Name des Tanzes wird synonym für die gesamte Handlung verwendet.
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Zeichensprache
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Die
Zeichensprache diente den Indianern Nordamerikas, die Hunderte
verschiedener Sprachen und Dialekte gebrauchten, zur gegenseitigen
Verständigung. Dabei bedienten sie sich symbolischer
vereinfachter Hand- und Fingerzeichen. So wurde das Wort Tipi (Tee-Pee
= Zelt) z.B. durch Kreuzen des linken und rechten Zeigefingers
ausgedrückt. Diese Gesten ermöglichten es den Indianern vieler
Sprachfamilien auch sehr komplizierte Begebenheiten zu
"berichten". Selbst Verträge wurden bei Verständigungsproblemen
auf diese Art geschlossen.
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Zivilisierung
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Nachdem die
Indianerstämme in ihren Reservaten eingesperrt waren, ging die
amerikanische Regierung dazu über, den Eltern ihre Kinder weg zu
nehmen und sie in chritstliche Schulen (die wohl eher den Namen
"Erziehungsanstalt" verdient hätten) zu stecken. Ziel
war nicht in erster Linie, den Kindern lesen und schreiben
beizubringen, sondern sie davon abzuhalten, ihre angestammte
Religion und die rituellen Handlungen ihrer Väter zu erlernen.
Diese
Zivilisierung ging sogar so weit, dass Indianerinnen, welche in
einer ziviliserten Klinik ihr Kind zur Welt brachte, ohne ihr
Wissen Zwangssterilisiert wurde. Dies geschah auch bei Frauen, die
sich aus einem andern Grund in eine Klinik begeben und sich einer
Operation unterziehen mussten.
Die
Geschichte des 22jährigen Brulé-Sioux namens Plenty Horses führt
mit besonderer Drastik die verheerenden Auswirkungen vor Augen,
die der Prozess der "Zivilisierung" - die Erziehung in
weissen Schulen und damit der Verlust der eigenen Tratition - auf
einige Indianer haben konnte. Plenty Horses war in der 1882 gegründeten
Carlisle School in Pennsylvania erzogen worden, die mit
fanatischem Sendungsbewusstsein Kinder der Ureinwohner in weisse
Musterbürger verwandeln wollte. Nach seinem Schulabschluss kehrte
der junge Mann ins Rosebud-Reervat zurück, wo er die Aufstände
von 1890-91 miterlebte.
Am
7. Januar 1891, während die Indianer und das Militär in der
spannungsgeladenen Atmosphäre nach dem Massaker am Woundet Knee
einander gegenüberstanden, ritt ein Leutnant namens E.W.Casey,
der einen Trupp Armeescouts der Cheyenne kommandierte, mit einem
dieser Scouts aus, weil er sich mit den Indianerführern treffen
wollte. Hüuptling Red Cloud schickte Casey eine Botschaft,
um ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Er befürchtete, dass
einige der jungen Krieger ihm etwas antun könnten, wenn ere dem
Lager zu nahe käme. Nicht weit vom Hauptlager entfernt machte
Casey halt, um sich mit einigen Indianern zu unterhalten. Plenty
Horses schloss sich mit einem Freund, der zufällig des Weges kam,
dieser Unterhaltung an. Als Casey sich aufmachen wollte, erhob
Plenty Horses sein Gewehr und schoss ihm völlig unterwartet von
hinten eine Kugel durch den Kopf.
Während
seines Mordprozesses erklärte Plenty Horses seine scheinbar
sinnlose Tat: "Ich bin ein Indianer. Fünf Jahre habe ich
Carlisle besucht und wurde wie ein Weisser erzogen. Ich war
einsam. Ich erschoss den Leutnant, um mir einen Platz unter meinem
Volk zu verschaffen. Jetzt bin ich einer von ihnen. Ich werde gehängt
werden, und die Indianer werden mich als Krieger bestatten. Sie
werden stolz auf mich sein. Ich bin zufrieden." Die
Mordanklage gegen Plenty Horses wurde aufgehoben, da das Gericht
seine Tat als Kriegshandlung bewertete.
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